♂ Young World – Nach dem Ende (Chris Weitz) [Rezension]

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„Ich lasse den Blick über das mit Schutt
übersäte Straßenpflaster und die beschädigten Fassaden ringsum schweifen. Ich
spüre, wie die Vergangenheit im Boden und in den Gebäuden summt und vibriert,
lauter als alle Hoffnung.“
(S.196)
Nach der vermeintlichen Rettung finden
sich Donna, Jefferson und die anderen in Einzelzellen wieder. Sie wissen nicht,
wie ihnen geschieht. Doch es scheint sich lediglich um eine Vorsichtmaßnahme
vor der Krankheit zu handeln. Niemand will ein Risiko eingehen.
Nach endlos scheinender Zeit erlaubt man
ihnen mehr Freiheiten. Doch was hat es mit den geheimen Nachrichten an Donna
und Jefferson auf sich? Wem können die Jugendlichen wirklich vertrauen?

Die Ereignisse
überschlagen sich plötzlich. Donna und Jefferson werden getrennt. Während Donna
sich in Sicherheit befindet, muss Jefferson in New York um sein Leben kämpfen.

Obwohl der erste Teil der Reihe nun doch
schon etwas zurücklag, kam ich erstaunlich gut in die Fortsetzung hinein. Die
Charaktere waren schnell wieder präsent, die bisherige Handlung war mir nach
einigen Seiten wieder bekannt.
„Young World – Nach dem Ende“ begann für
mich allerdings ein wenig schleppend. Nun wusste ich, was mit den Jugendlichen
passiert war, aber es war irgendwie keine Entwicklung der Geschichte spürbar.
Dennoch wollte ich natürlich wissen, was weiterhin geschehen wird.
Lange ließ mich Chris Weitz im
Ungewissen, ob es wirklich gut für mich war, zu seinem Folgeband zu greifen.
Immer wieder erlebte ich drehbuchartige Einschnitte, die mich tatsächlich empfindlich
im Lesefluss gehemmt haben. Dazu kam ein gewollt wirkender jugendlicher
Sprachstil, der auf mich etwas gekünstelt wirkte. Gesellschaftskritisch
angehauchte Äußerungen mit ansatzweise philosophischen Anflügen musste ich
ebenfalls verdauen. Und doch blieb ich an der Geschichte dran. Hier musste sich
doch noch etwas tun!
Chris Weitz verwendet für die Erzählung
seiner Geschichte wiederum die Gegenwartsform, vorzugsweise aus der Sicht von
Donna und Jefferson. Andere Perspektiven, mit ihren jeweiligen individuellen
Eigenschaften, kommen ebenfalls zu Einsatz. Grundsätzlich fühlte ich mich als
Leser damit rundum informiert.
Irgendwann kam dann der Punkt in der
Geschichte, an dem es für mich kein Halten mehr gab. Wenn man bis dahin
durchhält, wirkt die Handlung plötzlich richtig abgerundet und man haftet an
den Seiten. Nun erlebte ich Handlungen und Strategien, die es mir nicht
erlaubten, der Geschichte den Rücken zu kehren.
Die Charaktere selbst entwickeln sich
nach anfänglicher Stagnation in dieser Fortsetzung eindeutig weiter. Jefferson
gewinnt an Stärke, muss jedoch auch so manche Niederlage einstecken. Donna lebt
nun zwar, zumindest vorerst, in Sicherheit und doch wird sie zur Marionette der
Mächtigen ohne es zu merken. Verzweiflung verbreitet sich, doch es gibt
Hoffnung.

Nachdem ich die ersten kleinen
Tiefpunkte beim Lesen überschritten hatte, entwickelte sich der Plot zusehends
und ich war wirklich gefesselt. Zum Ende hin ließ es sich der Autor dann auch
nicht nehmen, eine Neugier machende Entwicklung einzubauen, der ich nun
wirklich gespannt entgegen sehe.

Young World – Nach dem Ende“ steht
seinem Vorgänger in Sachen Gewalt und Brutalität in keinster Weise nach, verschaffte
mir mit den enthaltenen Handlungen und Entwicklungen ein Lesevergnügen, dass
ich mit wirklich guten 3 Büchern belohnen kann.
Für alle, die an das Gute glauben, dabei
Schicksalsschläge wegstecken können und immer den Blick nach vorn richten.
1. Young World – Die Clans von New York (Rezension)
2. Young World – Nach dem Ende
3. Young World –The Revival (OT)

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