♀ The Cage – Entführt (Megan Shepherd) [Rezension]

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Cora erwacht in einer völlig falsch
wirkenden Welt. Nach dem Fund einer Leiche trifft sie auf einen Jungen, der
ebenso desorientiert ist wie sie. Als sich die Gruppe der Jugendlichen
zusammengefunden hat, erfahren sie die Wahrheit: Sie sind von den Kindred,
einer hoch entwickelten außerirdischen Rasse, ausgewählt worden, die Menschheit
zu retten, müssen Tests absolvieren und unter extremen Bedingungen
zurechtkommen. Doch Cora hat nur einen Gedanken: Sie will nach Hause. Und ihre
beste Chance könnte der Hüter Cassian sein, der sie bereits einmal beschützt
hat. Doch aus dem Gehege scheint es kein Entkommen zu geben.
Schon der Klappentext von „The
Cage“ machte mich neugierig und ich war gespannt, wie die Autorin die Idee
umsetzen würde. Schon kurz nach dem Lesestart war das Buch zur Hälfte
verschlungen.
Die Ereignisse überschlagen sich von den
ersten Seiten an
. Ich wurde direkt in ein Szenario geworfen. Alle vergangenen
Details wurden in den Verlauf der Geschichte eingebunden und in kleinen
Häppchen serviert, sodass ich immer mehr davon wollte.
Cora Mason erwacht mitten in einer
Wüste. An was sie sich zuletzt erinnern kann, ist die Autofahrt mit ihrem
Bruder. Doch die hat sie ganz sicher nicht in diese seltsame Umgebung gebracht.
Hinter ein paar Dünen grenzt die Wüste an das Meer, in der anderen Richtung an
eine eisige Tundra und einen Wald – eine Zusammenstellung, die es gar nicht
geben dürfte.
Am Strand findet sie ein totes Mädchen.
Sie hat blaue Flecken und wurde scheinbar ermordet. Kurz darauf taucht ein
Junge auf, der sich als Lucky vorstellt. Könnte vielleicht ER zuvor auf das
tote Mädchen getroffen sein? Doch auch er scheint einfach wie aus dem Nichts
hier gelandet zu sein – und es gibt noch mehr von ihnen.
Als hätte dieser Einstieg nicht schon
meine Neugierde geweckt, wechselte die von einer dritten Person erzählte
Perspektive immer zwischen den fünf, später sechs Hauptcharakteren. Von jedem
von ihnen erfuhr ich mehr über die Vergangenheit, über Träume und Wünsche und
erlebte die (nicht immer positive) Entwicklung so hautnah mit.
Der Weltenentwurf der Autorin konnte
mich regelrecht begeistern. Ich bin ein großer Fan von ‚Neuem‘, saugte jede
Information über das, was außerhalb des „Geheges“ passiert,
regelrecht ein: Die Jugendlichen wurden von höherentwickelten Außerirdischen
entführt, eine der drei „intelligenten“ Rassen des Weltalls.
Intelligenz wird hier anders interpretiert als bei uns auf der Erde. Das
Experiment soll einem höheren Ziel dienen, doch schon bald beginnt
Protagonistin Cora daran zu zweifeln. Zum Glück hat sie eine besondere Bindung
zu ihrem Hüter Cassian.
Der Erzählstil der Autorin ist flüssig
zu lesen und in genau richtigem Maße beschreibend, dass noch genügend Raum für
die eigene Fantasie bleibt. Spannung ist stets vorhanden, was leider nicht
immer für die Authentizität der Charaktere gilt. Ein Umstand, den man jedoch
auch den Extrembedingungen, unter denen die Jugendlichen stehen, zuschreiben
kann.
Im Laufe der Geschichte wurde mir diese
beinahe einen Tick zu abstrakt, viel Sci-Fi-lastiger, als ich vom Klappentext
her erwartet hatte. Doch nach einer gewissen Eingewöhnungszeit und weiteren
Informationen konnte ich mich damit abfinden, auch wenn mir die Erklärungen und
Wendungen zum Ende hin etwas zu weit hergeholt schienen.

Megan Shepherd lässt dem Leser kaum Zeit
für Atempausen
. Auch in ruhigeren Szenen brummt der Kopf allein schon aufgrund
der stetigen Erwähnung der Kopfschmerzen. So vieles in der Welt wird als
unlogisch empfunden und dennoch erklärt, dass einem der Kopf schwirren MUSS,
was jedoch keineswegs negativ gemeint ist. Die Jugendlichen befinden sich in
einer Welt zwischen Illusion und Realität, sie zweifeln, resignieren, werden
gewalttätig. 
Trotz der Begleitung so vieler Figuren verlor ich nie den Draht zu
ihnen, sondern änderte höchstens meine Sympathien für sie. Letzteres war oft
das reinste auf und ab, denn Intrigen und gut gesponnene Fäden gibt es hier
mehr als genug. Die eine oder andere unerwartete Wendung sorgte für zusätzliche
Spannungsmomente, die bis zuletzt anhielten und mich nun gespannt auf den
Folgeband zurücklassen.
„The Cage – Entführt“ zeichnet
sich durch eine interessante Idee und ein hohes Erzähltempo aus. Stets
eingeflochtene Rückblicke schürten meinen Lesedrang ebenso wie die zeitweise
vorhandene Unvorhersehbarkeit. Sehr gute 4 Bücher für die Entführten und ihre
ersten Wochen im Gehege.
1. The Cage – Entführt
2. The Cage – Gejagt
(Erscheinungstermin:  9.5.2016)
3. The Cage – Zerstört
(deutscher Erscheinungstermin unbekannt)

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14 KOMMENTARE

  1. Hey Steffi,

    definitiv ein Buch was ich auch noch lesen muss. Steht auf meiner WuLi relativ weit oben. J

    Mal schauen wann ich dazu komme…nach deiner Rezi möchte ich es noch dringender haben. *gg*

    Liebe Grüße,
    Ruby

  2. Hallo Steffi! O:)

    Ich bin die ganze zeit hin- & hergerissen, ob ich das Buch nicht doch lesen soll. Auf der Wunschliste steht es schon seit ich von ihm erfahren habe, aber den endgültigen Schlag hast du ihm jetzt gegeben. Bin gespannt, wie es mir gefallen wird!
    Ganz tolle Rezension, die unglaubliche Lust auf das Buch macht!

    Ganz liebe Grüße,
    Marius 🙂

    • So ging es mir auch. Ich wollte eigentlich ein paar Meinungen abwarten, weil ich mir unschlüssig war. Dann kam die Fahne ins Haus geflattert und ich bin wirklich froh, es gelesen zu haben.
      Der Klappentext ist so aussagelos, ich fürchtete schon, der Inhalt wäre ebenso. Aber ist er absolut nicht.

      Liebe Grüße und viel Spaß im Käfig

      Steffi

  3. Halli hallo

    Das Buch steht ja schon auf meinem Wunschzettel 😉
    Science fiction klingt schon cool.
    Jetzt muss ich aber zuerst mal meinen SUB etwas abbauen und dann darf es wahrscheinlich bei mir einziehen 😉

    Liebe Grüsse
    Bea

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