♀ Pandora – Wovon träumst du? (Eva Siegmund) [Rezension]

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Berlin, ein paar Jahre in der Zukunft:
Sophie und Liz kannten sich bisher nicht und erfahren nun von einem Notar, dass
sie Zwillinge sind und ihrer beider Vater ihre Mutter getötet haben soll.
Als sie sich besser kennenlernen und
mehr über ihre Eltern erfahren wollen, haut es Sophie sprichwörtlich um: Ihr
SmartPort, der werbefinanzierte Chip in ihrem Kopf, spielt verrückt und anstatt
ihr „nur“ Werbeträume zu schicken, träumt Sophie vom Mord ihrer Mutter.

Während sie überzeugt ist, dass es
wirklich ihr leiblicher Vater war – der dazu noch den SmartPort erfunden hatte
– ist ihre Schwester Liz überzeugt, dass das Gegenteil der Fall ist. Die beiden
Mädchen recherchieren und finden immer schockierendere Tatsachen heraus.
Nachdem mich Eva Siegmunds Debüt „Lùm –
Zwei wie Licht und Dunkel“ so überzeugt hatte, musste ich natürlich auch zu
ihrem neuen Werk greifen.
Auch wenn ich normalerweise nichts über
das Cover schreibe, muss ich hier doch anmerken, dass es in diesem Fall eine
völlig andere Handlung/einen ganz anderen Schwerpunkt suggeriert als man
tatsächlich bekommt.
Gleich zu Beginn wird der Leser mit
einem Traum konfrontiert. Diese Träume – teils erschreckend schräg durch die
Werbeeinflüsse“ – ziehen sich durch das gesamte Buch.
Danach lernt der Leser die
Protagonistinnen Sophie und Liz kennen, die abwechselnd in Ich-Perspektive
erzählen. Abgesehen von den Erwähnungen aus ihrem Leben unterscheiden sich die
Perspektiven kaum und würde nicht am Anfang des Kapitels der Name des
Erzählenden stehen, wären die Erzählstimmen kaum zu unterscheiden – was mich in
diesem Fall aber wenig störte, da es die Gleichheit der Zwillinge aufzeigt,
obwohl sie doch so verschieden aufgewachsen sind. Später kommt noch eine
weitere Perspektive hinzu, über die ich aber nicht weiter erzählen möchte.
Eva Siegmund führt den Leser in die
Geschichte und in die völlig unterschiedlichen Leben der Zwillinge bei ihren
Adoptiveltern ein. Es dauert eine Weile, bis klar wird, dass mit dem Tod der
Mutter etwas nicht stimmt und bis die Gefahr präsenter wird. Beinahe
schleichend zeigt die Autorin nebenbei auf, was durch diese extreme
Werbung/Beeinflussung geschehen kann – so wird der wahre Gegner präsent, noch
ehe er wirklich erwähnt wird. An dieser Stelle muss ich sagen, dass der
Klappentext mir leider zu viel vorgreift: Er geht deutlich über das erste
Drittel des Buches hinaus und daher passiert auf den fast 500 Seiten weit
weniger, als ich aufgrund des Klappentextes erwartet habe.
Das Szenario konnte mich jedoch absolut
begeistern: Eva Siegmund hat eine interessante Zukunftsvision verdeutlicht, in
der Chips implantiert und teils durch „Sleepvertisements“ finanziert werden.
Was aus solcher Beeinflussung und dem direkten „Zugriff“ auf die Träume der
Menschen werden kann, wird auf erschreckende Weise klargestellt.
Der Schreibstil der Autorin und die
leichte Erzählweise hat mich bereits bei „Lùm“ begeistern können. Trotz ein
paar weniger rasanten Passagen insbesondere zu Beginn wurde ich definitiv
mitgerissen und musste wissen, wie es mit den Zwillingen weitergeht.
Die Charaktere sind Eva Siegmund gut
gelungen. Die zarte Lovestory wirkt nicht fehl am Platz oder dominant, sondern
schmiegt sich wunderbar in die spannende Geschichte an.

Die Lage für unsere Helden spitzt sich
immer weiter zu, ein Hoffnungsfunke nach dem anderen wird eiskalt gelöscht, ehe
die Autorin den Antagonisten die Hintergründe zu ihrem Szenario aufklären lässt
und ich vollends vom Showdown mitgerissen wurde.
„Pandora – Wovon träumst du?“ ist etwas
anders, als ich nach dem Lesen des Klappentextes erwartet habe. Dennoch konnte
mich Eva Siegmunds Zukunftsszenario durchaus begeistern. Sehr gute 4 Bücher für
die Zukunft mit den Smartports und Sleepvertisements.
Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

11 KOMMENTARE

  1. Hey!
    Eine schöne Rezension, die Lust auf das Buch macht. Ich muss allerdings auch sagen, dass das Cover völlig irreführend ist. Als ich es sah dachte ich an etwas in der Richtung wie "Selection" oder so. Als ich dann den Klappentext las, da wurde es schon klarer und nach deiner Rezi merkt man, dass Cover und Buch nicht dieselbe Geschichte erzählen.
    DANKE
    LG
    Yvonne

    • Genau deshalb wollte ich es erwähnen. Nicht dass jemand enttäuscht ist, nur weil er erwartet, dass es in eine "freundlichere" Traumrichtung geht.
      Weil der Inhalt ist ja gut 🙂

      Ganz liebe Grüße und einen schönen Sonntag!

      Steffi

  2. Halli hallo

    Nun wäre ja interessant zu erfahren wieso dieses Cover gewählt wurde….;)

    Ich werde dann den Klappentext gar nicht lesen 😉
    Freue mich schon sehr auf das Buch, bei Geschichten mit Zwillingen kann ich einfach selten neine sagen und " Lum" habe ich auch in sehr guter Erinnerung.
    Und hey ein Einzelband!!!

    Liebste Grüsse
    Bea

    • Das ist ein sehr guter Plan. Ich wünsche dir ganz viel Spaß, sobald es soweit ist.
      Zum Cover kann ich mir nur denken, dass es zur Marketingstrategie gehört. Es ist ein trendiges Cover und zieht Aufmerksamkeit auf sich.

      Ich weiß nicht, ob du Alanas neues Cover gesehen hast oder die Diskussion auf FB – es sieht aus wie ein weiterer Teil von "After" – aber genau deshalb wird es sich verkaufen…
      Solche Entscheidungen fürs Äußere der Bücher sind genauestens geplant.

      Ganz liebe Grüße

      Steffi

  3. Hey Steffi,

    ich mag das Cover unheimlich gerne und die Story an sich klingt auch spannend. Ich denke, dass ich es mal auf die Wunschliste setzen werde aber ob es mal einzieht. Wir werden schauen…..aber es macht schon sehr neugierig. *g*

    Liebe Grüße,
    Ruby

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