♂ Exit (Hugh Howey) [Rezension]

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„Die Blicke der Menschen, die sie von
früher kannte, erinnerten sie an den Wind, der sie oben auf dem Hügel angeweht
hatte. Die misstrauischen Blicke kamen wie Böen – und genauso schnell sahen die
Leute auch wieder weg.“
(S.52)
„Nun sah sie die Blutspritzer an der
Wand. Sie spürte, wie die Schluchzer, die sie niedergekämpft hatte, bevor sie
eingeschlafen war, in ihr aufstiegen und ihr die Kehle zuschnürten.“
(S.211)
„Helden gewannen nicht. Helden waren
diejenigen, die aus purem Zufall als Letzte noch aufrecht standen.“
(S.221)
Gegen alle Widerstände treibt Juliette
die Bohrung zu Silo 17 voran. Die Kinder zu retten, hat für sie höchste
Priorität. Doch nicht nur in ihrem eigenen Silo mehren sich die Stimmen, die
gegen das Vorhaben sind. Juliette weicht keinen Zentimeter von ihrem Plan ab.
Auch in Silo 1 betrachtet man die Bohrung mit Argwohn. Hat Juliette nun eine
Grenze überschritten? Wenn die Machthaber in Silo 1 ihre Drohungen wahr machen,
werden alle Menschen in Juliettes Silo sterben. Wie weit ist sie wirklich
bereit zu gehen?
Zur Silo-Reihe von Hugh Howey muss ich
wahrscheinlich gar nicht mehr viel sagen. „Silo“ ist in der Buchwelt ja
wirklich sehr gut angekommen. Nachdem ich die ersten beiden Teile der Reihe nun
schon gelesen hatte und sie mir gut gefallen hatten, wollte ich mir das
Trilogiefinale natürlich nicht entgehen lassen. Und nun endlich lag „Exit“
lesebereit vor mir.
Nach den ersten Seiten hatte ich jedoch irgendwie
das Gefühl, dass mir einige Teile der bisherigen Geschichte gedanklich
abhandengekommen waren. Tatsächlich war es so, dass die Erinnerungen erst nach
und nach wieder in meinem Kopf auflebten. Mag es an der Zeit zwischen dem
Erscheinen des zweiten und dritten Teils gelegen haben oder doch an etwas anderem.
Ich fühlte mich zu Beginn ein wenig fremd.
Zum Glück ließ dieses Gefühl jedoch mit
steigender Seitenzahl immer mehr nach. Besser und besser kam ich nun in die
Geschichte hinein und konnte mich auf den Fortgang konzentrieren.
Hugh Howey verwendet auch in diesem
finalen Trilogieteil die Vergangenheitsform. Hauptsächlich werden die Kapitel
aus Juliettes Sicht erzählt, allerdings wechseln die Sichten im weiteren
Verlauf immer wieder und ich konnte andere Perspektiven erleben. Durch diesen
Rundumblick war ich in der Geschichte dann wirklich immer am Puls des
Geschehens.
Wie bereits in den Vorbänden schafft es
Hugh Howey auch in „Exit“, die Spannung konstant von Seite zu Seite zu
steigern. Hatte ich anfangs meine gewissen Einstiegsschwierigkeiten, wurde ich
nachfolgend mehr und mehr an die Seiten gefesselt. Verschiedene
Handlungsstränge laufen kontinuierlich auf ein gemeinsames Ziel zu und ließen
mich die vom Autor erschaffene Welt hautnah erleben. Nach wie vor verwendet
Hugh Howey keinen ausufernden Erzählstil; dennoch waren die Szenerien für mich
immer vorstell- und greifbar beschrieben.
Die Protagonistin Juliette hat klare
Ziele vor Augen. Auch wenn sie mit ihrer nicht gewollten Rolle als Mayor
offensichtlich überfordert ist, bleibt sie der Typ für das Praktische und
trifft hier notwendige Entscheidungen. Dennoch spielt sie damit unbewusst immer
wieder mit dem Leben vieler Menschen. Unterbewusst weiß sie dies auch. Und doch
kann sie dem inneren Drang nicht widerstehen, ihren Weg auf Biegen und Brechen
zu gehen. Alternativen dazu zieht sie nur am Rande in Betracht. Dass es hierbei
auch ein böses Erwachen geben könnte, schließt sie kategorisch aus.
Hugh Howey hat sich für das
Trilogiefinale einen mitreißenden Showdown aufgehoben. Hier müssen die
Charaktere nochmals alles aus sich herausholen. Die Geschichte lässt der Autor
anschließend beruhigend ausklingen. Insgesamt hat mich das Ende zwar nicht
unbedingt überrascht, dennoch kann ich nun mit dieser Geschichte sehr zufrieden
abschließen.
In „Exit“ erlebte ich eine bedrückende
und einengende Stimmung, die vom Kampfgeist und der Souveränität mancher
Charaktere immer wieder durchbrochen wird und die Geschichte damit konsequent
auf ein gemeinsames Ziel zusteuern lässt. Insgesamt hat mir dieser
Trilogieabschluss wirklich gut gefallen und damit kann ich guten Gewissens
solide 4 Bücher vergeben.
Für alle, die sich nicht in engen
Grenzen festhalten lassen, ihr Ziel niemals aus den Augen verlieren und mit
Bedrohungen umgehen können. 
Die Reihe:
1. Silo (Rezension)
2. Level (Rezension)
3. Exit

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2 KOMMENTARE

  1. Hallo Kay,

    nachdem nun der letzte Teil der Trilogie erschienen ist, kann ich endlich mit dieser anfangen. "Silo" habe ich ja bereits und die beiden anderen werden bestimmt bald folgen.

    Auf jeden Fall hat mich deine Rezi neugierig darauf gemacht und ich denke im Mai werde ich zu Teil 1 greifen.

    Grüße Uwe

  2. Hallo Uwe,

    lass dich im ersten Teil nicht von den Treppen abschrecken und bleib dran. Der zweite Teil ist dann der Hammer! Und der dritte Teil komplettiert das Ganze 🙂

    Liebe Grüße

    Kay

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