♂ Elanus (Ursula Poznanski) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen: 
 

„Du denkst, keiner weiß, was du tust,
aber da irrst du dich.
Es kann dich kein Vorhang schützen,
und sei er noch so rot.
Ich kenne dein Geheimnis. Vielleicht
hast du Glück und ich bewahre es.“
(S.91)
Der hochbegabte Jona erhält ein
Stipendium für eine renommierte Elite-Universität. Seine Eltern bestehen
darauf, dass er bei Gasteltern untergebracht wird. Natürlich hat Jona Elanus,
seine selbstgebaute Drohne, mit im Gepäck.
Schon am ersten Tag an der Uni legt er
einen Auftritt hin, der ihm keine Freunde beschert. Nur die gutaussehende Linda
ist ihm gegenüber unvoreingenommen. Jona malt sich aus wie es wäre, Linda zur
Freundin zu haben. Er will Linda erobern, koste es, was es wolle.
Mit Hilfe von Elanus beginnt Jona, Linda
und andere Studenten auszuspionieren. Er stößt auf Dinge, die besser im
Verborgenen geblieben wären. Nach einer Rückweisung fasst er einen Plan. Doch
nichts läuft so, wie es sich Jona gedacht hat. Plötzlich gerät er in das Visier
von gefährlichen Leuten. Die Situation spitzt sich immer mehr zu. Jona befindet
sich in Lebensgefahr!
Ursula Poznanski gehört eindeutig zu den
Autorinnen, deren Geschichten ich früher oder später immer lesen muss. Bei der
Leipziger Buchmesse wurde ich im Rahmen einer Lesung auf ihr neues Werk
„Elanus“ aufmerksam. Irgendwie hat das Buch nun durch einen glücklichen Zufall
früher als geplant zu mir gefunden, so dass ich mich gleich auf die Geschichte
stürzen konnte.
Gleich zu Beginn traf ich auf den siebzehnjährigen
Jona, der ein Vollstipendium an einer gehobenen Universität erhalten hat und
sich nun auf dem Weg zu seinen Gasteltern befand. Eigentlich hatte Jona
überhaupt keine Lust auf seine Gasteltern. Viel lieber hätte er im
Studentenwohnheim gewohnt. Doch seine nahezu nicht vorhandene soziale
Komponente war der Ausschlag für seine Eltern, dem einen Riegel vorzuschieben.
Jona hat ein Geheimnis, und dieses hat
er natürlich dabei. Elanus ist eine vollautomatische Drohne, geradezu dafür
gebaut im Leben anderer Menschen herumzuspionieren. Mit ausgefeilter Technik
ist es Jona nun möglich, Informationen von bestimmten Personen zu erhalten, die
an sich nicht für andere Leute bestimmt sind. Und so erfährt er Dinge, die
gefährlich werden könnten, nicht nur für die Betroffenen selbst. Jona selbst
gerät in einen Strudel von Machenschaften, dem er nicht mehr entrinnen kann und
dabei immer mehr selbst um sein Leben fürchten muss.
Die Geschichte erlebte ich aus der Sicht
von Jona in dritter Person und Vergangenheitsform. Der Stil von Ursula
Poznanski ist gewohnt flüssig und gut zu lesen. Die Autorin versteht es
einfach, ihre Themen in einen spannenden Plot einzubinden und den Leser zu
fesseln. Die Spannung steigt mit fortlaufender Seitenzahl unaufhörlich, keine
Entwicklung überlässt Ursula Poznanski dem Zufall. Ich war an die Seiten
gefesselt, fieberte mit und konnte mich kaum von den Seiten lösen.
Die Charaktere beschreibt die Autorin
vorstellbar, stattet sie mit entsprechenden Eigenschaften aus, die einen
Wiedererkennungswert erzielen. Jona ist ein hochbegabter aber egozentrischer
Teenager, der zumindest anfangs wenige Sympathiepunkte bei mir erzielen konnte.
Dennoch konnte ich mich zusehends auf seine Art und Weise einstellen, spürte
die Entwicklung, die er durchmacht. Wünschte ich mir bei dem einen oder anderen
Charakter mitunter doch mehr Einblicke hinter die Kulissen der Vergangenheit
und der Vorgeschichte, hatte dies auf den Genuss der Geschichte und der
spannenden Atmosphäre nur geringe Auswirkungen.
Ursula Poznanski präsentiert mit
„Elanus“ wieder eine Geschichte zu einem Thema, dessen Gefahr letztendlich
aktuell an jeder Ecke lauern kann. Drohnen gehören mittlerweile zum Alltag.
Jeder, der eine Drohne besitzt, ist rein theoretisch in der Lage, Freunde und
Bekannte, Nachbarn oder völlig fremde Leute auszuspionieren. Natürlich liegt
hier dann wieder der Reiz im Verbotenen. Nur ausschließen lässt sich dieses
Szenario bei fortschreitendem Stand der Technik leider nicht. Genau dies wurde
von der Autorin in ihrer Geschichte gut herausgearbeitet.
Die zum Ende hin kaum auszuhaltende
Spannung steigert sich zu einem dramatischen Showdown, der nochmal alles
verfügbare Adrenalin in mir aktivierte, die Geschichte dann aber zu einem mehr
als akzeptablen Ausklang führt. Wiederum ist es Ursula Poznanski gelungen, mir
spannende und genussvolle Lesestunden zu bereiten.
Elanus“ greift ein aktuelles Thema auf
und führt die damit verbundenen Gefahren anschaulich vor Augen, ohne dabei
belehrend zu wirken oder auf spannende Handlungen zu verzichten. Meine
spannenden Lesestunden mit Jona und Elanus sind mir auf jeden Fall sehr gute 4
Bücher
wert.
Für alle, die dem Hauch des Verbotenen
nicht entfliehen können, dabei reale Gefahren akzeptieren und sich durch nichts
verunsichern lassen.

Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

2 KOMMENTARE

    • Liebe Lara,

      dankeschön für das tolle Feedback. Steffi und ich führen den Blog gemeinsam. Allein dadurch gibt es schon etwas Abwechslung…Schön, dass du uns gefunden hast 🙂

      Liebe Grüße

      Kay

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here