♂ Die Geheimnisse der Âlaburg (Greg Walters) [Rezension]

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„Âlaburg, komm, höre mich an,
diese Entscheidung nur du treffen
kannst.
Ein neuer Student kommt her zu dir,
zu lernen, zu dienen, ganz wie wir.
Drum binde ihn jetzt an seine
Bruderschaft,
auf dass er dieser Ehre macht.
…“
(S.91, 20%)
Tief im Wald liegt die Hütte von Gerald
und seinem Lehrling Leik. Leik soll auf dem Markt Felle verkaufen. Der Heimweg
wird weit sein und außerdem zieht ein Sturm auf. Ein Fremder zahlt ein
besonders wertvolles Fell an, doch dann erscheint er nicht zur vereinbarten
Zeit. Das schlechte Gewissen lässt Leik auf den Fremden warten, denn er will
ihn nicht betrügen und mit dem angezahlten Geld verschwinden.
Der Sturm gewinnt an Kraft, Leik
hinterlegt das Fell in einem Gasthof, um den Heimweg anzutreten. Der Weg nach
Hause birgt Gefahren. Sogar größere Gefahren, als Leik gedacht hat. Denn
plötzlich ist sein Leben bedroht.
Sie sind zurück. Leik weiß nicht, wie
ihm geschieht. Er wird angegriffen. Doch Gerald schätzt die Gefahr richtig ein.
Es gibt nur noch eine Möglichkeit zu entkommen. Die Flucht. Und plötzlich
findet sich Leik in einer Welt wieder, wie er sie sich einerseits erträumt,
andererseits aber auch gefürchtet hat. Nun gilt es zu bestehen!
Mehr oder weniger zufällig bin ich auf
„Die Geheimnisse der Âlaburg“ gestoßen. Meine Neugier war geweckt, der
Klappentext sprach für sich, nun wollte ich erfahren, welche Geschichte mich
hier erwarten würde.
So wurde ich gleich zu Beginn mit dem
jungen Leik bekannt, der im Auftrag seines Meisters Gerald Felle auf dem Markt verkauft.
Gerald ist ein Jäger. Er hat Leik als Baby aufgenommen und erzogen, da seine
Eltern nicht bekannt sind. Nachdem Leik nun das richtige Alter erreicht hat,
darf er im Auftrag seines Meisters allein zum Markt, um erbeutete Felle zu verkaufen.
Doch sein Alter bringt auch Tücken mit sich, denn er hat einen Blick auf die
junge Drena geworfen, die am Stand ihres Onkels Nüsse verkauft. Doch Drena ist
nicht am vereinbarten Treffpunkt. Die Hoffnung in Leik bleibt, doch er muss den
Heimweg antreten.
Die Begegnung mit etwas Unbekanntem,
Unheimlichen und Bedrohlichen ändert das Leben von Gerald und Leik schlagartig.
Sie müssen handeln um zu überleben, sich von Dingen trennen, die sie
liebgewonnen haben. Einzig und allein ihre Sicherheit hat oberste Priorität.
Und nun beginnt die Handlung eigentlich
erst richtig. Leik wird fortlaufend mit Dingen konfrontiert, die er sich nie zu
erträumen wagte. Plötzlich ist er Bestandteil von etwas Unbegreiflichen, und
darüber hinaus ausgestattet mit einzigartigen Fähigkeiten. Diese zu
kontrollieren, fällt ihm schwer. Dass es ihm gelingen muss, ist ihm schnell
klar. Der Rausch jedoch beherrscht seine Sinne.
Greg Walters konnte mich vorerst direkt
von Beginn seiner Geschichte an wirklich abholen. Ich tauchte ein in eine Welt,
die teils hart, dennoch faszinierend auf mich wirkte. Der Autor wählte zur
Präsentation seiner Geschichte die Vergangenheitsform in dritter Person und
beschrieb diese aus verschiedenen Sichten. Obwohl ich wirklich an die
Geschichte gebunden wurde, fehlten mir anfangs doch ein bisschen die tonalen
Interaktionen, sprich Dialoge, zwischen den Charakteren, die aus meiner Sicht
zumindest bis dahin etwas kurz kamen. Denn genau diese führen dazu, dass
Handlungen erleb- und fühlbarer werden. Dem entgegen wiederum empfand ich so
manche Beschreibung etwas überdetailliert und hätte mir mehr Fokus auf den
Fortgang der Geschichte gewünscht. Dazu kommt, dass der Aufbau mit vielen
eingebauten Absätzen doch eher ungewöhnlich wirkte und beim Lesen dann
zeitweise so manchen kleinen Stopp mit sich brachte. Doch der Weltentwurf des
Autors insgesamt hatte mich definitiv gefangen, ich wollte immer wissen, welche
Richtung die Handlung nehmen würde.
Die Charaktere fand ich übergreifend gut
getroffen und gewählt. Sie waren sehr vorstellbar dargestellt und zeichneten
sich durch ihre Individualität aus. Immer hatte ich ein Bild der handelnden
Person vor Augen, hegte Sympathien und Antipathien. Von dem einen oder anderen
wurde ich sogar überrascht. Die Charaktervielfalt ist dem Autor aus meiner
Sicht damit absolut gelungen.
Die eingebaute Lovestory fühlte sich für
mich allerdings etwas künstlich und nicht unbedingt greifbar an. Ich will
darauf gar nicht näher eingehen, aber Menschen, die bisher lediglich wenige
Worte miteinander gewechselt haben, können keine so tiefgehenden Gefühle
füreinander hegen, wie ich sie hier gelesen habe. Doch für das Storyboard waren
auch diese natürlich genau richtig eingebaut, um eine weitere Entwicklung der
Handlung zu garantieren.
Die Ideen, die Greg Walters hier
eingesetzt hat, sind im High-Fantasy-Thema sicherlich nicht ganz neu und
zeichnen Parallelen zu uns allen bekannten Geschichten, dennoch war die
Umsetzung für mich erfrischend mit erweiternden Gedanken verbunden, die der
Geschichte wieder ihren eigenen Stempel verpassen.

Insgesamt konnte mir
Greg Walters einen überaus gelungenen Lesegenuss bescheren. Ich bin froh, auf
die Geschichte aufmerksam geworden zu sein. Mit einem gelungenen Ausklang des
Buches ist es dem Autor außerdem gut gelungen, mich auf die Fortsetzung
neugierig zu machen, die ich mir auf jeden Fall gönnen werde.

Die Geheimnisse der Âlaburg“ garantiert
spannende und abwechslungsreiche Lesestunden mit High-Fantasy-Helden, die es
erst noch werden müssen, sich aber auf dem richtigen Weg befinden, Großes zu
vollbringen. Meine Lesestunden in Leiks Welt sind mir auf alle Fälle gute 4
Bücher
wert.
Für alle, die unerschrocken ihren Weg
gehen, dabei Entbehrungen ertragen können und immer an ihre Chance glauben ohne
aufzugeben.
1. Die Geheimnisse der Âlaburg
2. Die Legenden der Âlaburg
3. Noch nicht bekannt
4. Noch nicht bekannt

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2 KOMMENTARE

  1. Hallo Kay,

    danke für die tolle Rezi. Ich bin schon oft über das Buch gestolpert und konnte mich nie dazu aufraffen in die Geschichte einzutauchen, das liegt bei mir aber auch daran dass mich das Cover null anspricht.:-(

    Du hast meine Sicht wieder ein stückweit geändert und ich werde es lesen! Nicht heute und nicht morgen, aber ich werde es lesen.

    Sonnige Grüße
    Kerstin

    • Liebe Kerstin,

      ich kann absolut verstehen, dass du vom Genre erstmal etwas abgeschreckt bist. War ich ja auch…Schön auf jeden Fall, dass ich dich, wenn auch nicht gleich, so doch aber "aufraffen" konnte. Vielleicht hast du mit der Geschichte ja auch so viel Spaß wie ich 🙂

      Liebe Grüße

      Kay

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