☺ Das wilde Mäh und die Irgendwo-Insel (Vanessa Walder) [Rezension]

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Im Wilden Wald hat sich alles beruhigt.
Außer, dass das Gämsenmädchen Grazia Ham nervt. Und das nicht nur, weil sie ein
Weibchen ist, sondern der Meinung ist, dass es Zeit für das nächste Abenteuer
wird, wie es einem Helden wie Ham gebührt. Ein Abenteuer, das ihn „unsterblich“
macht.
Als Wolfsmama Rhea erzählt, warum sie
tief innen drin so traurig ist, reift ein Plan in Ham: Er möchte zur Insel der
Sonne, um Wolfspapa Kip zurückzuholen – für seine Geschwister, für Rhea.

Dass die Reise schneller beginnt als
geplant ist Hams bestem Freund Flöckchen zu verdanken. Denn er findet heraus,
dass seine Reh-Eltern nicht seine Eltern sind, weil er ein Hirsch ist. Seine
Welt bricht zusammen und er flieht. Ham als sein bester Freund muss natürlich hinterher.
Und schon machen sich die Freunde Ham, Flöckchen, Grazia und Tupfer auf in ein
neues Abenteuer – durch den Verfluchten Wald.
Ich liebe diese tiefgründige und doch
humorvolle „Kinder“-Buchreihe von Vanessa Walder und mein Sohn und ich konnten
das dritte Abenteuer kaum abwarten.
Doch vor einem sei gewarnt: Die Thematik
des dritten Bandes ist nicht Zugehörigkeit, Freundschaft, Erwachsenwerden oder
Zäune, die es überall gibt, sondern Abschiede und der Tod, was dieses Buch
teils sehr traurig macht.
Die Rückkehr in den Wilden Wald gelang
uns wunderbar. Ein wenig Zeit ist vergangen, Flöckchen ist noch größer geworden
und eigentlich ist alles gut – findet Ham. Ganz im Gegensatz zu Grazia, die
Abenteuer erleben will, etwas Großes, das Ham „unsterblich“ macht. Wie in all
den Büchern wird das Thema aus der Sicht der Tiere angepackt und stets schwingt
eine leichte Brise Humor durch die Seiten. Denn Ham versteht nicht, was „unsterblich“
sein soll.
Es war wieder einmal beeindruckend, wie
kindgerecht Vanessa Walder die Sache erklärt. So, dass man es verstehen und
mitfühlen kann, dass auch die Kleinen begreifen, dass man dann zwar nicht mehr
hier ist, aber doch noch da – im Herzen der anderen.
Ich fand es ergreifend, wie der Tod so
gut wie nie genannt, aber doch immer deutlicher wird. Wie bereits in den
Vorgängerbänden gibt es für die Tiere des Waldes einen eigenen Ort – die Insel
der Sonne – dessen Bedeutung die Jungtiere aber erst noch herausfinden müssen.
Während dieser Reise und den durchaus
humorvollen sowie bedeutungsschweren Abenteuern zwischendurch (offene Geschichten
ohne Abschluss kann man nicht loslassen) reifen unsere liebsten Tierhelden
heran und begreifen das Erwachsenwerden, das Leben, was ich eine wundervolle
Moral finde.

Auch wenn es kurz vor Ende hin wirklich
traurig wurde, konnte mich der Abschluss dann mit einem weinenden und einem
lachenden Auge zurücklassen. Ich hoffe, dass es noch weitere Abenteuer mit Ham
geben wird und kann die Reihe nur allen ans Herz legen. Auch denen jenseits der
Zielgruppe von 8-10.
Auch der dritte Band des „Wilden Mäh“s
war wieder humorvoll, tiefgründig und herzergreifend. In diesen kleinen Büchern
stecken so viele Wahrheiten, auf so einfache und doch begreifende Weise
eingeflochten, dass man sie einfach nur lieben kann. 5 Bücher reichen
eigentlich gar nicht aus. Wenn ich könnte, würde ich jeden zum Lesen zwingen.

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6 KOMMENTARE

  1. Hey Steffi,

    ohhh das hört sich wirklich nach einem ganz tollen dritten Band an. Ich freue mich schon wahnsinnig darauf endlich wieder mit Ham auf Abenteuer zu gehen. Und ich kann gut verstehen, dass du traurig bist das Band 3 nun vorbei ist.

    Liebe Grüße
    Sandra

  2. Hallo Steffi, der Opa der Kinder meiner besten Freundin liegt im Sterben … die drei sind 7, 9 und 12 … ist dieses Buch geeignet, sie auf das Kommende vorzubereiten? Ich spüre ganz stark, dass die Kinder kein Interesse haben, am Thema vorbeizureden. Wenn die Erwachsenen was von "weggehen" oder "in den Himmel kommen" erzählen, fragt sogar der Kleinste "Stirbt der Opa jetzt?". Wir Erwachsenen sind da sprachloser als die Kleinen. Ich suche seit Wochen nach einem guten Buch zum Thema, aber ich finde nur welche für die ganz Kleinen. Für deinen Rat wäre ich dankbar! Viele Grüße, Gerlinde

    • Liebe Gerlinde,
      ich fürchte, dass hier auch zu viel angedeutet und für deinen Bedarf zu wenig direkt erklärt wird. Auch baut dieser dritte Band ein wenig auf die Geschichte davor auf – aus den Zusammenhang gerissen denke ich nicht, dass es verständlich genug wäre, um auch die Art, in der Ham und die anderen Tiere "denken", wirklich zu verstehen. Sie beschreiben sehr metaphorisch, eben wie sie die Welt, Gefühle und Gedanken "sehen".

      Leider könnte ich auf Anhieb auch kein Buch nennen, das wirklich für Ältere ist und das nicht drumherum redet. 🙁
      Tut mir leid 🙁

      Ganz liebe Grüße

      Steffi

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