♂ Spiegelsplitter (Ava Reed) [Rezension]

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„Spiegel zogen mich schon immer an und
gleichzeitig versuchte ich stets sie zu meiden, dabei wusste ich nicht einmal
warum. Ich sah ja schließlich nichts in ihnen. Es waren doch nur Spiegel.“
(Pos.269, 5%)
„Niemand sagte etwas. Es schien, als
hätten Worte in diesem Moment keinen Platz, nur unsere Gedanken, Erinnerungen
und Gefühle.“
(Pos.1437, 28%)
Ihre Mutter hat Caitlin nie
kennengelernt. Sie ist deshalb nur bei einem Elternteil, ihrem Vater,
aufgewachsen. Doch als dieser bei einem Unfall stirbt, hat Caitlin niemanden
mehr. Bis auf Erin, ihrem Kindermädchen, die sich nun um sie kümmert.
Erin nimmt Caitlin mit nach Irland.
Caitlin lebt sich gut ein und findet einen Nebenjob in der kleinen Buchhandlung
von Aiden. Und hier trifft sie zum ersten Mal auf Finn. Er ist geheimnisvoll,
es scheint eine ungeahnte Verbindung zu ihm zu geben.
Spiegel haben seit jeher eine hohe
Anziehungskraft auf Caitlin. Auch wenn sie nichts in ihnen sehen kann, gibt es
da etwas Geheimnisvolles. Kurz vor ihrem Geburtstag spürt Caitlin Veränderungen.
Und plötzlich befindet sie sich umgeben von gewaltigen Kräften, von denen sie
bisher nicht einmal geahnt hat, dass es sie gibt. Die Gefahr für sie wird
täglich größer.
„Spiegelsplitter“ ist mir im Internet
schon ziemlich oft über den Weg gelaufen. Ich wusste, dass ich das Buch
irgendwann lesen würde. Es klang einfach zu gut, als dass ich diese Geschichte
liegen lassen würde. Nun war der Zeitpunkt gekommen, ich hatte richtig Lust auf
das Buch. Zum Glück war es lesebereit vor Ort, so dass ich mich gleich in die
Seiten stürzen konnte.
So fand ich mich vorerst in einer
ziemlich traurigen Situation wieder. Ich lernte Caitlin kennen, die einerseits
ihre Mutter noch nie gesehen hatte, andererseits gerade ihren Vater, bei dem
sie aufgewachsen war, durch einen Unfall verloren hatte. Ich drückte Caitlin
alle Daumen, die ich zur Verfügung hatte, um mit dieser Situation umzugehen. Und
sie hat mich nicht enttäuscht. Sie scheint sich zu fangen, nimmt das Leben an
und geht ihren Weg.
Von Beginn an spürte ich dieses
mystische Prickeln beim Lesen, immer war ich neugierig, welchen Weg die nächste
Handlung einschlagen wird. Ava Reed machte es mir einfach, dass ich mich in
ihrer Geschichte zurechtfand, dass ich wissen wollte, was als Nächstes
geschieht.
Schon das erste Zusammentreffen von
Caitlin und Finn glich einer innerlichen Detonation. Beide konnten fühlen, ohne
sich zu kennen, dass es etwas gab, das sie verband. Ein kleines Störfeuer, das
die Autorin geschickt eingebaut hatte, ließ mich zuerst etwas unsicher werden,
doch es wurde phänomenal gelöst und raffiniert in die Geschichte eingebaut.
Ava Reed lässt Caitlin die Geschichte in
Ich-Perspektive in Vergangenheitsform erzählen. Zur Abrundung der Erzählwinkel
fügt die Autorin die Perspektive aus Finns Sicht in gleicher Zeitform hinzu.
Die Perspektivenwechsel empfand ich grundsätzlich als gelungenen Schachzug, die
Kehrseite der Medaille waren für mich allerdings damit einhergehende
Wiederholungen einer bereits erlebten Handlung. Zwar kannte ich nun die
jeweiligen Gedankengänge aus Gesamtperspektive, war manchmal dennoch versucht,
die Seiten aufgrund der parallelen Geschehnisse zu überfliegen. Diesen Drang
konnte ich aber zur Seite schieben, denn an Spannung fehlte es der Geschichte
nicht, eher im Gegenteil, der Zwang zu wissen, wie es weitergeht, manifestierte
sich als feste Größe in meinem Kopf.
Die Protagonistin Caitlin mochte ich von
Beginn an. Lernte ich sie vorerst als eigentlich bemitleidenswertes Mädchen
kennen, gewinnt sie im weiteren Verlauf an Stärke, Grenzen kennt sie kaum und
doch werden sie ihr gesetzt. Oftmals wird sie mit offensichtlichen Wahrheiten
konfrontiert, die ihr aufgrund der vorangegangenen Geschehnisse eigentlich
schon klar sein müssten. Diese kleinen Irritationen konnte ich geflissentlich
übersehen, denn der Lesesog überwog eindeutig.
Zum Ende hin setzt Ava Reed den
Spannungslevel nochmals extrem hoch. Die Autorin scheut nicht davor zurück,
ihre Charaktere leiden zu lassen, sie holt hier mehr oder weniger zu einem
Rundumschlag aus. Dachte ich, alle Probleme wären trotz der Verluste
überstanden, sah ich mich nun getäuscht. Denn die Autorin hat ein Ende gewählt,
das mich nun mehr als neugierig auf die Fortsetzung warten lässt.
Spiegelsplitter“ konnte mich mit einer
gut durchdachten Fantasy-Idee begeistern, Setting und Umsetzung waren
mitreißend. Dieser erste Band birgt extrem viel Potential und lässt mich nun
sehnsüchtig auf die Fortsetzung warten. Meine fantastischen Lesestunden belohne
ich mit sehr guten 4 Büchern.
Für alle, die sich von übernatürlichen
Phänomenen nicht schockieren lassen, ihren schicksalhaft vorausbestimmten Weg
akzeptieren und unüberwindbare Hürden als Herausforderung sehen.
1. Spiegelsplitter
2. Spiegelstaub

(voraussichtlicher Erscheinungstermin: April 2016)

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13 KOMMENTARE

  1. Halli hallo

    Da ich sowieso eh schon kein sehr grosser Fan von Perspektivenwechsel bin und es hier eben zusätzlich noch zu vielen Wiederholungen kommen soll habe ich bis jetzt gezögert….

    Wer weiss vielleicht darf es trotzdem mal auf meinem Tolino einziehen…;)

    Liebe Grüsse
    Bea

  2. Hi!
    Ich hab das Buch schon ein paar Mal online gesehen konnte mich aber nie dazu bringen es zu lesen! Der Perspektivenwechsel würde mich wahrscheinlich immens irritieren, ich kann sowas einfach überhaupt nicht leiden! Schade, weil das Buch klingt wirklich interessant! Bei Spiegel muss ich immer sofort an Alice hinter den Spiegeln denken, dem zweiten Teil von Alice im Wunderland 😀

    Liebe Grüße
    Tamara

    • Hallo Tamara,

      die Perspektiven kann man hier wirklich gut unterscheiden. Vielleicht probierst du die Reihe doch noch irgendwann…würde mich ja interessieren, was du danach sagst 🙂

      Liebe Grüße

      Kay

  3. Hallo Kay,

    ich habe Spiegelsplitter auch schon gelesen und fand es auch recht schön. Allerdings hat es mich bei den Perspektiv-Wechseln auch gestört, dass sich so viel wiederholt hat. Teilweise musste ich mich auch ziemlich zwingen, nicht vorzublättern, obwohl ich Finns Perspektive, die ja immer als zweites kam, sogar ein wenig lieber mochte.

    Trotzdem bin ich natürlich sehr gespannt, wie es weitergeht 🙂

    Liebe Grüße
    Stefanie

  4. Lieber Kay,

    ich denke ebenfalls, dass die Perspektivproblemchen bei der Fortsetzung besser werden. Und den zweiten Teil werde ich definitiv lesen 🙂

    Ich wünsche Dir und Steffi eine schöne Weihnachtszeit und einen tollen Start ins neue Jahr.

    Liebe Grüße
    Stefanie

    PS: Dieses Mal ging es sogar ohne "auch" 😀

    • Liebe Stefanie,

      die Wünsche gebe ich gern zurück. Wir wünschen Dir und Deiner Familie eine besinnliche Weihnachtszeit mit hoffentlich auch (;-) viel Lesezeit und dazu einen guten Start in ein hoffentlich schönes Jahr 2016.

      Liebe Grüße

      Kay

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