♀ Sommerflüstern (Tanja Voosen) [Rezension]

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„Warm wie die Sonne, leise wie der Wind:
Ein Sommerflüstern – Fast wie vorherbestimmt“
(S. 320)
Der Tag hätte echt nicht schlechter
werden können. Ausgerechnet Taylor wird von dem „Neuen“ angesprochen. Für sein
selbstbewusstes Lächeln hätte sie ihn sofort töten können und das lässt sie ihn
auch spüren. Doch Hunter Reeves lässt sich nicht so leicht abschütteln.
Als eine Diskussion um den Spint entbrennt,
erinnert Taylor sich wieder an die mysteriöse Botschaft, die sie darin gefunden
hat. „Fange an, deinen Lieblingssong zu hassen“. War der Zettel für Hunter
bestimmt? Durch Zufall stolpert Taylor über den nächsten Hinweis und plötzlich
findet sie sich unerwartet auf einem Trip zum Meer – mit Hunter! – wieder.

Hunter, der genauso wenig nur die
schönen Seiten des Lebens kennt, wie Taylor.
Eigentlich lese ich ja nur sehr selten
Unfantastisches. Nachdem ich Tanja Voosens „Emily Lives Loudly“ damals
testgelesen hatte, wusste ich aber, dass ich auch einmal in „Sommerflüstern“
hineinlesen muss.
Die Leseprobe hatte es mir sofort
angetan. Ich mochte die erste Begegnung zwischen Taylor und Hunter und wollte
wissen, warum Taylor so reagierte. Und natürlich wollte ich wissen, was es mit
der geheimnisvollen Botschaft im Spint auf sich hat.
Protagonistin Taylor erzählt ihre
Geschichte in Ich-Perspektive/Vergangenheit und der Leser ist hautnah bei ihren
Gedankengängen dabei. So erfährt man schnell, dass Taylor ebenfalls noch
relativ neu an der Schule ist und ein Geheimnis hat. Dieses galt es für mich zu
ergründen. Ich folgte den Hinweisen der Schnitzeljagd und ergründete
gleichzeitig Stück für Stück die Vergangenheit der beiden Hauptcharaktere.

Tanja Voosen hat wirklich vielschichtige Charaktere erschaffen, deren erster
Eindruck man Kapitel für Kapitel abschälen muss, um den wahren Kern zu treffen.
Dabei wechseln die Dialoge von sarkastisch-bissig bis hin zu
philosophisch-tiefgründig. Über Letztere stolperte ich etwas, weil diese
Lebensweisheiten bei den jungen Charakteren ab und an leicht deplatziert
wirkten, was mich im Großen und Ganzen jedoch nicht störte. Ich bevorzugte
dennoch den sarkastischen Teil der Gedanken und Dialoge.
Tanja Voosens Schreibstil ist locker und
leicht, viele Dialoge lassen die Seiten nur so dahinfliegen.
Was die Spannung angeht, können
Contemporary-Storys für mich nicht annähernd mit Fantastischem und seinen
unerwarteten Wendungen mithalten. Zwar konnte mich die Autorin mit dem einen
oder anderen Kniff überraschen, doch hielt sich die gesamte Story eher auf
mittlerem Spannungsniveau. Auch die letzten Wendungen fand ich etwas zuviel des
Guten, aber das liegt vermutlich am persönlichen Geschmack, weil ich zu viel
Unglaubwürdiges nicht in einer „wahr anmutenden“ zeitgenössischen Geschichte
erwarte. Contemporary-Lesern wird es da sicher anders ergehen.

Zum Ende hin holt Tanja Voosen auch noch
einmal alles aus ihren Charakteren heraus. Die Ereignisse und Entscheidungen
überschlagen sich förmlich und bereiten den Weg für ein gelungenes Ende.
„Sommerflüstern“ beginnt locker-leicht
und weiß durch die Jagd nach Hinweisen dennoch zu fesseln. Amüsante Dialoge
wechseln sich mit tiefgründigen Gedanken. Ein lockerer Lesegenuss für die
Sommertage.

6 KOMMENTARE

  1. Halli hallo

    Bin gespannt wie es mir ergehen wird…;)
    Und diesen Satz hier könnte ich direkt unterschreiben 😉
    "Was die Spannung angeht, können Contemporary-Storys für mich nicht annähernd mit Fantastischem und seinen unerwarteten Wendungen mithalten"
    Mir geht es nämlich auch immer so…

    Liebe Grüsse
    Bea

    • Also bisher habe ich wirklich noch keines erwischt… :-/
      Bin ich froh, dass es dir genauso geht – dachte schon, ich bin da zu speziell 🙂

      Liebe Grüße und viel Spaß bei der Leserunde – ich bin gespannt, was du zum Buch sagst.

      Steffi

    • So Buch beendet und ich weiss jetzt was du mit den Wendungen am Schluss meintest 😉
      Mir ging es nämlich genau wie dir, dieses Zeugenschutzprogramm, die Schiesserei und dann noch die Nierentransplantation war mir einfach zu viel Dramatik aufs Mal!
      Irgendwie passte das für mich nicht zu der ansonsten doch recht realistischen Geschichte!
      Ich hätte mir übrigens noch ein bisschen mehr Schnitzeljagd gewünscht und dass doch tatsächlich Ryan dahintersteckt wie Hunter schon vermutet hat war mir zu wenig überraschend.
      Ebenso gefielen mir zwar diese teilweise geäusserten Lebensweisheiten, aber ob 16-17 Jährige wirklich so denken??? ( Vielleicht bin ich zu alt oder ich war damals auch schon so weise?;)

      Alles in allem aber sicher eine gute Compteary- Geschichte, die sich vor " grossen" Autoren nicht zu verstecken braucht auch von mir gab es vier Sterne 😉

      Liebe Grüsse
      Bea

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