♂ Blutwald (Julie Heiland)[Rezension]

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„Mein Herz blutet. Man sieht es nicht,
aber ich fühle es. Ein Schmerz, der sich immer tiefer in mein Fleisch frisst,
durch meine Knochen, hinein in meine Seele.“
(S.87)
„Ich rieche Wut. Wittere Hass. Doch auf
einmal spüre ich noch etwas anderes. Wärme.“
(S.134)
Almaras, Anführer der Leonen, ist tot.
Nun soll Robin den Stamm der Leonen führen. Zweifel und Bitterkeit füllen sie
aus. Robin scheint noch nicht bereit dafür zu sein. Der Tod Almaras´ und der
Abschied von Emilian beherrschen ihre Gedanken. Doch sie muss sich der
Herausforderung stellen. Ihr bleibt keine andere Wahl. Den Leonen droht
ansonsten der Untergang.

Ihr Vater Birkaras,
Herrscher über die Tauren, fordert von Robin, die Leonen zu verlassen und bei
den Tauren zu leben. Robin ist innerlich zerrissen, denn in ihrem Herzen ist
sie Leonin. Folgt sie diesem Wunsch nicht, sind alle Leonen in tödlicher
Gefahr. Und tatsächlich geht Robin darauf ein. Nun ist sie auch Emilian zwar wieder
nah, letztendlich ist die Distanz zwischen ihnen jedoch unüberwindbar. Die
Liebe zu Emilian treibt Robin an. Doch auf welcher Seite steht Emilian? Denn
Birkaras versucht Robin zu Handlungen zu zwingen, die entgegen ihrer Natur
sind. Weigert sie sich, stehen viele Leben auf dem Spiel!

Mit dem ersten Teil der Trilogie, „Bannwald“,
konnte mich Julie Heiland sehr gut unterhalten und zum Großteil überzeugen.
Allein schon deswegen habe ich „Blutwald“ entgegengefiebert. Endlich war es nun
soweit und ich hielt das Buch in der Hand. Jetzt konnte mich nichts mehr
aufhalten. Ich musste unbedingt wissen, wie sich Geschichte um die Sternenstämme
fortsetzt.
Ich hatte zwar Bedenken, ob ich schnell
wieder in die Geschichte finden würde, diese wurden jedoch schnell zerstört. Ich
fand mich sofort wieder zurecht in dieser Welt und kam mit dem Umblättern kaum
hinterher.
Um Robin musste ich mir allerdings
erstmal einige Sorgen machen. Der Tod des Anführers der Leonen Almaras zusammen
mit dem Abschied von Emilian setzten ihr wirklich zu. Ich konnte dies beim
Lesen wirklich fühlen, diese Taubheit in Robin war greifbar. Sicherlich könnte
man sagen, dass sich durch dieses Gefühlsdurcheinander Robins kleine Längen
anbahnten, der Autorin ist es aber immer wieder gelungen, dieses Gefühl rasch
zu vertreiben. Irgendwann war dann der Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr zu
bremsen war. Ich musste einfach wissen, was als Nächstes geschieht, was sich
Julie Heiland noch alles für ihre Charaktere ausgedacht hatte.
Robin findet zum Glück nahezu zu ihrer
alten Stärke zurück. Zweifel bestehen jedoch weiterhin in ihr. Gerade, als sie
Verantwortung für ihren Stamm übernehmen will, muss sie ein großes Opfer
bringen. Sie soll bei den Tauren leben, ihr Vater Birkaras zwingt sie dazu, indem
er ihr unterschwellig droht, die Leonen zu vernichten. Robin hat keine Wahl.
Muss sich in ihr Schicksal ergeben. Doch nun fängt ihr Martyrium erst richtig
an. Gegen ihren Willen wird sie zu unfassbaren Dingen gezwungen. Gegenwehr ist
ihr nur begrenzt möglich. Zuviel steht auf dem Spiel! Robin, die aufgrund ihrer
Eltern Eigenschaften beider Stämme – der Leonen und der Taurer – in sich
vereint, droht die Kontrolle zu verlieren. Aber sie bemüht sich mit aller
Kraft, nicht nachzugeben. Und tatsächlich findet Robin etwas sehr Wichtiges
heraus.
Julie Heiland konnte mich mit ihrem
flüssigen Schreibstil wirklich fesseln und überzeugen. Ich erlebte ihre
Geschichte aus Robins Ich-Perspektive in Gegenwartsform. Ab und zu wird
zwischen Robins Kapiteln eine weitere Sicht eingeblendet, die die Handlung sehr
gut abrundet. Dialoge zwischen den Charakteren vermitteln, ebenso wie die
Handlung selbst, jeweils entsprechende Emotionen. Der Autorin gelingt es, einen
enormen Spannungslevel zu halten und diesen zeitweilig sogar noch heftig zu
steigern. Mir blieb kaum Zeit zum Durchatmen, eine absolut fesselnde Wirkung
des Plots hatte sich entfaltet, der ich mich nicht entziehen konnte und auch
nicht wollte. Ich litt mit den Charakteren, schöpfte aber dennoch immer wieder
Hoffnung, spürte dieselbe Machtlosigkeit wie sie vor einem übermächtigen
Gegner.
Mit „Blutwald“ konnte Julie Heiland
tatsächlich nochmals eine Steigerung zum ersten Teil erzielen. Die Geschichte
ist noch blutiger und gewalttätiger geworden, zeigt immer wieder auf, was
passieren kann, wenn Macht in die falschen Hände gerät.

Zum Ende hin erwartete
mich ein rasanter Showdown, der mein Herz ein ums andere Mal kurz aussetzen
ließ. Der Showdown mündet dann abschließend auch mit einem Cliffhanger, der
mich nun fassungslos zurücklässt. Jetzt warte ich sehnsüchtig auf den
Abschlussband der Trilogie und hoffe, dass die Zeit bis dahin schnell vergeht.
Denn diesen muss und werde ich definitiv lesen!

Blutwald“ macht seinem Namen alle Ehre
und zeigt sich noch blutiger und brutaler als der Vorgänger. Ich konnte mit den
Charakteren leiden und hoffen, fühlte mich in die Geschichte hineingezogen. Es
bleibt mir deshalb gar nichts anderes übrig, als für mein fesselndes
Leseerlebnis eindeutige 5 Bücher zu vergeben.
Für alle, die in aussichtslosen Lagen
nicht aufgeben, dabei die Hoffnung nie verlieren und sich immer ihre Identität
bewahren können. 
1. Bannwald
2. Blutwald
3. Sternenwald (ET: Mai
2016)

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11 KOMMENTARE

  1. Auf den ersten Blick dachte ich eigentlich, dass die Reihe nichts für mich ist und ich die Bücher nicht lesen möchte, aber du scheinst ja sehr angetan zu sein. Ich denke, ich gebe der Reihe doch mal eine Chance 🙂

    • Huhu Binzi,

      beim ersten Teil war für mich noch nicht alles ganz rund und ich musste natürlich erstmal in die Welt finden. Jetzt hat mich die Autorin wirklich gepackt. Hat sehr viel Spaß gemacht 🙂

      Liebe Grüße

      Kay

  2. Hallöchen :o)
    Ah, das Buch wollte ich diesen Monat auch noch unbedingt lesen. Vermutlich muss es nun aber noch bis Oktober warten. Deine Rezension steigert meine Vorfreude ja gleich noch viel mehr.
    Was ich mich jedoch frage ist, ob die Beziehung zwischen Emilian und Robin durch den "Knacks" auch in diesem Band noch interessant bleibt.
    Liebe Grüße Tanja

    • Huhu Sonja,

      beim ersten Teil hat mir irgendwie noch eine Kleinigkeit gefehlt. Aber jetzt bin ich voll drin in dieser Welt. Finde ich jetzt wirklich Hammer! Und der Schreibstil ist auch einfach klasse…Nur echt schade, dass wir jetzt so lange warten müssen…

      Liebe Grüße

      Kay

  3. Mich hat der zweite Teil von Blutwald auch wieder mal total mitgerissen – ich liebe die Geschichte einfach!
    Ja, die Autorin schafft es, Robin Trauer sehr greifbar darzustellen – allerdings war mir das dann doch irgendwie etwas zu viel. Zum Glück hat die Autorin wirklich die Kurve bekommen, gerade als ich genervt sein wollte, musste Robin ihren Stamm verlassen.
    Und der Cliffhanger ist wirklich einfach nur gemein. Und jetzt muss man bis in den Frühjahr warten 🙁

  4. Huhu,

    im Vergleich zum ersten Teil konnte sich die Autorin meiner Meinung nach auf jeden Fall steigern. Schön, dass dir die Reihe bisher auch so gut gefällt. Finde es immer toll, wenn andere von einem Buch auch so begeistert sind wie ich. Und die Zeit bis zum Frühjahr werden wir irgendwie überstehen 🙂

    Liebe Grüße

    Kay

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