♂ Blackbirds (Chuck Wendig) [Rezension]

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„Ihre Hand fühlt sich an, als würde sie
einen heißen Ofen berühren. Sie schnappt nach Luft und zuckt zusammen und zieht
sie weg.“
(S.34)
„Man erkennt, das ganze Leben steht in
einem Buch, und wir alle bekommen so ein Buch, und wenn dieses Buch am Ende
ist, sind wir es auch.“
(S.111)
Sobald Miriam jemanden berührt,
offenbart sich ihr der Todeszeitpunkt und die Todesart dieser Person. Wichtig
ist nur, dass Hautkontakt besteht. Zu oft hat Miriam nun schon den Tod vieler
Menschen gesehen.

Auf dem Highway wird sie
von Louis, einem Trucker, mitgenommen. Er hat sie aus einer ziemlich
bescheidenen Situation gerettet. Nach einer harmlosen Berührung sieht sie auch
sein Ende. Doch etwas ist anders. Miriam scheint Teil dieser Szenerie zu sein
und eine wichtige Rolle dabei zu spielen. Noch nie ist es ihr gelungen, in das
Schicksal einzugreifen. Doch nun wird sie verfolgt. Von Geistern und von
reellen Gefahren. Miriam versucht ihr Bestes. Doch reicht es, um das Schicksal
zu verändern? Ihr eigener Tod scheint ebenfalls eine Option zu sein. Miriam
befindet sich nun mitten in einem Rennen um Leben und Tod.

„Blackbirds“ stand schon eine ganze
Weile auf meinem Must-Read-Regal. Nun endlich war es an der Zeit, diese
Geschichte zu lesen. Vieles hatte ich bisher darüber gehört. Das Buch scheint
die Geister zu scheiden. Also musste ich mir nun endlich eine eigene Meinung zu
dieser Geschichte bilden.
Gleich auf den ersten Seiten wurde ich
in die Geschichte geworfen. Ich hatte mich noch nicht einmal richtig zurecht
gefunden, da gab es schon den ersten Toten. Doch dann wurde ich näher
herangeführt, wurde Teil des Geschehens und konnte verstehen, weshalb dieses
Buch definitiv nicht einfach sein würde. Meine Neugier war geweckt.
Die Protagonistin Miriam machte es mir
anfangs auch wirklich nicht leicht, sie zu mögen. Und dennoch gab es da von
Beginn an diese Anziehung. Man kann es kaum beschreiben…Miriam hat etwas an sich,
was jedem sofort sagt, dass man auf jeden Fall die Finger davon lassen soll.
Und was tut man? Man schaut trotz aller Warnungen hin, lässt sich darauf ein
und plötzlich ist man selbst mittendrin in einem Dilemma. Auch ihre
Umgangsformen lassen eigentlich zu wünschen übrig. Ich weiß nicht wie, aber sie
übte auf mich eine Faszination aus, die schwer zu beschreiben ist. In Gedanken
habe ich sie mehrfach verurteilt, ihr das Schlimmste an den Hals gewünscht und
war immer wieder froh, wenn genau das nicht eingetroffen ist. Verdammt, da
hatte ich mal wieder einen starken Charakter erwischt, der polarisiert und
ausgerechnet mir gefällt. Doch ich bin froh darüber!
Chuck Wendig versucht, die
allgegenwärtige Realität mit fantastischen Elementen zu verbinden. Dies gelingt
dem Autor auch zu großen Teilen und wirkt glaubhaft.
Die Geschichte wird in Gegenwartsform, vorrangig
aus Miriams Sicht in dritter Person erzählt. Ab und an gibt es Erlebnisse aus
anderen Perspektiven, die den Plot abgerundet haben. Die Dialoge waren mitunter
an der Grenze des kommentarlos Lesbaren, dürfen aber in dieser Geschichte
eindeutig nicht fehlen.
Der Autor baute immer wieder Rückblicke
aus Miriams Vergangenheit ein. So konnte ich immer mehr verstehen, weshalb
Miriam diese Entwicklung genommen hat. Ihre von Selbsthass, Ironie und
Sarkasmus beherrschte Art ist sicherlich nicht jedermanns Sache, doch es ist
auch nicht leicht, sich dem Sog dieses Mix‘ zu entziehen.  
Die Geschichte insgesamt wirkt von
Beginn an schmutzig. Schmutzig von Anfang bis zum Ende. Und das ist nicht
negativ gemeint! Sarkastisch angehauchte Dialoge in einem wirklichen
Gossenslang untermalten dies durchgehend. Natürlich gab es immer wieder
Stellen, an denen ich nicht wirklich vorankam oder ich mir mehr Nervenkitzel wünschte.
Die mehr oder weniger durch Miriams Auftreten entspringende, insgesamt eher
depressive, Grundstimmung des Buches ließ mich immer neugierig weiterlesen und hielt
mich an den Seiten.

Chuck Wendig wählte für
seine Geschichte einen Showdown, der genau zu seiner Story passt. Nach einigem
Herzklopfen und erhöhtem Blutdruck auf den letzten Seiten von „Blackbirds“ kann
ich das Buch nun erstmal beruhigt zur Seite legen und mich auf den
Fortsetzungsband freuen. Denn dieser steht schon bereit und ich werde diesen
auf jeden Fall lesen!

„Blackbirds“ besticht nicht durch
atemberaubende Spannung, sondern durch eine ganz besondere Atmosphäre. Meine
Lesemomente in einer reellen, dafür düster depressiven Handlung belohne ich mit
knappen 4 Büchern.
Für alle, die an das Schicksal glauben,
sich damit jedoch nicht abfinden wollen und alles riskieren und akzeptieren, um
das Vorhergesehene noch zu vermeiden.
1. Blackbirds
2. Blackhearts
3. The Cormorant (Originaltitel, Erscheinungsdatum
im Original 2013))
4. Thunderbird (Originaltitel, geplant
im Original 2016)
5. Miriam Black 5 (noch ohne Titel)
6. Miriam Black 6 (noch ohne Titel)

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6 KOMMENTARE

  1. Hallo Anja,

    der zweite Teil steht auf jeden Fall schon bereit im Regal 🙂 Also lese ich sicher weiter.

    Als ich Steffi immer wieder erzählt habe, um was es sich in der Geschichte handelt, hat sie auch gleich den Numbers-Vergleich genannt. Ich selbst habe Numbers ja nicht gelesen.

    Und diese Geschichte hier hat wirklich so eine gewisse Faszination. Irgendwie konnte ich dann doch nicht mit dem Lesen aufhören und war neugierig, was auf den nächsten Seiten passieren wird…

    Liebe Grüße

    Kay

  2. Hi Kay,
    du hast es (endlich) gelesen und es hat dir gefallen. Yuchuuuu!
    Super zusammengefasst. Die Numbers-Bücher habe ich gelesen und kann diese nicht wirklich – bis auf Ähnlichkeit der Fähigkeiten – mit Chuck Wendig vergleichen. Wendig geht noch brachialer vor.
    Sehr schade ist, dass die Folgebücher vom deutschen Verlag nicht mehr übersetzt werden. 🙁

    Grüße dich lieb
    Sandy

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