♂ Sag nie ihren Namen (James Dawson) [Rezension]

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„Jetzt konnte sie das Gesicht des
Mädchens schon ein bisschen deutlicher sehen. Irgendetwas stimmte da nicht.
Auch mit der Körperhaltung nicht. War sie verletzt? Vielleicht brauchte sie
Hilfe.“
(S.74)
Alles begann als Spiel, als Mutprobe.
Viele Geschichten existierten rund um Bloody Mary. Wer bei einem bestimmten
Ritual fünfmal ihren Namen sagt, dem erscheint sie. Und wird von ihr geholt.

An Halloween stellen
sich Bobbie, Naya und Caine einer Mutprobe. Sie beschwören die legendäre Bloody
Mary. Nicht ahnend, welche Macht sie damit in ihre Welt lassen. Im ersten
Moment passiert nichts. Doch die Ereignisse nehmen ihren Lauf. Und die Zeit
wird knapp. Sie haben fünf Tage, um dem Fluch zu entkommen.

„Sag nie ihren Namen“ ist mir in letzter
Zeit ziemlich oft begegnet. Die Informationen rund um die Story fand ich
zumindest so interessant, um sie im Hinterkopf präsent zu haben. Nachdem sich
eine gute Gelegenheit ergeben hatte, das Buch nun besitzen zu können, musste
ich zuschlagen. Als es nun bei mir im Regal der noch zu lesenden Bücher stand,
hatte es eine unwillkürliche Anziehungskraft, der ich mich nicht lange
entziehen konnte. Es wollte gelesen werden. Und ich folgte diesem Drang!
Und schon fand ich mich mitten in der
Geschichte wieder. Eine verbotene Party. Man stachelt sich gegenseitig auf. Und
der Höhepunkt ist eine Mutprobe. Jeder kennt die Geschichte von Bloody Mary.
Doch der Reiz des Verbotenen ist zu groß. Niemand will Schwächen zeigen. Und so
kommt es, dass sich gerade Bobbie, Naya und Caine zu einem Ritual
zusammenfinden, um Mary zu beschwören. Nachdem zuerst nichts passiert, ist die
Erleichterung groß. Und doch häufen sich die Anzeichen, sind nicht mehr von der
Hand zu weisen. Bis die Gewissheit zu groß wird. Sie haben einen grausamen
Fluch zum Leben erweckt.
Die Sage rund um Bloody Mary ist mit
Sicherheit keinem Leser unbekannt. Vielfältig sind die um diesen Fluch
gewobenen Geschichten. Insofern muss man hier definitiv ein Auge auf die Umsetzung
werfen.
James Dawson hat hier auf jeden Fall ein
glückliches Händchen für seine Geschichte gezeigt. Einen entsprechenden Rahmen
hat er allein schon mit dem Mädchen-Internat Piper´s Hall konstruiert. Die
Geschichte, oder besser die Basis, für die Handlung hier anzusiedeln, spricht
eindeutig für ihn. Denn das Internat liegt nicht mitten im zivilisierten
Geschehen, nein, es umreißt genau die Kulisse, die man für eine gruselige
Geschichte benötigt. Die Bilder dazu sind mir irgendwie immer noch im Kopf.
James Dawson entwickelt in seiner
Geschichte mehr oder weniger Situationen, die ohne viele Worte drum herum prägnant
bleiben, das Kopfkino anspringen und zum Laufen bringen lassen. Der Autor
benötigt hierbei keine umfangreichen Beschreibungen. Nein, er arbeitet mitunter
nur mit Andeutungen und erzielt dadurch einen potentiell höheren Effekt. Was
habe ich die Spiegel in unserem Haus während des Lesens des Buches im Auge
behalten…
James Dawson arbeitet in seiner
Geschichte mit der Erzählung aus dritter Person in Vergangenheitsform,
vornehmlich aus Bobbies Perspektive. Geschickt führt er in seine Geschichte
ein, setzt entsprechende Kernpunkte, um die Neugier und Spannung stetig zu steigern.
Und doch hatte ich zeitweilig das Gefühl, dass die Geschichte nach dem ersten
Spannungsanstieg ein wenig verflachte. Nicht, dass ich mich zu wenig
unterhalten fühlte. Das war es definitiv nicht. Punktuell hatte ich den
Eindruck, etwas zu sehr von der eigentlichen Bedrohung und Gefahr abgelenkt zu
werden. Auch wenn das offensichtlich der Plan war. Daraus resultierte
letztendlich auch, dass die Charaktere in einigen Szenen aus meiner Sicht nicht
ganz folgerichtig reagierten und so die Aufmerksamkeit nicht unbedingt auf den
Fortgang der Geschichte ausgerichtet war.
Natürlich konnte ich die Idee des Autors
trotz kleiner Abstriche genießen. Ich erlebte so einige Gänsehaut-Momente,
konnte der weiteren Entwicklung der Geschichte nicht widerstehen. Auch gab es
so einige Handlungen, die vorab nicht unbedingt denkbar erschienen.

Mit dem Ende der
Geschichte hatte ich insgeheim gerechnet, fühlte mich aber dennoch von der
Umsetzung wirklich überzeugt. Nach einem heftig lodernden Finale findet James
Dawson zu einem Ausklang, der auf der einen Seite beruhigend wirken könnte,
andererseits aber die Phantasie definitiv anstachelt.

Sag nie ihren Namen“ besticht durch
einen beklemmenden Gruselfaktor, der allein durch die beschriebene Umgebung
allumfassend wirkt. Die Charaktere konnten mich zum Großteil überzeugen und
verdienen die eindeutigen 4 Bücher.
Alle, die Gruselmomente lieben, dabei
den tieferen Sinn verstehen wollen und Entwicklungen stetig und furchtlos
hinterfragen, sind hier absolut richtig.

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10 KOMMENTARE

  1. Guten Morgen!

    Also, für mich klingt das einfach nur gut. Grad diesen Bloody-Mary-Mythos finde ich sehr interessant und langsam wird's echt Zeit, dass ich mich an das Buch mache.

    Danke für die Rezi, die schenkt Leselust!

    Liebe Grüße,
    Nicole

    • Liebe Gisela,

      ja, die Geschichte kann man absolut ohne Vorgänger/Vorkenntnisse lesen. Du musst aber definitiv bedenken: Dein Kopfkino wird eindeutig anspringen. Lies es also nicht, wenn du gerade allein bis…;-)

      Liebe Grüße

      Kay

  2. Welch ein Zufall, gerade Dienstag habe ich das Buch beendet und Rezensiert und zwei Tage später endtecke ich deine Rezension und das, obwohld as Buch ja auch nicht das Allerneuste ist =)

    Im Großen und Ganzen kann ich dir zustimmen, auch wenn ich es nur zum Ende hin wirklich gruselig fand und auch da nur einzelne Szenen.
    Unterhalten, war es aber allemal.

    Liebe Grüße Miss Page-Turner

    • Huhu Miss Page-Turner,

      manchmal gibt es wirklich Zufälle…:-) Du bist das Genre vermutlich eher gewohnt als ich. Ein Angsthase bin nun auch nicht, aber so unbewusste Blicke zum Spiegel gabe es schon *lach*…

      Liebe Grüße

      Kay

  3. Hallo,

    oh ja, ich kann da absolut zustimmen! Ich habe das Buch auch vor kurzem erst gelesen und dachte noch während des Lesens: och, so gruselig ist es aber gar nicht. Tja, dann ging ich allein im Dunkeln ins Bad und ich schwöre, da blinzelte jemand aus dem Spiegel! *lach*

    Dieses still, leise Schaudern nach Beenden des Buches war für mich ein richtig guter Effekt.

    LG, Silke

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