♂ Das Joshua Profil (Sebastian Fitzek) [Rezension]

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„Die Idee, die mir gerade gekommen war,
war der reinste Wahnsinn, aber traf das nicht auf alles zu, was ich gerade
durchlebte?“
(S.116)
Der Autor Max Rhode lebt mit seiner Frau
Kim und Jola, ihrem Pflegekind, in geordneten Verhältnissen. Sein erster Roman
„Die Blutschule“ war ein Kassenschlager. Danach ließ der Erfolg spürbar nach.
Dennoch verläuft der Familienalltag scheinbar unproblematisch.
Doch ein Anruf verändert Max´ ganzes
Leben. Gerade ist er mit Jola auf dem Heimweg von der Schule, da bittet ihn ein
Unbekannter zu sich ins Krankenhaus auf die Intensivstation. Hier hört Max das
erste Mal von Joshua. Was er im ersten Moment nicht glauben will, wird bald
bittere Realität. Sein gesamtes Leben gerät aus den Fugen und er ist in großer
Gefahr. Doch nicht nur sein Leben ist bedroht. Bald beginnt sich auch für Jola
die Todesspirale zu drehen. Die Zeit läuft davon und Hilfe kann Max nicht
erwarten. Denn damit gefährdet er das Leben aller ihm nahestehenden Personen. 
Irgendwie hatte ich bisher schon viel von
Sebastian Fitzek gehört, jedoch eine seiner Geschichte gelesen hatte ich noch
nie. Als nun „Das Joshua Profil“ erschienen ist, machten mich schon allein der
Klappentext und die im Internet kursierenden Geschichten drum herum ziemlich
neugierig. Deshalb hatte ich beschlossen, dieses für mich unbekannte Land nun
zu betreten. Ich war sehr gespannt, als ich das Buch nun endlich in den Händen
hielt und legte gleich los.
Meine Sympathien hatte Sebastian Fitzek
fast schon vor dem Lesen der ersten Kapitelzeilen. Denn hier fand ich einen
Textauszug aus einem Song einer meiner absoluten Lieblingsbands. Ab dem
Zeitpunkt war für mich fast klar, dass es eigentlich nur gut werden könnte.
Und so stieg ich ein in das Leben des
Autors Max Rhode, lernte kurz umrissen die Rahmenbedingungen kennen und fand
mich sofort in einer authentischen Lebenssituation wieder. Max ist ein Mensch,
wie man sich einen Autor einfach vorstellt. Immer diese Ideen im Kopf und dabei
werden eventuell doch so manche Kleinigkeiten im Alltag mit der Familie
vernachlässigt. Für die nahestehenden Personen sind diese Extravaganzen dann
oft doch nicht ganz so banale Dinge, wie sie auf den ersten Blick aussehen
mögen, dennoch scheint die Familie stabil. Max hat zwar schon so ein seltsames
Gefühl, doch dieses kann er bis zu dem Zeitpunkt, an dem er offen damit
konfrontiert wird, erstmal einmal vernachlässigen. Denn so schlimm scheint die
Situation vorerst nicht zu sein.
Dann trifft es Max jedoch mit voller
Härte. Von einem auf den anderen Tag ist er plötzlich auf der Flucht, er weiß
nicht, wer ihn verfolgt, sein Leben wird zum Albtraum. Denn auch seine
Pflegetochter Jola ist in großer Gefahr. Max hat die Anweisungen genau befolgt.
Und doch scheinen seine Bemühungen fruchtlos zu sein. Max gibt nicht auf, er
gibt Alles und überschreitet sämtliche Grenzen. Ob er Jola retten kann, steht
in den Sternen. Denn immer neue Hürden türmen sich vor ihm auf.
Bereits beim Lesen der ersten Zeilen
merkte ich, dass Sebastian Fitzek einfach ein Meister seines Faches ist. Er hat
mich gleich am Anfang abholen können und bis zum Ende der Geschichte nicht mehr
von der Leine gelassen. Das kann man ganz einfach nur eine Meisterleistung
nennen, denn so ergeht es mir nur mit ganz wenigen Büchern.
Wählt der Autor anfangs noch die
konsequente Ich-Perspektive – in Vergangenheitsform – von Max, wird diese
fortlaufend öfter von anderen Sichten ergänzt, die den Leseeindruck
eindrucksvoll abrunden. Absolut perfekt, hier kann ich wirklich nur meinen Hut
ziehen!
Sebastian Fitzek gelingt es, auch wenn
ich mich innerlich dagegen gesträubt habe, angedeutete Emotionalitäten zu von
gesellschaftlich geschassten Abnormitäten aufzubauen. Ich bitte, das nicht falsch
zu verstehen. Das Handeln gerade dieser Charaktere in der Vergangenheit
verurteile ich zutiefst und irgendwie bin ich dem Autor auch nicht dankbar dafür,
dass er mir diese Denkweise nahezu diktiert hat. Dagegen wehren konnte man sich
zeitweise ganz einfach nicht. Im Nachhinein bin ich froh, dass der Autor in
seinem Nachwort sehr deutliche Worte zu den im Buch genannten Themen gefunden
hat und so war ich doch beruhigter.
Auch schafft es Sebastian Fitzek, dass
einem die Charaktere, trotz nicht ausufernder Beschreibung, so doch sofort
vorstellbar und greifbar sind. Genau so einen Stil liebe ich ja, nicht
überdetailliert, aber so, dass ich ungefähre Einzelheiten genau vor meinem
geistigen Auge sehe.
Die Verknüpfung zwischen seinem Werk
„Die Blutschule“, das der Autor unter dem Pseudonym Max Rhode veröffentlicht
hat, welcher nun in „Das Joshua Profil“ als Protagonist agiert, empfinde ich
ebenfalls als exzellenten Schachzug. Damit verleiht Sebastian Fitzek seiner
zweiten Identität Körper und Raum, Max Rhode wird förmlich spürbar und man kann
sich mit ihm identifizieren, seine Situation verstehen und begreifen.
Natürlich erhofft man sich, gerade bei
einer solchen Geschichte, ein Ende, das einen zumindest einigermaßen beruhigt
zurücklässt. Ich kann so viel sagen, dass gerade zum Ende hin nochmals ein
extremer Spannungslevel erreicht wird, der mich fast versucht hat, die Seiten
zu überblättern und direkt zu lesen, wie die Geschichte ausgeht. Zum Glück
konnte ich mich zurückhalten und habe meine Geduld so bis zum Äußersten
strapaziert.

Nachdem ich die
Geschichte nun gelesen habe, muss ich gestehen, dass ich ziemlich aufgewühlt
bin. Aufgewühlt von der Handlung, aufgewühlt von den Emotionen, die mich beim
Lesen der Seiten erreichten. Wer darüber nachdenkt, ob man „Die Blutschule“
oder „Das Joshua Profil“ zuerst lesen sollte, dem kann man nur raten, folgt
eurem Bauchgefühl. Bei mir war es „Das Joshua Profil“, „Die Blutschule“ folgt
demnächst. Lasst euch auf das Abenteuer ein. Es lohnt sich!

Das Joshua Profil“ glänzt mit
dramatischer Spannung und atemberaubenden Wendungen. Ich bin immer noch in der
Geschichte verloren und lasse deshalb eindeutige 5 Bücher für die Geschichte
zurück.

Für alle, die
Grenzerfahrungen überstehen können, sich von falsch anmutenden Emotionen nicht
aus der Bahn werfen lassen und dabei stets das eigentliche Ziel im Blick
behalten.

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18 KOMMENTARE

  1. Freut mich, dass es dir auch so gut gefallen hat Kay! Überrascht mich, dass es dein erstes Fitzek Buch war! Wenn dir "Das Joshua-Profil" gut gefallen hat, wirst du vielleicht noch mit anderen Büchern von ihm deine Freude haben. Meine Highlights sind "Der Augensammler" und "Der Augenjäger".

    Ich mochte die Tatsache, dass Max Autor ist und von heute auf morgen in eine Welt geworfen wird, die auch einer seiner Bücher entsprungen sein können. Gerade die Spannung ist permanent hoch und hat mich das Buch in 48 Stunden durchhören lassen 🙂 Einzig ab und zu kam es mir etwas konstruiert vor. Aber da es mich so durchgehend fesseln konnte, fiel das nicht arg ins Gewicht.

    Kannst du mir zufällig sagen, ob es beim Buch ein Nachwort des Autors gab? Denn beim Hörbuch gibt es nämlich leider keines und ich dachte ich hätte in Rezensionen mal etwas dazu gelesen.

    Liebe Grüße
    Tina

    • Hallo Tina,

      ich kann es ja selber kaum glauben, dass "Das Joshua Profil" tatsächlich mein erster Fitzes war. Seine anderen Bücher werde ich mir jetzt mal genauer ansehen. Die Verbindung mit "Die Blutschule" fand ich hier einfach genial. Du hast recht, dass manche Handlungen etwas konstruiert wirken, aber das war wirklich zu vernachlässigen. Hier hat für mich ganz einfach der Lesegenuss gezählt…:-)

      Ja, beim Joshua-Profil gibt es ein Nachwort. Fitzek erklärt hier noch ein bißchen rund um seine Geschichte. In meinen Augen sehr informativ, der Autor kommt hier authentisch und sympathisch bei mir an 🙂

      Liebe Grüße

      Kay

    • Ah wie gemein, beim Hörbuch gibt es das Nachwort nicht! Bei "Passagier 23" hatte Sebastian Fitzek selbst das Nachwort gelesen. Da muss ich mal Audible anschreiben, vielleicht können sie es noch zugänglich machen.

      Danke dir für die Info 😉

  2. Wow ich bin Beeindruckt! Ich lese sehr selten Thriller, besser gesagt bis jetzt habe ich höchstens 5 gelesen, aber dank dir hab ich gerade das starke Bedürfnis. mir das Joshua Profil zu holen… oder am beste gleich jedes Buch von Fitzek obwohl du selbst gesagt hast du hast bis jetzt nur das gelesen! 🙂
    Man merkt so richtig wie "das Joshua Profil" dich gefesselt hat! Eine richtig tolle Rezension! 🙂
    Lg Angie

    • Hallo Angie,

      vielen lieben Dank für das Lob, freue mich gerade so richtig darüber. "Das Joshua Profil" war für mich auch kein typischer Thriller. Sebastian Fitzek konnte mich mit seiner Geschichte so richtig mitnehmen und mitreißen. Ich wünsche dir ganz viel Spaß mit dem Joshua Profil, wenn du es dann lesen solltest. Gib doch dann mal ein kurzes Feedback, wie du die Geschichte gefunden hast 🙂

      Liebe Grüße

      Kay

  3. Hallo, das klingt ja ziemlich vielversprechend. Ich kenne von ihm bisher nur "die Therapie", hab mir dann aber gesagt das ich unbedingt mehr ausprobieren will. Ich überleg schon die ganze Zeit mir vielleicht das Joshua-Profil und die Blutschule zu Weihnachten zu wünschen, mal schauen 🙂
    LG
    #Clockwork

    • Hallo Anja,

      jetzt nach dem "Joshua Profil" habe ich mir auch vorgenommen, mehr Bücher von ihm zu lesen. Die Blutschule scheint eine etwas härtere Gangart zu haben, da bin ich mir noch nicht ganz so sicher. Aber auf jeden Fall werde ich die Augen aufhalten und weitere Bücher des Autors im Blick behalten 🙂

      Liebe Grüße

      Kay

  4. Waaas, wie kannst du Fitzek so lange gemieden haben! 😀 Ich lege dir an der Stelle "Der Seelenbrecher" ans Herz – mein liebstes Buch von ihm. Obwohl ich gestehen muss, dass ich das Joshua Profil auch noch lesen muss/möchte 🙂
    Alles Liebe, Bella

    • Hallo Bella,

      ich schäme mich auch fast dafür 😉 Eigentlich hätte ich definitiv schon eher zu einem Fitzek greifen müssen! Aber jetzt weiß ich das ja. Und mit dem Joshua-Profil habe ich jetzt zumindest einen Neuentdecker-Vorsprung 😛

      Ganz liebe Grüße

      Kay

    • Irgendwie hatte mich Fitzek bisher nicht so gereizt. Die Verbindung zwischen dem Joshua-Profil und der Blutschule hat mich dann aber neugierig gemacht. Wobei ich bei diesem Vergleich dem Joshua-Profil eindeutig den Vorzug gebe…

      Liebe Grüße

      Kay

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