♂ Storm (Virginia Bergin) [Rezension]

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„Ich schaue zum Himmel hoch. Überall
schimmert ein bisschen ausgefranstes Blau zwischen den Wolken, die sich noch
entscheiden müssen, ob sie zu Mördern werden.“
(S.154)
Seit Wochen haust Ruby allein in ihrem
Elternhaus. Ihr Tagesablauf verselbständigt sich zusehends, doch sie kann sich
versorgen. Und während draußen die Apokalypse immer weiter voranschreitet, hält
der Wahnsinn bei Ruby jeden Tag ein bisschen mehr Einzug. 
Auf „Storm – Die Auserwählte“ war ich wirklich sehr
neugierig, da mir der erste Teil „Rain – Das tödliche Element“ mit seinen authentisch wirkenden
Entwicklungen und einem denkbaren Szenario richtig gut gefallen hatte. Kaum war
„Storm“ also bei mir angekommen, konnte ich es nicht lange im Regal stehen
lassen und nahm das Buch schnell zur Hand. Gespannt begann ich zu lesen.
Ich kann behaupten, dass ich mich
schnell wieder in der von Virginia Bergin erdachten Szenerie zurechtfand. Ich
traf gleich auf Ruby, die mir immer wieder mit kurz eingebauten Rückblenden
Abschnitte aus den vorherigen Handlungen nahebrachte.
Schon nach den ersten Seiten war für
mich absolut fühlbar, dass die apokalyptischen Entwicklungen natürlich nicht
spurlos an Ruby vorbeigegangen sind. Der einziehende Wahnsinn griff auf Ruby
über, sie lebte nur noch planlos in den Tag hinein. Ein Ereignis ändert ihre
Abläufe, plötzlich ist sie zum Handeln gezwungen. Und nun überschlagen sich die
Ereignisse.
Ruby erfährt Wahrheiten aus der Welt im
Davor, die für sie sehr schmerzhaft sind, ihre Selbstzweifel noch verstärken. Tief
in ihrem Inneren zehrt der Wahnsinn weiter an ihr, lähmt sie teilweise. Sie
bezeichnet sich als Freak, verhält sich auch wie ein Freak. Und doch steckt
etwas in ihr, womit niemand gerechnet hat. Aber genau das steigert ihre zerstörerische
Selbstwahrnehmung nochmals.
Virginia Bergin präsentiert ihre
Geschichte in der Ich-Perspektive ihrer Protagonistin Ruby. Mit den Zeitformen
spielt die Autorin ein wenig und nutzt für die erzählten Handlungen sowohl
Vergangenheit als auch Gegenwart. Den Stil der Autorin empfand ich in diesem
Teil nicht mehr als durchgehend flüssig lesbar, mehrfach geriet ich bei
geschilderten Handlungen tatsächlich ins Stocken. Einen großen Anteil haben
daran sicherlich auch die psychisch angehauchten gegen sich selbst gerichteten
sarkastischen Anflüge von Ruby, die oftmals eingehend beschrieben wurden und
mich dazu verleiteten, Stellen teilweise lediglich zu überfliegen. Das
Gesamtkonstrukt wirkte auf mich insgesamt wie ein „Tagebuch der Apokalypse“, in
dem die innersten Regungen einer Betroffenen geschildert werden, das in der Form allerdings nicht unbedingt anziehend auf mich wirkte. Verstärkt wird
diese Wahrnehmung dann auch durch die häufige direkte Ansprache an den Leser.
Die Entwicklungen des Plots und auch die
Handlungen der Charaktere wirkten auf mich ebenfalls nicht immer schlüssig.
Einfließende Längen schmälerten dazu zunehmend meinen Lesegenuss. Erwartet habe
ich in „Storm – Die Auserwählte“ u. a. auch dem Titel entsprechend ein Feuerwerk an Spannung. Meine
Erwartungen wurden letztendlich nur zu einem Teil erfüllt.
Zum Ende hin baut Virginia Bergin
nochmals Spannung auf, bevor sie ihre Geschichte folgerichtig enden lässt,
allerdings auch hier den Eindruck hinterlässt, sich nicht davon trennen zu
können. Meine Neugier wurde von „Storm – Die Auserwählte“ nun gestillt, das Buch findet jetzt den
Weg zu „Rain“ in mein Regal.
Storm – Die Auserwählte“ setzt die Idee einer apokalyptischen
Entwicklung fort, legt das Hauptaugenmerk auf die inneren Regungen und
Gedanken der Protagonistin, wobei der spannende Handlungsansatz ein wenig in
den Hintergrund gerät. Meine Lesestunden in der von Virginia Bergin
entwickelten Welt sind mir knappe 3 Bücher wert.
Für alle, die sich von lauernden
Gefahren nicht aufhalten lassen, dabei inneren Schmerz im Zaum halten und in
allen Situationen Einschüchterungen standhalten.
1. Rain – Das tödliche Element (Rezension)
2. Storm – Die Auserwählte

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