♂ Memories to do: Allies Liste (Linda Schipp) Rezension

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„Es würde Fragen geben, die neue Fragen
aufwarfen, Fragen nach der Sache, und es würde nicht lange dauern, bis die
Antworten zu Tränen führen würden.“
(Pos.2037, 42 %)
Als Allie aus dem künstlichen Koma
erwacht, ist die Welt eine andere. Sie kann sich an die letzten siebzehn Jahre
ihres Lebens einfach nicht erinnern. Ihr Ehemann Aaron ist ihr fremd, einzig zu
ihrem Sohn Mo kann sie eine Beziehung aufbauen. Und warum wird sie von ihrem
Ehemann Amanda genannt?

Das Letzte, an das sie
sich erinnern kann, ist ihr guter Freund Luis. Mit ihm hat sie viele Sachen
erlebt und ihre Beziehung war immer sehr eng. Und genau dieser soll helfen,
ihre Erinnerungen wiederzufinden. Doch Aaron ist skeptisch. Aber auch er lässt
sich auf das Experiment ein. Immer in der Ungewissheit, seine Frau für immer
verlieren zu können.

Was soll ich sagen… Eigentlich merkt man
an der bloßen Inhaltsangabe, dass die Geschichte eigentlich nicht dem mir
angestammten Genre entspricht. Allerdings weiß auch jeder, der meine Vita ein
klein wenig kennt, dass ich Unbekanntem mit Sicherheit nicht abgeneigt bin und
mich schon immer mal wieder auf neuem Terrain bewegt habe. Doch die Idee konnte
mich neugierig machen und versprach viel Potential, so dass ich hier bewusst
ein Risiko eingegangen bin. Und schon vorweg, das Risiko hat sich, zumindest
für mich, gelohnt.
Und so wurde ich gleich auf den ersten
Seiten in eine Beerdigungsszene geworfen, die grundsätzlich erst einmal etwas
Abstand halten lässt. Die Erklärungen waren zwar zum Großteil vorhanden,
dennoch hatte ich ein gewisses Misstrauen. Nachdem ich einige Seiten
weitergelesen hatte, konnte sich dieses noch nicht so ganz aufheben und ich war
tatsächlich ein wenig durcheinander. Ich versuchte, alle Puzzleteile
zusammenzufügen und an der Geschichte zu bleiben.
Und wirklich, mit steigender Seitenzahl
fühlte ich mich integrierter in den Plot, ich fing an, die Gefühle
wahrzunehmen. Hatte ich anfangs den Eindruck, dass die Autorin versuchte, mich
ungestüm in die Geschichte zu pressen, fing sie mich auf den folgenden Seiten
dann förmlich ein. Ich las und las, dann hatte ich irgendwann das Gefühl, dass
Linda Schipp nun ihren Rhythmus gefunden hatte und die Handlungen förmlich aufblühten.
Mit steigender Seitenzahl konnte sie mich mehr und mehr fesseln.
Nach wie vor gab es zwischendrin
kleinere Unklarheiten. Manchmal waren mir die Handlungen auch etwas zu
sprunghaft, zu unabsehbar. Auch kleinere Unabwägbarkeiten und Stolpersteine
konnte ich entdecken. All diese Kleinigkeiten in Summe konnte ich der jungen
Autorin allerdings verzeihen. Denn ich spürte jederzeit, welche Intensität
Linda Schipp in diese Geschichte gelegt hat. Sie war beim Schreiben definitiv
mit Herzblut dabei.
Ich erlebte wirklich interessante
Entwicklungen, wurde Zeuge unkonventioneller Maßnahmen und meine Neugierde tat
ihr übriges. Ich konnte mich irgendwie nicht mehr von den Seiten lösen und
wollte nur noch wissen, wie es weitergeht.
Die Charaktere selbst sind, wie ich
eigentlich erwartet hatte, nicht bis in die Tiefe beschrieben. Dennoch konnte
ich gerade Allie sehr in mein Herz schließen, ihr so manche Eigenart verzeihen.
Denn sie hat es wirklich nicht leicht. Wenn ich mir vorstelle, siebzehn Jahre
meines Lebens einfach so zu verlieren, würde ich wahnsinnig werden. Das
Geheimnis zwischen Luis und Allie tut ein Übriges.
Auch Luis trägt eine eigene Handschrift.
Er ist mit Sicherheit nicht der typische Bad Boy, den man in einer solchen
Geschichte erwartet. Vielmehr gewinnt er Sympathien durch Werte wie Treue und
Glaubwürdigkeit. Auch wenn er grundsätzlich kein Kind von Traurigkeit ist und
dies auch unter Beweis stellt. Und nicht immer einhalten kann. Denn eine
Verbindung ist ganz offensichtlich gegeben.
Linda Schipp hat für die Präsentation
ihres Plots die Vergangenheitsform gewählt, wobei auch zwischendurch einige
Abweichungen zu bemerken waren, die den Lesefluss allerdings nicht
beeinflussten. Zielstrebig steuert die Autorin auf ihr Ziel hin, wirft einige
gut platzierte Dialoge in das Rennen und hatte mich irgendwann tatsächlich
eingefangen.

Das Ende der Geschichte
wurde von der Autorin klar konzipiert, lässt einem das Herz aber eindeutig
nochmals höherschlagen. Es gab hier kleinere Überraschungen, im Endeffekt
konnte mich Linda Schipp dennoch beruhigen und die Geschichte genießend
ausklingen lassen.

Memories to do – Allies Liste“ konnte
mich nach kleinen Anfangsschwächen absolut in einen Bann ziehen, der mir das
Fortkommen von den Seiten schwer machte. Mit jeder Seite gewannen die Möglichkeiten
des Plots mehr Raum und ließen mich in der Geschichte versinken. Meine Erlebnisse
an Allies Seite belohne ich deshalb mit 4 Büchern.

Für alle, denen
vergangene Handlungen zweitrangig sind, die sich voll auf das Jetzt
konzentrieren und von Rückschlägen nicht beeinflussen lassen. 

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