♂ Nachtsonne – Der Weg des Widerstands (Laura Newman) [Rezension]

Bildquelle und Infos über die Autorin gibt es hier.
Kaufen: 
 

„Sehnsüchtig schaue ich mich um. Ich
liebe die Farben des Feuerlands, selbst jetzt im Halbdunkel.“
(S.67)

„Dass es keinen Gott gibt, weiß ich,
zumindest bin ich mir ziemlich sicher, aber irgendwer muss mich erhören.“
(S.88)

Es ist geschafft. Nova und ihre Freunde befinden sich im sicheren CutOut
und gehören dem Widerstand an. Der Kampf jedoch ist noch lange nicht vorbei.
Der Weg, die Wahrheit allen HUBs zugänglich zu machen, ist schwierig. Alle
Möglichkeiten werden ausgelotet und plötzlich öffnet sich ein unerwartetes Tor.
Und doch sind die Blauen nicht die einzigen Gegner. Denn die Kraft der
sterbenden Sonne ist immer stärker zu spüren. Erdbeben und Hitzepeaks sind nur
der Anfang. Ein schier aussichtsloser Kampf geht weiter.

Nachdem ich „Nachtsonne – Flucht ins
Feuerland“ gelesen hatte, war meine Neugier geweckt. Laura Newman war es
gelungen, mir ihre Geschichte schmackhaft zu machen. Es war also nur eine Frage
der Zeit, wann ich zur Fortsetzung greifen würde. Zum Glück war die Zeitspanne
zwischen Bestellung und Lieferung dann wirklich kurz, so dass ich fast
unmittelbar weiterlesen konnte.
Und so befand ich mich wieder in dieser
vergehenden Welt. Die Menschen befinden sich in HUBs, wissen nichts
voneinander. Auf der Oberfläche wirkt die zerstörerische Sonne. Und die Sonne
stirbt! Das heißt, die Hitze nimmt zu, erklimmt ungeahnte Ausmaße und das noch
vorhandene Leben geht dem Ende zu. Doch noch ist es nicht so weit. Noch ist
etwas Zeit.
Schnell war ich wieder in diese Welt
integriert. Nova ist fürs erste glücklich, der Zufluchtsort ist sicher. Nova
führte mich durch ihre neue Welt. Es war, als ob ich nie weg gewesen wäre.
Schritt für Schritt erforschte ich dieses Neuland, ließ die Entwicklungen auf
mich wirken. Denn scheinbar hatte sich tatsächlich so einiges getan. Der
Widerstand erschien mir in nicht vorhersehbarer Stärke.
In dieser Fortsetzung hatte ich definitiv
den Eindruck, dass eine Entwicklung der Charaktere deutlich spürbar war.
Außerdem waren im Verlauf der Handlung eindeutig mehr Emotionen zwischen den
handelnden Charakteren zu bemerken. Alles in allem eine Buchwelt, in der ich
mich als Leser grundsätzlich wohlfühlen kann.
Doch die weitere Entwicklung war etwas
zögerlich. Hin und wieder war ein Spannungsfetzen erkennbar, der jedoch schnell
wieder verrauchte. Der Sog der Geschichte selbst ging dadurch nicht verloren,
zu gespannt war ich auf die weitere Entwicklung.
Laura Newman präsentiert ihre Geschichte
auch in der Fortsetzung konsequent aus Novas Sicht. Die Gegenwartsform ist
absolut das Mittel der Wahl, da ich mich hierdurch immer mitten im Geschehen
befand und die Handlungen aus erster Hand erlebte. Ihre Protagonistin ließ die
Autorin eindeutig an Stärke gewinnen. Nova hatte nun nicht nur ihren Drift immer
besser unter Kontrolle. Auch ihre Handlungen werden zielsicherer. Der Drive der
Geschichte selbst ging mir allerdings ein wenig verloren. Ich hatte natürlich
schon meine Spannungspunkte, bei denen ich mit den Charakteren mitfiebern
konnte. Der Funke ist jedoch nicht durchgängig übergesprungen. Aber diese Idee
genießen konnte ich allemal. Dass der flüssige und gut lesbare Schreibstil der
Autorin sein Übriges für einen guten Buchgenuss tut, erwähne ich mal nur am
Rande. Denn der Stil von Laura Newman konnte mich ja schon im ersten Teil
begeistern.
Die sich entwickelnde Lovestory zwischen
Nova und Jo schien mir das eine oder andere Mal etwas unwirklich, das könnte
allerdings auch ganz einfach an meiner männlichen Natur liegen. Jo war mir
natürlich sehr sympathisch, hatte er doch immer das Wohl vor allem Novas im
Sinn. Aber wie wohl fühlt man sich als Mann, wenn man immer auf die Rettung durch
seine Liebste hoffen muss. Die Frage habe ich mir des Öfteren gestellt. Und
doch bleibt auch Jo ein starker Charakter, der weiß, was er will. Denn er
stellt sich in den Dienst der Allgemeinheit, opfert dafür sein gesamtes Ich.
Seine Dominanz kann man trotz allem spüren.
Wiederum treibt Laura Newman ihre
Geschichte zu einem aufregenden Höhepunkt, lässt sie anschließend beruhigend
ausklingen. Damit hat die Autorin ein gutes Mittel gefunden, mich auf den
Abschlussband vorzubereiten, der nun lesebereit im Regal steht.
„Nachtsonne – Der Weg des Widerstands“ ist
eine konsequente Fortsetzung der Handlungen im Feuerland, lässt die Charaktere
in ihrer Entwicklung reifen und bringt neue Wahrheiten hervor. Meine Erlebnisse
im Licht einer sterbenden Sonne belohne ich mit knappen 4 Büchern.

Für alle, die nahezu
apokalyptischen Verhältnissen trotzen können, immer ihren Weg gehen und sich
aller Konsequenzen bewusst sind.

1. Nachtsonne – Flucht ins Feuerland
2. Nachtsonne – Der Weg des Widerstands
3. Nachtsonne – Im Zeichen der Zukunft

Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

3 KOMMENTARE

  1. Halli hallo

    Ich habe damals auch nur eine ganz kleine Pause gemacht und dann direkt weitergelesen 😉

    Was mir in dieser Dystopie besonders gut gefällt ist, dass die Liebesgeschichte doch eher eine untergeordnete Rolle spielt und sich die Beiden Zeit lassen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass Jo im Vergleich zu Nova fast ein bisschen blass wirkt.

    Vom Inhalt her ging es eher schleppend vorwärts, vor allem weil ja immerhin ein Jahr vergangen ist. Meiner Meinung nach müssten da die " Rebellen" doch einige Schritte weiter sein. Es wurde zwar nicht langweilig und einige Entwicklungen sind sicher auch notwendig für den weiteren Verlauf, dennoch hätte das Ganze etwas gekürzt werden können. Im Gegensatz dazu, ging es hingegen ab Kapitel 20 voll zur Sache und vor allem sehr paranormal- lastig, dass entsprach nicht so ganz meinem Geschmack.

    Auch fehlten mir so ein bisschen die überraschenden Wendungen und Enthüllungen, ausser die am Ende Welche definitiv Lust auf das Finale macht

    Liest du direkt weiter?
    Bin schon neugierig wie es dir mit dem letzten Band ergehen wird und wie deine abschliessende Meinung zur gesamten Trilogie ausfällt?

    Liebe Grüsse
    Bea

    • Huhu Bea,

      ja, ich habe direkt weitergelesen. Ohne zu viel zu verraten war der Mittelteil schon schwächer als die beiden anderen Bände. Ich fand es schön auch gut, dass die Lovestory eindeutig nicht im Vordergrund stand. Vielleicht erschien sie mir aber auch deshalb so unpassend, wenn sie dann auftauchte? Alles in allem kann ich die Nachtsonne auf jeden Fall empfehlen. Bin schon auf das neue Buch der Autorin gespannt 🙂

      Liebe Grüße

      Kay

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here