☺ Das wilde Määäh (Vanessa Walder) [Rezension]

Nachdem uns schon der Klappentext
neugierig gemacht hat und die Leseprobe zum Lachen brachte, mussten wir das
Buch natürlich haben. Vom ersten Moment an waren wir von der Geschichte
gefesselt.
Alles beginnt ganz unheimlich, so mitten
in der Nacht im Wald.
Etwas tut sich da. Ein zweibeiniges
Tier, nur den Kopf mit Fell bedeckt, bringt ein fremdartiges, wolliges, seltsam
riechendes Ding
in den Wald. Die Tiere – ganz gleich ob Fuchs, Hase, Maus oder
Hirsch – sind sich nicht sicher, um was genau es sich bei dem Ding handelt.
Soll man es essen oder ist es gefährlich, vielleicht sogar giftig? Keiner von
ihnen hat jemals diesen seltsamen Laut gehört, den das Ding von sich gibt:
„Mäh!“
Dennoch beschließt Rhea, die Anführerin
des Wolfsrudels, sich des kleinen Tieres anzunehmen und nennt es Ham.
Ham wächst von da an als Wolf im Rudel
auf
, Seite an Seite mit vielen Geschwistern, Cousins und Cousinen, Tanten und
Onkel. Doch je älter Ham wird, umso deutlicher erkennt er den Unterschied
zwischen sich und den anderen Wölfen. Er ist Vegetarier, isst lieber „den
Boden“, als auf die Jagd zu gehen. Er sorgt auch nicht für Angst und
Schrecken, wenn er anderen „Beutetieren“ zu nahe kommt und freundet
sich – eigentlich unmöglich für einen Wolf – sogar mit einem Rehbock an.
Irgendwann ist klar, dass Ham kein Wolf
ist und er macht sich auf die große Reise jenseits der Grenzen des Waldes, um
seine wahre Herkunft zu erkunden. Unerwartet im Schlepptau hat er seinen neu
gewonnenen Freund, den Rehbock Flöckchen, und seine Schwester, die junge Wölfin
Feder. Die ungewöhnliche Gruppe wird später noch durch die altersschwache Katze
Madame Nobia und Quentin, den Jungbullen, ergänzt.
Alleine die Geschichte und Vanessa
Walders herrlich lockerer Erzählstil machten „Das wilde Mäh“ schon zu
einem Erlebnis. Was die Tiefe der Geschichte angeht, bin ich jedoch immer noch
begeistert. So komplett aus tierischer Perspektive zu schreiben, brachte einen
völlig neuen Blickwinkel in altbekanntes Wissen. Sei es das
„Wassertier“, das man immer sieht, wenn man in den Fluss schaut und
das bei jedem anders aussieht. Oder die unterschiedliche Bezeichnung für den
Mond, weil jedes Tier eine andere Erklärung dafür hat: Wie die Überlegung der
Wölfe, dass die Rudeltreffen stattfinden, wenn die große Wölfin ihr Auge ganz
geöffnet hat. Hier bestand teilweise zwar noch etwas Gesprächsbedarf, weil vor
allem der kleine Sohn sich unter diesen Begriffen nichts vorstellen konnte –
doch immer öfter konnte er sich in Ham und seine Freunde hineinversetzen und
„wie sie denken“.
Auch wenn uns Menschen vom ersten Laut
an klar war, „was“ Ham denn für ein Wesen ist, fieberten wir mit ihm,
lachten, freuten uns und trauerten, denn auf der großes Reise muss die Truppe
gefährliche Hürden überwinden.
Die Autorin hat mit diesem Buch einen
wirklich fantastischen tierischen Einblick in das Leben im Wald gegeben, den
wir zu dritt (Mama, Sohn 5 Jahre, Sohn 10 Jahre) gemeinsam genossen haben. Nun
liegt Band 2 „Das wilde Määäh und die Monster-Mission“ für die
gemeinsame Lesezeit bereit. Denn auch wenn Hams erstes Abenteuer abgeschlossen
ist, können wir von den tierischen Charakteren nicht genug kriegen.
Vanessa Walders „Das wilde
Määäh“
ist eine absolute Top-Empfehlung für Erstleser oder auch zum
gemeinsamen Lesen, damit letzte Fragen bzgl. der „tierischen
Denkweise“ der Erzähler noch besprochen werden können.
Eine absolut tiefgründige Geschichte,
die das Anderssein so humorvoll transportiert, dass man das Buch einfach lieben
MUSS. Verdiente 5 Spielsachen für Ham und sein ungewöhnliches Rudel.

8 KOMMENTARE

  1. Das Buch ist für mich das beste Kinderbuch überhaupt und wie du schon geschrieben hast, eigenet es sich ganz wunderbar zum gemeinsamen Lesen bzw. Vorlesen.
    LG
    Sunny

    • Wir haben ja mit Band 2 auch schon begonnen und das ist wieder so wahnsinnig tiefgründig (mit den Grenzen eines Rudels, die wie Zäune sind). Echt beeindruckend.

      Liebe Grüße

      Steffi

    • Auf jeden Fall! Die "Dialekte" mancher Tiere sind zwar eine Herausforderung, aber ich glaube, das ist beim Vorlesen schlimmer 🙂
      Inhaltlich ist es gar kein Problem, der Humor kommt ganz sicher an 🙂
      Vielleicht kommen die "Hintergründe" nicht zu 100% an (das "Wassertier" zum Beispiel), aber darüber kann man ja immer wieder sprechen.

      Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen

      Steffi

  2. Buch ist super angekommen! Nichte liebt es. Wir haben auch Band 2 halb durch und den findet sie noch spannender mit Monstern und so 😉 Gruß, Otto

  3. Ich lese gerade den zweiten Band (den ersten habe ich nicht gelesen) und bin wie ihr ganz begeistert!! Die Ideen mit den Dialekten und der ganze Aufbau und Hintergrund ist echt toll! Hach, wirklich wieder eine ganz tolle Kinderreihe!

    Liebe Grüße
    Sandra

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