♂ Am Ende aller Zeiten (Adrian J Walker) [Rezension]

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„Es war alles still, bis auf das Jaulen
der Sirene. Dann knallte eine Tür, ein Mann brüllte, eine Frau heulte; Reifen
kreischten auf dem Asphalt, und ein Auto raste davon.“
(S.33)
Durch die Asteroideneinschläge findet
das vermeintlich idyllische Familienglück von Edgar Hill ein jähes Ende. Edgar,
35 Jahre alt und in Vollzeitanstellung, lebte ein bisher typisches Leben:
Einfamilienhaus, Frau und zwei Kinder. Edgar fühlte sich in seinem Leben
gefangen.
Nachdem die Familie verschanzt im Keller
ihres Hauses die katastrophalen Einschläge vorerst überlebt hat, werden sie aus
ihrer misslichen Lage nach einiger Zeit befreit. Doch auch nun kann Edgar die familiären
Fesseln nicht abstreifen. Er meldet sich freiwillig zu Erkundungsmissionen.
Während einer seiner Einsätze wird der
Rest seiner Familie von Hubschraubern gerettet und ins 500 Meilen entfernte
Cornwall gebracht. Hier werden in wenigen Tagen Schiffe die Überlebenden in
sichere Gebiete bringen. Edgar steht vor einer Entscheidung. Schlägt er sich
allein durch die postapokalyptische Welt oder sucht er seine Familie. Er
entscheidet sich für die Familie. Edgar begibt sich nun auf einen zerstörten
und gefährlichen Weg, der ihm am Ende das Leben kosten könnte. 
Vor kurzem habe ich von „Am Ende aller Zeiten“
gehört. Der Klappentext und die zu erwartende Story sprachen mich gleichermaßen
an. Es klang nach einer Geschichte, die ich mir nicht entgehen lassen durfte.
Kaum war das Buch nun bei mir angekommen, begann ich auch schon mit dem Lesen.
Adrian J Walker warf mich sodann auch
gleich an die Seite seines Protagonisten Edgar, der sich in seinem
vermeintlichen Familienidyll gefangen sah. Eigentlich hatte er alles, was man
sich wünschen kann. Eine Frau, zwei gesunde Kinder, ein Einfamilienhaus und
einen Vollzeitjob. Und doch versucht er immer wieder, dieser Situation zu
entfliehen. Ed verkörpert mit seinen 35 Jahren einen typischen
Familiencharakter, wie wir ihn immer wieder genauso in der Realität finden. Unbewusst
versucht Ed, der Situation wieder und wieder zu entfliehen, er trifft sich mit
Freunden in Pubs und verliert sich im Alkohol.
Die Asteroideneinschläge verändern die
Situation abrupt. Den gewohnten Alltag gibt es nun nicht mehr. Das nackte
Überleben hat Priorität. Niemand hat die Bevölkerung gewarnt. Nichts hat auf
eine Katastrophe hingedeutet. Bis zur letzten Minute hat man auf einen
Berechnungsfehler gehofft. Doch umso brachialer bricht das Inferno über alle
herein. Jeder versucht, sich selbst zu retten. Menschliche Urinstinkte gewinnen
die Oberhand.
Adrian J Walker konstruiert in „Am Ende
aller Zeiten“ eine durchaus denkbare Entwicklung. Seine Geschichte erlebte ich
aus der Ich-Perspektive von Ed in Vergangenheitsform. Die Handlungen wurden
bildhaft beschrieben, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Der Schreibstil
des Autors ist sehr flüssig gehalten, manchmal erlebte ich dennoch zumindest
Ansätze für kleine Verstrickungen. Hierdurch hatte ich dann auch das Empfinden,
dass die Geschichte stellenweise ein klein wenig verharrte und damit nicht
vorankommt. Doch dies wurde meist durch anschließende gut durchdachte
Entwicklungen nahezu wettgemacht.
Auch die Charaktere weisen jeweils
Eigenschaften auf, die eine Zuordnung und Unterscheidung der einzelnen Personen
leicht machte. Ihre Handlungen waren meist nachvollziehbar und zeigten ein
großes Repertoire an menschlicher Denkweise und Absichten. Der in der
Geschichte enthaltene teils zynisch wirkende trockene Humor verlieh dem Plot
eine umso authentischere Wirkung, ich erlebte die Geschichte sehr intensiv.
Sozialkritische Elemente wurden ebenfalls mit entsprechendem
Fingerspitzengefühl eingeflochten.
Der Protagonist Ed erlebt in „Am Ende
aller Zeiten“ eine spürbare Entwicklung. Gerade auch dadurch, dass Ed kein
typischer Heldencharakter ist und seine Gedanken über seine Situation
erbarmungslos offen schildert, verleiht seiner Person wiederum einen gewissen
Charme. Ed nimmt seine Aufgabe an, ist aber auch immer wieder am Zweifeln, ob
er den gewählten Weg überhaupt bestehen kann. Dazu kommen immer wieder Bedenken
an seiner Rolle als Ehemann und Vater überhaupt. Aber um bestehen zu können,
muss er seine gedanklichen Monster besiegen, sich ihnen stellen.
Der Autor hat es trotz kleiner
anbahnender Längen nicht versäumt, in seine Handlung entsprechende
Spannungsstufen einzubauen. Ich erlebte Konflikte, sah wie Freundschaften
entstanden und ich war Zeuge von Entwicklungen, die sich auf das Wesentliche
besannen. Denn erst, wenn man etwas nicht mehr hat merkt man, was einem
wirklich fehlt. Insgesamt empfand ich den Plot als eine durchaus abgerundete
Sache.
Adrian J Walker hat für seine Geschichte
ein Ende gewählt, mit dem nicht unbedingt zu rechnen ist, dennoch einen
Abschluss bietet, der mich zufrieden zurücklässt. Ich habe meine Zeit im
postapokalyptischen Schottland genossen – wenn man das denn bei der
Weltuntergangshandlung sagen darf – und freue mich nun auf weitere Werke des
Autors.
Am Ende aller Zeiten“ skizziert eine
apokalyptische Entwicklung, die durchaus denkbar ist und mich an die Seiten
fesseln konnte. Meine Lesestunden belohne ich deshalb mit eindeutigen 4
Büchern
.
Für alle, die real dargestellte
Charaktere mögen, sich mit diesen in Gefahren stürzen können und dabei
Hindernisse als Herausforderung sehen.

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