♂ Blackhearts (Chuck Wendig) [Rezension]

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„Es ist schon so lange her. Ihre Hände
kribbeln förmlich.
Früher hasste sie ihren Fluch.
Das tut sie immer noch. Aber das ändert
nichts an ihrem Verlangen.“
(S.13)
„Ich bin eine Giftpille. Ich bin ein
Anti-Smiley-Aufkleber, wie die auf den Giftflaschen. Ich bin nicht gut für
Menschen.“
(S.131)
Eine gewisse Normalität ist in Miriams
Leben eingekehrt. Nur kann sie sich damit nicht wirklich anfreunden. Miriam
fühlt sich eingeengt und versucht, diesem Leben zu entfliehen.
Und so landet sie plötzlich für einen
Auftrag an der Caldecott-Mädchenschule. Eine Lehrerin bietet ihr Geld, damit
Miriam ihre Gabe bei ihr einsetzt. Doch dabei bleibt es nicht!

Miriam berührt eine der
Schülerinnen und sieht einen grausamen Ritualmord, dem das Mädchen zum Opfer
fallen wird. Weitere Morde werden folgen. Und es bleibt nicht mehr viel Zeit.
Kann Miriam das Schicksal ein weiteres Mal überlisten und die Morde verhindern?

Erst vor kurzem habe ich den ersten Teil
dieser Reihe „Blackbirds“ gelesen und fand das Setting insgesamt recht gut und
interessant. Da ich den Folgeband „Blackhearts“ bereits im Regal stehen hatte
und natürlich neugierig auf das weitere Geschehen rund um Miriam Black geworden
bin, musste ich nun gleich zugreifen und mich wieder in diese Geschichte
stürzen.
Auf den ersten Seiten hatte ich es dann
mit einer Miriam zu tun, die versuchte, sich anzupassen und in einem normalen
Leben zurechtzufinden. Doch dieses Leben entspricht nicht ihrem Wesen und
natürlich gerät sie immer wieder in Schwierigkeiten. Louis ist nun ein Teil
ihres Lebens, doch für eine Beziehung hat es nicht gereicht. Das hält sie jedoch
nicht davon ab, auch weiterhin gewisse Extras gemeinsam zu genießen. Und als
Trucker ist Louis auch sehr unregelmäßig zu Hause, so dass die beiden so
unterschiedlichen Charaktere wenige Chancen zum Streiten bekommen.
Und so kommt es, wie es kommen muss.
Miriam will ausbrechen aus dieser Welt. Ihr innerstes Wesen verbietet es ihr
ganz einfach, sich irgendwo anpassen zu wollen. Miriam flieht vor dieser
Situation, sie kann nicht bleiben. Miriam weiß, dass sie Louis damit wehtun
wird, aber das nimmt sie in Kauf. Doch sie hat nicht mit Louis´ Reaktion
gerechnet. Denn nur kurze Zeit später findet er sie. Und bringt sie direkt in
die Caldecott-Mädchenschule zu einem Auftrag.
Miriam hat auch in dieser Fortsetzung
nichts von ihrem bissigen Sarkasmus verloren. Gerade mit ihrer Ausdrucksweise,
die man in der Rubrik Kneipenjargon einordnen könnte, läuft sie immer wieder
Gefahr, Menschen verbal zu verletzen. Doch genau damit baut sie auch eine Mauer
um sich herum, will eigentlich niemanden an sich herankommen lassen. Einerseits
ist das insofern ja auch verständlich, weil sie immerhin bei jeder noch so
kleinen Berührung erfährt, wie und wann Menschen sterben werden. Diese Gabe
kann Segen und Fluch zugleich sein. Damit jedoch umgehen zu können, verlangt
einem alles ab, bringt Grenzerfahrungen mit sich.
Manchmal lässt Miriam nun ihre Maske
fallen, lässt hinter die aufgebaute Fassade schauen und eröffnete mir so
Einblicke in ihr wahres Ich. Bei all ihren Erlebnissen in der Vergangenheit war
ihre Entwicklung für mich dann auch zum Großteil verständlich und
nachvollziehbar. Und doch fällt es ihr nach wie vor schwer, sich auf andere
Menschen einzulassen. Dieser Charakter entwickelt sich aus meiner Sicht
fortlaufend und gewinnt wirklich Tiefe.  
Auch in „Blackhearts“ erlebte ich die
Geschichte in Gegenwartsform aus Miriams Sicht in dritter Person. Die
vorhandenen Dialoge haben nichts von ihrem Biss verloren und so bewegte ich
mich beim Lesen oftmals an der Grenze des verbal Erlaubten und Zumutbaren. Nichtsdestotrotz
führte die Atmosphäre, ein Mix depressiver Züge gemischt mit scharfem Sarkasmus,
zu einer eher faszinierenden Anziehung, der auch ich nicht entfliehen konnte.
Chuck Wendig setzt in diesem zweiten
Band auf einen höheren Fantasy-Anteil, der dem Ganzen im Endeffekt noch einen
Hauch mehr an Geheimnis und Düsternis verleiht. Seine Idee hat der Autor
wirklich gut umgesetzt und präsentierte einen spannenden Handlungsfaden. Zum
Ende hin fand ich die Geschehnisse teilweise allerdings schon etwas überspannt,
der Spannungsbogen fühlte sich irgendwann etwas überdehnt an. Chuck Wendig
konnte mich dennoch weiterhin an seine Geschichte binden und neugierig auf den
Ausgang machen. Einige Schockmomente durften natürlich nicht fehlen und so
bekam ich doch das eine oder andere Mal eine kalte Gänsehaut.

Nachdem ich spannende
Lesestunden mit teilweiser Gänsehaut genossen hatte, führte der Autor diese
Geschichte zu einem Ende, das aus meiner Sicht folgerichtig genau so sein
musste. Zufrieden kann ich mich nun deshalb erstmal von Miriam verabschieden
und das Buch ins Regal stellen.

„Blackhearts“ zog mich mit einer Mischung
aus düsterer Atmosphäre und fragwürdig gesellschaftsfähigen Verbalattacken
zusammen mit einem oftmals hohen Spannungslevel tief in die Geschichte und ließ
mich menschliche Abgründe erleben. Für diese mit kleinen Einschränkungen spannende
Geschichte vergebe ich deshalb 4 Bücher.
Für alle, die immer die Nerven behalten,
sich auf nicht alltägliche Protagonisten einlassen können und brutaler Gewalt widerstehen.
1. Blackbirds
2. Blackhearts

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2 KOMMENTARE

  1. Huhu,

    lies am besten mal in die Leseprobe. Ist schon wirklich ne abgefahrene Geschichte, die nicht jedem liegen wird. Ich fand es ja ziemlich interessant und es hätte auch eine fast nicht beschreibbare Sogwirkung auf mich 🙂

    Liebe Grüße

    Kay

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