♂ Die Farben des Blutes – Die rote Königin (Victoria Aveyard) [Rezension]

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„Die Götter herrschen noch immer über
uns. Sie sind von den Sternen herabgestiegen. Aber sie sind nicht mehr gütig.“
(S.21)
„Ich glaube, das Leben hat einfach
entschieden, die Schleusentore zu öffnen und mich in einem Wirbelsturm von
Drehungen und Wendungen zu ertränken.“

(S.78)

Die Farbe des Blutes entscheidet über
das jeweilige Schicksal. Und so herrschen die Silberblütigen mit den besonderen
Gaben über die mit dem roten Blut.
Mare gehört zu den Roten. Sie hat keine
besondere Eigenschaft, nur Stehlen kann Mare wirklich gut. Auch eine Lehrstelle
konnte sie nicht finden. Das bedeutet für sie, dass sie unweigerlich zur Armee
eingezogen wird. Denn zwischen ihrem Land und den Lakelandern tobt schon seit
Ewigkeiten ein erbarmungsloser Krieg. Die Roten müssen in vorderster Front
kämpfen und sterben in Scharen.
Mare wird bei einem Diebstahl erwischt.
Der Fremde ist freundlich und gibt Mare sogar Geld. Sie ahnt nicht, wen sie
hier bestehlen wollte. Doch plötzlich ändert sich schlagartig ihr Leben. Mare
muss nun nicht mehr zur Armee. Und dennoch befindet sie sich in tödlicher
Gefahr. Denn die Gabe, die man an ihr entdeckt, hat das Interesse des
Königshauses geweckt. Mare darf sich keine Fehler erlauben.
„Die rote Königin“ gehört ja nun
eindeutig in die Gruppe der heftig gehypten Bücher. Manchmal kann man sich so
einem Hype einfach nicht entziehen. Und da das Buch dann auch noch zufällig
lesebereit hier im Regal stand, musste ich nun endlich zugreifen.
Ich muss gestehen, an solche wirklich
sehr beworbenen Geschichten gehe ich anfangs immer ein bisschen skeptisch
heran. Das Abtasten hat hier allerdings nicht allzu lange gedauert. Ja, man
kann sagen, ich fand mich schnell in dieser Welt zurecht und kannte das
Gesellschaftssystem in Grundzügen. Durch die sympathische Protagonistin Mare
fiel es mir ziemlich leicht, meine Gefühle entsprechend zu lenken und mich auf
das Geschehen einzustellen.
Nach kurzer Zeit kannte ich Mares
Geschichte, habe erfahren, dass sie zusammen mit ihren Eltern und ihrer
Schwester wohnt. Ihre Brüder wurden bereits zur Armee eingezogen. Die Familie
lebt in ständiger Angst um ihr Leben.
Einzig Mares Schwester konnte eine
Lehrstelle ergattern. Mit ihrer Begabung für schöne Stickereien sichert sie das
Überleben der Familie. Die kleinen Diebstähle Mares tragen ebenfalls dazu bei.
Doch die Zeit bis zu Mares Rekrutierung in die Armee läuft ab.
Als sie dieser Unbekannte bei einem
Diebstahl erwischt, ahnt sie nicht, wen sie vor sich hat. Von einem auf den
anderen Tag findet sie sich in der Sommerresidenz des Königshauses wieder. Und
Mare stellt eine große Gefahr für die Silbernen dar. Niemand darf erfahren,
dass ausgerechnet eine Rote eine derartige Gabe hat. So findet sich Mare mitten
in einem Netz aus Lügen und Intrigen, verlobt mit dem jüngsten Prinzen. Ihr
Herz jedoch gehört einem anderen.
Victoria Aveyard gelang es, mich mit
einem gefälligen und flüssig lesbaren Schreibstil tief in ihre Geschichte
versinken zu lassen. Anfangs verliert sie sich ein wenig zu sehr in
Einzelheiten, konnte diesen Eindruck im weiteren Verlauf aber immer mehr in den
Hintergrund rücken. Die Geschichte erlebte ich aus der Ich-Perspektive Mares in
Gegenwartsform, so dass ich immer unmittelbar in die Handlung eingebunden war.
Die Autorin schickte mich mit der
Umsetzung ihrer Idee wirklich durch ein Geflecht verschiedenster Emotionen. Ich
habe hier durchaus lernen können, dass man niemandem kompromisslos trauen darf,
seinen Bauchgefühlen manchmal nachgeben und immer auf das Schlimmste gefasst
sein muss. Ich litt und hoffte mit Mare, ich blieb in allen Situationen an
ihrer Seite. So mussten wir gemeinsam manche Niederlage und Erniedrigung
einstecken, hatten den Blick dennoch immer nach vorn gerichtet. Auch wenn die
Täuschung zu gelingen scheint, bleibt Mare in ihrem Inneren immer das, was sie ist
– eine Rote. Eine Rote allerdings mit einer Gabe, einer besonderen Gabe.
Victoria Aveyard hat dies gut beschrieben. „Rot im Kopf und silbern im Herzen.“
Die Entwicklungen überschlugen sich
immer wieder. Spannungspunkte waren an den richtigen Stellen gesteckt, ich
wollte mich nicht von der Geschichte lösen. Doch irgendwann kommt man
unwiederbringlich zum Ende einer Geschichte. Und mit den Entwicklungen vor dem
Showdown konnte mich die Autorin, trotz des grundsätzlich klassischen Aufbaus
der Geschichte, in Teilen doch nochmal überraschen. Hatte ich zwar so einiges
erwartet, bringt Victoria Aveyard mit geschickten Wendungen die Geschichte auf
Hochtouren, bevor sie für mich ein vorerst akzeptables und befriedigendes Ende
konstruierte.
Insgesamt fand ich in „Die rote Königin“
alles, was mein Leserherz mag und begeistert. Nachdem ich nun für diese
Geschichte angefüttert wurde, freue ich mich definitiv schon auf die
Fortsetzung.
„Die Farben des Blutes – Die rote
Königin“
bietet so einiges an Lügen und Intrigen, Hass und Gewalt,
Unterdrückung und Gegenwehr sowie einen spannenden Mix an Emotionen. Meine
schönen Lesestunden an der Seite von Mare haben auf jeden Fall 5 Bücher
verdient.
Für alle, die in einer hoffnungslosen
und unterdrückten Welt immer noch ihre Ziele verfolgen, mit Enttäuschungen
leben können, dabei aber immer den Glauben an sich selbst finden.
1. Die rote Königin
2. Noch ohne Titel (ET 2016)
3. Noch ohne Titel (ET 2017)
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16 KOMMENTARE

  1. Morgen,
    Ich hab das Buch auch schon gelesen und ich seh das genauso. Es hat mir wirklich Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich hatte es auch schnell durch.
    Wünsche ein schönes Wochenende!
    Liebste Grüße
    Sara ♥

    • Hallo Sara,

      es hat mich tatsächlich überrascht, wie gut mir das Buch gefallen hat. Die Autorin hat aber auch alles richtig gemacht. Die Geschichte kann man echt ruhigen Gewissens weiterempfehlen 🙂

      Ganz liebe Grüße zurück

      Kay

  2. Hey meine Liebe,

    ich habe das Buch ja nun auch schon gelesen und war so dermaßen hin und weg. Es ist ein ganz besonderes, bleibendes und vor allem intensives Buch. Hat mir unheimlich gefallen. 🙂
    Ich bin schon soooooo gespannt wie es weitergeht.

    Liebe Grüße,
    Ruby

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