♂ Geflutet (M. C. Conradt) [Rezension]

„Menschenrechte waren seit Jahren kein
Thema mehr, es ging lediglich um die Verteidigung der verbliebenen Ressourcen.
Flüchtlinge spielten dabei keine große Rolle – es herrschte das Zeitalter der
Gnadenlosigkeit.“
(S.37)
Mächtige Flutwellen lassen ganze
Landflächen verschwinden. Tornados und Stürme ungeahnter Heftigkeit überrollen
die Menschen. Naturkatastrophen treten in immer kürzeren Abständen auf. Die
Ursache hierfür wird auf den natürlichen Klimawandel zurückgeführt.
Doch kann der Klimawandel tatsächlich in
so kurzer Zeit diese Phänomene auslösen. Gibt es vielleicht einen anderen
Grund? Viele Millionen Menschen sind bereits gestorben. Wenn sich die
Entwicklung so fortsetzt, wird es noch deutlich mehr Tote geben.
Mia Harding, Reporterin der Times, hat
plötzlich Zugriff auf geheime Dokumente. Die Entschlüsselung gelingt gemeinsam
mit dem mysteriösen Hackernetzwerk Destiny. Doch der Inhalt dieser Dokumente
ist schockierend. Wenn diese Informationen an die Öffentlichkeit geraten, ist
das Chaos vorprogrammiert. Und nun werden Mia und ihre Helfer von den
einflussreichen und skrupellosen Drahtziehern gejagt. Denn zu viel steht auf
dem Spiel!
„Geflutet“ habe ich überraschend vom
canim-Verlag erhalten. Ich muss gestehen, dass ich das Buch eigentlich nicht
auf dem Schirm hatte. Doch die Informationen, die ich dann zu dem Buch erhalten
hatte, weckten meine Neugier und so begann ich mit dem Lesen.
Der Anfang war für mich dann auch
wirklich ein richtiger Appetizer. Ich bekam definitiv Lust, mehr über die Geschichte
erfahren zu wollen. Die Basis für einen guten Buchgenuss war also gelegt.
Auf den nachfolgenden Seiten erhielt ich
weitere Informationen. Viele Informationen. Informationen, die mein
Durchhaltevermögen an manchen Stellen fast überfordert haben. Erklärungen zu
Technik und Wirkungsweise bestimmter Konstellationen und Auswirkungen hielten
mich an den Seiten fest; den Inhalt einer Seite musste ich im Nachhinein auf
mich einwirken lassen, um die Aussagen verstehen und greifen zu können. Insgesamt
wirkte der Plot, trotz des hochexplosiven Themas, auf mich bis dahin etwas zäh
und mit Längen versehen. Selbstverständlich blieb ich an der Geschichte dran, denn
natürlich hat die Idee eine Chance verdient.
Nachfolgend kam der Lesefluss dann doch etwas
mehr zustande. Die anfangs von mir bemerkten Wortdopplungen in einzelnen
Absätzen verschwanden zunehmend. In den eingebauten Dialogen fand ich dann jedoch
neue Stolpersteine. Denn diese waren für mein Empfinden teilweise als Monologe
ausgelegt. Ich wusste mitunter nicht mehr, ob ich noch in der Aussage eines
Charakters stecke oder die Geschichte bereits ihren Fortlauf genommen hatte.
Den Schreibstil von M. C. Conradt möchte
ich an dieser Stelle, sagen wir mal als grundsätzlich gut lesbar aber hart
auslegen. Hart in dem Sinne, dass ich aufgrund der o. g. Empfindungen immer
wieder auf Ecken und Kanten gestoßen bin, die ich erstmal wegstecken musste. Die
Geschichte wurde dennoch stetig vorangetrieben. Für die Erzählung des Plots hat
der Autor als Basis die Vergangenheitsform in dritter Person gewählt. Die
Sichtweisen wechseln immer wieder und geben die Geschichte damit aus
verschiedenen Blickwinkeln wider.
Die vermeintliche Protagonistin Mia ist
selbstbewusst und zielstrebig. Doch die Mittel, die sie für ihren Erfolg
einsetzt, haben ihr schon einige Sympathiepunkte bei mir gekostet. Doch der
Zweck heiligt die Mittel und so sieht das Real-Life nun mal aus. Nach ihrem
„Einsatz“ konnte sie hier jedoch mit den weiteren Entwicklungen wieder etwas
aufholen und mich ihr Handeln dann etwas vergessen lassen. Im Endeffekt wirft
sie alle Bedenken über Bord und gibt ihr Bestes für den gemeinsamen Erfolg.
Setzt sogar ihr Leben aufs Spiel, würde sich opfern.
Insgesamt waren die Charaktere eher
oberflächlich gehalten. Dennoch konnte ich meine Phantasie spielen lassen und
hatte so gewisse Merkmale der handelnden Personen immer präsent.
Die Basis für M. C. Conradts Geschichte
ist seit Jahren aktuell und wird mit Sicherheit auch in der Zukunft aktuell
bleiben. Der Klimawandel ist uns allen alltäglich präsent. Die Idee für die
Ursache des Ganzen selbst bietet eine Menge Potential. Hier wurde aus meiner
Sicht definitiv auch ein Grundstein gelegt, der zum Nachdenken anregen kann.
Das Ende von „Geflutet“ war vorhersehbar
befriedigend für mich ausgestaltet. Ein anderes Finale hätte auch wirklich
nicht zu dieser aufrüttelnden Geschichte gepasst. „Geflutet“ ist aus meiner
Sicht alles in allem ein durchaus gelungener Debütroman, den es zu lesen lohnt.
Geflutet“ bietet Szenarien, die
Verschwörungstheoretikern definitiv gefallen und glaubhaft dargestellt werden.
Meine Einblicke in mögliche Entwicklungen zum Weltuntergang sind mir auf jeden
Fall 3 Bücher wert.

Für alle, die
übermächtigen Gegnern standhalten, ihre Ziele dabei bedingungslos verfolgen und
alle Kraft zur Rettung der Welt einsetzen können.

2 KOMMENTARE

  1. Das Buch hatte ich auch noch gar nicht auf dem Schirm, aber der Inhalt klingt gut!
    Vielleicht schaue ich da mal näher rein, wenn es mir irgendwo begegnet.
    Schöne Rezension 🙂

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