♂ Schwimm schneller als der Tod (Rachel Ward) [Rezension]

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„Ich lasse mich am Rand des Kreises
nieder, gehöre nicht ganz dazu. Niemand rührt sich, um mich dazwischen zu
lassen. Wir waren mal Freundinnen, aber seit ich mit dem Schwimmen angefangen
habe, ist alles anders.“
(S.23)
„Er ist nicht real. Er kann es nicht
sein. Er muss eine Einbildung sein. Ein absolut lebendiger Wachtraum. Ich habe
schon immer eine starke Einbildungskraft gehabt.“
(S.129)
Der Sommer ist heiß, unsagbar heiß.
Nicola gehört zu den Glücklichen, die einen Platz im Schwimmteam bekommen
haben. Denn nur im Wasser kann man sich wirklich abkühlen. Hier fühlt sie sich
frei, unbesiegbar. Doch da ist ein Geheimnis, das Nicola und ihre Familie
umgibt. Nicola ahnt davon nichts. Bis diese Stimme auftaucht, sobald sie ins
Wasser geht. Wider besseres Wissens schwimmt Nicola weiter. Und schnell wird
ihr klar, dass im Wasser etwas Böses lauert.
„Schwimm schneller als der Tod“
erreichte mich überraschend. Der Klappentext hat mich dann doch neugierig
machen können und deshalb habe ich schnell zu dieser Geschichte gegriffen.
Und so befand ich mich nun im Jahr 2030.
Ich lernte Nicola und ihre Eltern kennen. Die Familie hält sich über Wasser, ist
finanziell nicht auf Rosen gebettet. Seit Nicola ins Schwimmteam aufgenommen
wurde, haben sich ihre Freundinnen von ihr abgewandt. Und auch im Team selbst
hat es Nicola nicht unbedingt leicht. Doch sie hat ein Ziel vor Augen. Nicola
will unbedingt besser werden als die anderen im Team.
Nicolas Vater versucht, sie vor
möglichen Gefahren zu behüten. So richtig wohl fühlt sich Nicola nicht dabei,
denn er ist wirklich überall dabei. Auch zum Schwimmtraining begleitet er sie.
Und ihr Vater scheint eine ausgesprochene Phobie vor Wasser zu haben,
sicherlich einer der Gründe, weshalb er dagegen war, dass Nicola in das
Schwimmteam geht.
In diesem Sommer mehren sich
Badeunfälle, immer mehr Menschen ertrinken. Gibt es dafür ein Muster? Nicolas
Vater ist überzeugt davon, führt hierüber sogar Aufzeichnungen und Statistiken.
Hat er vielleicht sogar Recht? Die Gefahr kommt scheinbar immer näher. Nicola
ist über die plötzlichen Ausbrüche ihre Vaters besorgt. Denn welche Rolle
spielt er dabei? Vielleicht hat ihr Vater sogar mit den Todesfällen zu tun?
Nicola findet in Milton ungeahnt einen Verbündeten, der sie unterstützt und ihr
zur Seite steht. Gemeinsam kommen sie langsam einem Geheimnis auf die Spur, bei
dem auch Nicola eine große Rolle zu spielen scheint.
Rachel Ward wählte für die Darstellung
ihrer Geschichte Nicolas Ich-Perspektive in Gegenwartsform. Die Interaktionen
der Charaktere wurden durch eingebaute Dialoge untermauert. Zu Beginn der
Geschichte waren für mich einige aufziehende Längen spürbar, die sich im
weiteren Verlauf dann jedoch weitestgehend verloren. Rachel Ward arbeitete mit
Andeutungen, legte Fährten, die vorerst nicht mit Bestätigungen und Hintergründen
hinterlegt wurden. Erst nach und nach rundet sich das Bild ab, führte zum Teil
zu vorhersehbaren Entwicklungen, hielt aber auch die eine oder andere
Überraschung bereit.
Die Charaktere wurden vorstellbar
beschrieben, auch wenn ihnen eine gewisse Tiefe fehlte. Hierüber konnte ich
aber hinwegsehen und mich auf die Geschichte konzentrieren. Zur Protagonistin
Nicola fand ich einen guten Kontakt und sie war mir auf Anhieb sympathisch. Trotz
der vorgenannten sich anbahnenden Längen empfand ich so manchen Handlungsfaden
dann doch als etwas zu schnell abgehandelt, mir fehlte etwas die Bindung an die
Geschichte, weil ich irgendwann das Gefühl bekam, möglichst schnell von
Handlungspunkt zu Handlungspunkt geführt zu werden. Natürlich wurden
entsprechende Spannungsfäden gezogen, die mich allerdings nicht wirklich
erreichten. Die Gefahr war schon spürbar, doch für mich blieb sie auf eine
gewisse Art unwirklich, nicht real. Dies war sicherlich auch einer der Gründe
dafür, weshalb ich mich nicht so ganz in die Geschichte hineingezogen fühlte,
die Sogwirkung blieb zum größten Teil aus. Dennoch konnte ich mich bei manchen
Darstellungen einem Gänsehautfeeling nicht ganz entziehen.

Das Ende der Geschichte
gestaltete Rachel Ward folgerichtig, bereitete mir noch einmal einen spannenden
und zum Teil überraschenden Showdown, bevor die Autorin die Handlung sanft
ausklingen lässt. Zurückblickend kann ich nun sagen, dass mir die Geschichte
trotz kleiner Kritikpunkte im Endeffekt gut gefallen hat und ich das Buch nun
zufrieden zur Seite legen kann.

Schwimm schneller als der Tod“ konnte
mich mit einer sympathischen Protagonistin und hintergründig lauernden Gefahren
gut unterhalten. Für meine Lesestunden in einem sehr heißen Sommer im Jahr 2030
vergebe ich deshalb gute 3 Bücher.
Für alle, die sich rund ums Wasser
wohlfühlen, sich den darin lauernden Gefahren dennoch bewusst sind und diesen
unerschrocken entgegentreten können.

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5 KOMMENTARE

  1. Hallo liebe Steffi,

    ich muss gestehen, dass ich auf das Buch nur durch deinen Post bei Facebook aufmerksam geworden bin.
    Das Cover und der Klappentext sprechen mich nicht so wirklich an und nach deiner Rezi weiß ich jetzt, dass es nicht zu den Büchern gehört, welche ich lesen mag…

    Liebste Grüße

    Sonja

    • Hallo Sonja,

      das Buch habe ich (Kay) gelesen 😉 Ja, ich gebe dir recht, die Geschichte ist auf jeden Fall sehr speziell. Bin aber sicher, sie wird ihre Liebhaber finden 🙂

      Liebe Grüße

      Kay

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