♀ Die Farben des Blutes – Die rote Königin (Victoria Aveyard) [Rezension]

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Eine Welt, in der die Farbe deines
Blutes über dein Leben bestimmt.
Eine Welt, in der die Silbernen herrschen  – die Mächtigen, in deren silbernem Blut eine
besondere Fähigkeit liegt.
Eine Welt, in der die Roten ohne Gaben
minderwertig sind.
Die 17-jährige Mare kennt das Leid der
unterdrückten Roten nur zu gut. Sie selbst hat bereits Brüder an die Front
ziehen sehen und auch ihr steht dies an ihrem achtzehnten Geburtstag bevor,
weil sie außer Stehlen keinerlei Talent hat und dadurch keine Arbeit findet.
Mares Leben gerät außer Kontrolle, als
ihr bester Freund Kilorn kurzfristig ebenfalls in den Krieg ziehen soll. Sie
will ihn retten und kommt mit der Rebellion in Berührung.
Was sie jedoch wirklich rettet, ist das
plötzliche Stellenangebot für das Schloss, das sie einem Fremden namens Cal zu
verdanken hat. Schnell erkennt Mare auch, mit wem sie es im Dunkeln im Dorf
wirklich zu tun hatte: Dem Kronprinzen persönlich!
Bei dessen Prinzessinnenkür, der
Machtdemonstration der mächtigen Familien der Silbernen, der „Brautschau“,
passiert es dann. Mare entdeckt, dass sie trotz ihres roten Blutes eine
Fähigkeit besitzt – und alle Silbernen waren Zeuge davon.

Kurzerhand wird sie zu einem Spielball
der Königsfamilie, um diejenigen öffentlich zu verteidigen, die sie schon immer
gehasst hat: Die Silbernen.
Nach diesem wahnsinnigen Hype wurde ich
trotz der teils sehr kritischen Meinungen neugierig auf die „Rote Königin“ und
als es bei mir eingezogen war, musste ich es sofort lesen.
Gleich zu Beginn präsentierte mir die
Autorin Victoria Aveyard ihren Weltenentwurf. Die Farbe deines Blutes
entscheidet, wo dein Platz ist. Die Rotblütigen sind Diener, Arbeiter,
Kanonenfutter im Krieg gegen Nachbarländer, unterdrückt von den herrschenden
Silberblütigen. Diese Silbernen haben die Macht, weil sie sich durch besondere
Fähigkeiten auszeichnen. Sei es die Kontrolle über ein Element, die Beeinflussung
von Gedanken oder andere. Die Roten sind nicht stark genug, sich gegen die
Silbernen zu erheben und das bekommen sie in Schaukämpfen, die Pflicht für alle
Roten sind, demonstriert.
Mare hat rotes Blut, ihre Familie würde
Hunger leiden, wäre ihre Schwester nicht so geschickt im Sticken. Alles, was
Mare kann, ist unentdeckt zu bleiben, wenn sie stiehlt. Doch diese Fähigkeit
reicht nicht aus, ihren besten Freund Kilorn vor dem Einzug in die Armee zu
retten. Die Begegnung mit einem fremden Jungen verändert jedoch ihr Leben: Mare
bekommt einen Job als Dienerin im Schloss. Der Junge, der ihr wie ein Roter
erschien, ist in Wahrheit der Kronprinz.
Doch schon kurz nach ihrer Ankunft im
Schloss geschieht das Unbegreifliche: Auch Mare hat eine Fähigkeit – trotz
ihres roten Blutes! Schnell spinnen König und Königin eine Lüge zusammen, Mare
wird zur längst verloren geglaubten Tochter eines verstorbenen Silbernen und
kurzerhand auch zur Verlobten des zweiten Prinzen Maven. Aber eines ist sicher:
Mare wird sich dem nicht fügen. Sie wird kämpfen und von innen heraus etwas
gegen die Zustände im Land tun und sie bekommt einen einflussreichen
Mitstreiter, der die Intrigen im Schloss nur zu gut kennt.
Der Weltenentwurf von Victoria Aveyard
hat mich sofort begeistert. Der Unterschied zwischen arm und reich, zwischen
Herrschern und Untergebenen ist am Blut erkennbar. Die Silbernen, die durch
ihre Gaben unterdrücken und sich beinahe als Götter betrachten leben in Saus
und Braus und „verheizen“ die rote Bevölkerung. Doch ein Aufbegehren scheint
sinnlos.
Die Autorin führt mit ausführlichen,
doch glücklicherweise nicht zu blumigen Beschreibungen in die Welt ein.
Victoria Aveyard hat es damit geschafft, mich mit ihrem Erzählstil zu fesseln.
Die Atmosphäre wirkt durch das düstere Leben der Ich– und im
Präsens-erzählenden Protagonistin Mare erdrückend, aussichtslos und dunkel.
Kapitel für Kapitel lichtet sich diese
Düsternis und weicht Hoffnung. Doch schnell kann man als Leser feststellen,
dass es beinahe zu gut läuft und wartet auf den großen Knall. Dieser kommt auch
und wenngleich weniger überraschend als vielleicht geplant, war es dennoch
schockierend. Auch die Liebe durfte natürlich nicht fehlen. Aufgrund der
Auswahl potentieller Fans und dem Leben bei Hofe war ich kurzfristig etwas an
Selection erinnert. Glücklicherweise laufen die Gefühle in „Die rote Königin“
eher hintergründig ab und sorgten lediglich für Gefühlsverwirrungen, als
Hauptplot des Buches zu sein.

Victoria Aveyard hat ihre Wendepunkte
gezielt gesetzt und so ihr Tempo immer wieder gesteigert. Insgesamt ist das
Buch nahezu ein Musterbeispiel für einen durchstrukturierten Plot, was nur
durch die sehr guten Plotpoints nicht langweilig wurde. Sogar der „Helfer in
der Not“ ist schnell erkannt und die Geschichte treibt über die klassischen
Hindernisse und Wendepunkte hinweg auf den dramatischen Höhepunkt zu, der in
einem gigantischen Showdown endete. Erst anschließend lässt die Autorin ihre
Geschichte mit einer kleinen Verschnaufpause ausklingen. Ich freue mich auf
jeden Fall schon auf die Fortsetzung.
Auch wenn nicht gänzlich unvorhersehbar,
konnte mich „Die rote Königin“ mit seinem gelungenen Weltenentwurf und den
geschickten Wendepunkten überzeugen. Die bedrückende Atmosphäre und die
liebgewonnene Protagonistin Mare ließen mich nicht von den Seiten und geben mir
keine andere Möglichkeit, als knappe 5 Bücher zu vergeben.
1. Die rote Königin
2. Noch ohne Titel (ET 2016)
3. Noch ohne Titel (ET 2017)
Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

25 KOMMENTARE

  1. Halli hallo

    Habe jetzt nur das Fazit gelesen 😉 und haarscharfe fünf Sterne tönt doch klasse 😉
    Ich bin gespannt wie es mir ergehen wird, habe ja gehört dass Leute die " Grischa" mögen das Buch gefallen sollte, also das sind ja alles sehr gute Vorzeichen.

    Liebe Grüsse
    Bea

    • Ich finde die Vergleiche ja schlimm… Das hat ja einige Leser des Originals zu sehr kritischen Rezensionen gebracht…

      Grischa mochte ich auch, aber hier Vergleiche zu ziehen ist schwierig… 🙂

      Ich wünsche dir ganz viel Spaß damit!

      Liebe Grüße

      Steffi

    • So von mir hat es sehr gute vier Sterne vergeben.
      Ich fand die Idee klasse, auch Mare mochte ich ganz gerne, ebenso eigentlich die Geschichte an sich. Gott sei dank kam es auch nicht zu dramatischen Beziehungsproblemen diese ganze Thematik spielt ja eine ( noch) untergeordnete Rolle…

      Auf ein paar Dinge ging mir die Autorin zu wenig ein andere wiederholten sich teilweise. Ebenso scheint die Welt ja recht modern, ich hatte aber dauernd ein " Game of Thrones- Setting vor Augen 😉
      Ich hoffe auch wir kriegen noch Antworten auf einige Fragen z.b. wieso und warum gibt es diese Unterschiede zwischen Rot und Silbernen? Warum schicken sie die Roten in den Krieg, die Silbernen würden doch mit Links diesen gewinnen können usw….
      Auch hätte ich mir mehr Kilron gewünscht, auch Gisa bleibt blass und DIE Wendung war für mich nicht überraschend ehrlich gesagt……

      Eine durchaus gelungene Fantasy/ Dystopie- Mischung zu 100% fesselnd konnte sie mich aber nicht.

      Und übrigens ich sehe da jetzt nicht DIE grossen Parallelen zu " Grischa" ( oder ich habe die Geschichte nicht mehr so präsent 😉 und " Selection" war ja viel oberflächlicher…

      Ups…laanger Kommentar…..
      Liebe Grüsse
      Bea

    • War der Vergleich nicht "Die Sieben Königreiche"? Mit Grischa hab ich auch keine Ähnlichkeit gefunden, dafür war das russisch angehauchte Setting zu speziell 🙂

      DIE Wendung kam für mich auch nicht allzu überraschend, der war zu glatt – so jemandem traue ich nicht.

      Ich denke, wenn die Silbernen in den Krieg ziehen würden, würden es auch die auf der anderen Seite (deshalb wollte Cal ja mit einer Truppe losziehen, die die anderen Roten alle niedergemäht hätten).

      Die Erklärung hat mir (noch) nicht gefehlt. Es könnte ja schließlich in den nächsten Bänden erklären, warum (durch welche genetischen Veränderungen/Spielchen oder warum auch immer) das so wurde…

      Jetzt warten wir mal alle ab, wie die Fortsetzung so wird. 🙂

      Liebe Grüße

      Steffi

      Und ich liebe lange Kommentare 🙂

    • Stimmt mit " Die Beschenkte" ist es auch noch verglichen worden 😉
      Jemand hat eben sogar gemeint dass der ganze Plot und die Wendung von " Grischa" geklaut wurde und ich dachte nur so," irgendwie hab ich das nicht so in Erinnerung"………

  2. Ah **—–** ich freue mich so arg dass es dir gefallen hat. Da stehe ich nicht als einzige da die das Buch von der ersten Seite an echt mochte.
    Eine wunderbare Rezension.
    Stimmt es dass Kay es jetzt auch liest?

  3. Ich bin dem Hype bisher aus dem Weg gegangen und das hier war die erste Rezi dazu, die ich gelesen habe. Und es klingt wirklich gut und leider muss meine Wunschliste nun wieder wachsen 😀
    Du hast mich echt neugierig gemacht.

    LG
    Anika

    • Das freut mich. Ich kannte ja "nur" die vielen negativen Stimmen zum englischen Original (in dessen Klappentext "seltsame" Vergleiche gezogen wurden) und von daher war ich mehr als positiv überrascht. Ich hoffe, dir geht's genauso.

      Liebe Grüße

      Steffi

  4. Oh man.. ich fand es so doof und flach 😀 Und Mare war soo naiv und.. grr 😀 Aber ich scheine mit meiner Meinung wohl alleine dazustehen.. 😛
    Liebe Grüße,
    Steffi

    • Wie fandest du denn Selection? DIE fand ich so naiv und schrecklich >.<
      Und nein, du stehst nicht alleine da – hier scheiden sich mal wieder die Geister der Bloggerwelt 🙂

      Liebe Grüße

      Steffi

  5. Das Buch lese ich auch gerade und bisher bin ich begeistert – vor allem von der Protagonistin! Ich habe aber noch 150 Seiten vor mir, und bin schon gespannt 🙂

    Liebe Grüße 🙂

  6. Guten Morgen,

    ein wahnsinnig tolles Buch. Ich war einfach nur begeistert, überwältigt und gefesselt. Eine wahnsinnig tolle Geschichte, die man gelesen haben sollte. 🙂

    Liebe Grüße,
    Ruby

  7. Guten Abend !
    Ich habe das Buch vor ein paar Tagen gelesen und finde es klasse. Einige Situationen finde ich echt grausam aber alles in allem ist das Buch toll.

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