♂ Höllenflirt (Beatrix Gurian) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen: 
 

„Bis dahin hatte ich immer gedacht,
Sehnsucht wäre so ein lächerliches romantisches Wort für Spinner, die sonst
keine Probleme im Leben haben. Aber plötzlich war Sehnsucht genau das, was
durch meinen Bauch waberte: ziehende Wellen von Schmerz, nagendes Leersein…“
(S.65)
Toni ist mit Robert zusammen. Gemeinsam
spielen sie in einer Band. Doch nach einem Konzert ist es um Toni geschehen.
Sie trifft auf Valle. Und dieser hat eine Anziehungskraft auf sie, die ihr
bisher unbekannt war. Valle ist undurchschaubar. Und doch lässt sich Toni
darauf ein.
Bald darauf muss Toni ihre Grenzen
testen. Unbedingt will sie Valle gefallen, ihm näher kommen. Doch es läuft
einiges schief. Und plötzlich findet sich Toni in einer aussichtslosen Situation
wieder, an die sie nicht einmal im Traum gedacht hätte.
„Höllenflirt“ stand ursprünglich
eigentlich nicht auf meiner Leseliste. Durch einen Zufall bin ich allerdings
doch auf dieses Buch aufmerksam geworden. Dazu kam der neugierig machende
Klappentext. Nun hatte ich also keine Chance mehr, an dieser Geschichte
vorbeizukommen. Also stürzte ich mich hinein ins Vergnügen.
Beatrix Gurian ließ mir dann auch keine
lange Eingewöhnungszeit. Mehr oder weniger befand ich mich plötzlich mitten in
der Geschichte, kaum dass ich ein paar Seiten gelesen hatte. Gespannt blätterte
ich weiter durch die Seiten. Ich war neugierig, was noch so alles passieren
würde.
Toni konnte ich von Beginn an begleiten.
War es in der aktuellen Handlung, in Rückblicken oder in Gedanken. Ich war während
der gesamten Geschichte an ihrer Seite, fühlte Höhen und Tiefen und ließ mich
auf so manche Gefahr ein, versuchte aber auch immer wieder, sie gedanklich von
mancher Handlung abzuhalten.
Nachdem Toni auf Valle getroffen ist,
war ich doch erst einmal skeptisch. Valle ist ein Typ, der zwar beschrieben gut
aussieht, dennoch alles aufweist, das einem Mädchen sagen muss, lass die Finger
von ihm. Natürlich gelingt dies nicht. Toni verfällt Valle mehr und mehr. Und
hier befand ich mich das erste Mal in einer Situation, die für mich nicht mehr
so wirklich greifbar war. Natürlich scheint Valle der typische Bad Boy zu sein,
aber wenn man mit dieser Art tatsächlich ohne Wenn und Aber beim weiblichen
Geschlecht punkten kann, scheint es in der Realität dann doch irgendwie in die
falsche Richtung zu laufen. Trotz meiner kritischen Gefühle habe ich mich dann
doch darauf eingelassen, habe mich auf die Situation eingestellt.
Beatrix Gurian gelingt es, bereits im
Grundrauschen der Geschichte eine Spannung aufzubauen, der man sich kaum
entziehen kann. Toni erzählt permanent in der Ich-Perspektive in der Gegenwart;
allerdings wurden auch immer wieder Rückblicke in der Vergangenheitsform,
weiterhin aus Tonis Sicht, eingebaut. Nicht immer erschloss sich mir der Kern
des Handelns, dennoch konnte ich einem roten Faden folgen, der immer vorhanden
war. Hinzu kommt der wirklich sehr flüssig zu lesende Stil der Autorin, der
mich durch die Seiten flitzen ließ.
Die Autorin hat so einige Überraschungen
in ihre Geschichte eingebaut. Nicht immer konnte man sich über die Absicht
mancher Handlungen sicher sein und wurde des Öfteren in eine Richtung gelenkt,
die sich anschließend als Sackgasse erwiesen hat. Beatrix Gurian steuert die
Geschicke ihrer Charaktere nicht unbedingt vorhersehbar, lässt so manche
Erkenntnis erst im weiteren Verlauf des Plots zu und macht fortlaufend
neugierig auf die Weiterentwicklungen.
Die von der Autorin in ihrer Geschichte
angesprochene Problematik sollte man eindeutig auch nicht unbeachtet lassen.
Zwar hört man in den Nachrichten zumindest zur Zeit nicht allzu viel davon,
dennoch handelt es sich aus meiner Sicht um eine Gesellschaft in der
Gesellschaft, die man aufgrund ihrer Gefährlichkeit nicht unbeachtet lassen
darf.
Die Charaktere insgesamt wurden definitiv
nicht in der Tiefe dargestellt. Hier fehlte manchmal doch ein Puzzleteil, um
das große Ganze abzurunden und Hintergründe zu verstehen. Dennoch waren alle
handelnden Personen für mich vorstellbar, wenn auch manchmal durch einen
kleinen Dunstschleier verhüllt.

Zum Ende hin steigt die
Spannungskurve nochmals ziemlich hoch, bevor die Autorin zu einem wirklich
befriedigenden Abschluss kommt und ich das Buch nun nach schönen Lesestunden ins
Regal stellen kann. 

Höllenflirt“ behandelt aktuelle, aber
ins Unterbewusstsein verbannte Themen, denen eindeutig mehr Aufmerksamkeit
gehört. Mit einem spannenden Grundtenor verschaffte mir die Autorin auf jeden
Fall ein Leseerlebnis, das mir knappe 4 Bücher wert sind.

Für alle, die an höhere
Mächte glauben, dabei die Realität stets im Blick behalten und dabei nicht vom
richtigen Weg abkommen.

Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

2 KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here