♂ Der Rosie-Effekt (Graeme Simsion) [Rezension]

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„Ich stand also vor einem weiteren
Problem, das ohne mein Eingreifen nicht gelöst werden würde.“
(S.145)
Don und Rosie sind nun verheiratet. New
York ist ihre neue Heimat. Don hat gelernt, Kompromisse einzugehen. Auch wenn
es nicht seiner Natur entspricht.
Das Eheleben hat sich eingespielt, die
Beziehung ist stabil. Bis zu dem Zeitpunkt, als Rosie Don gesteht, dass sie
schwanger ist.
Don geht die ganze Sache
wissenschaftlich an. Sein Wissens- und Forscherdrang ist geweckt. Doch er kann
nicht aus seiner Haut. Und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten
Missverständnisse, Probleme und Zwischenfälle eintreten.
Der erste Teil „Das Rosie-Projekt“ hatte
mich wirklich rundum begeistert. Natürlich habe ich deshalb dem Erscheinen von
„Der Rosie-Effekt“ entgegengefiebert. Nach recht kurzer Warteschleife in meinem
Must-Read-Regal habe ich das Buch dann auch schnell zur Hand genommen.
Begeistert las ich die ersten Seiten und
fühlte mich sofort wieder wohl. Ich freute mich, dass die Beziehung zwischen
Rosie und Don so gut funktionierte. Alles passte sehr gut zusammen und ich
genoss die Szenerie.
Der Einschnitt in diese heile Welt ließ
nicht lange auf sich warten. Rosies Geständnis, schwanger zu sein, war für Don
sehr überraschend. Mehr oder weniger hat ihn dieses Geständnis in seiner
strukturierten Vorgehensweise und Lebensplanung aus der Bahn geworfen. Er gibt
sein Bestes; doch das scheint auf Dauer nicht gut genug zu sein.
Graeme Simsion bleibt der
eingeschlagenen Linie treu und lässt ausschließlich und konsequent Don aus
seiner Sicht in Vergangenheitsform erzählen. Wie bereits im ersten Teil wird
die Geschichte durch viele Dialoge zwischen den Charakteren aufgelockert. Doch
in dieser Fortsetzung wirkte so manche Handlung plötzlich steif, konstruiert. Die
Wirkung des Außergewöhnlichen aus dem ersten Band konnte ich nur noch zum Teil
verspüren.
Don ist mit der Situation völlig
überfordert. Aufgrund seiner grundsätzlich gradlinigen und logischen
Vorgehensweise fehlt ihm die entsprechende Empathie für Rosie. Und das habe ich
sehr deutlich gespürt. Auch wenn hierdurch die eine oder andere wirklich
witzige Situation entstanden ist. Der Charme der Unbeholfenheit in der
Sozialkompetenz und der Esprit der konsequenten Logik verflogen zusehends.
Damit einhergehend entstand für mich
dann doch so manche Länge hinsichtlich zwar nachvollziehbarer und
wissenschaftlich erklärbarer Erläuterungen, die irgendwann jedoch nur noch zu
einem schnellen Überfliegen der betreffenden Textstellen meinerseits führten.
Rosie selbst ist aus meiner Sicht in der
Fortsetzung deutlich zu kurz gekommen. Ich hatte zwar immer das Gefühl, dass
sie natürlich Teil der Handlung ist. Allerdings erscheint sie immer nur
irgendwo am Rande. Und das war mir eindeutig zu wenig.
Trotz aller Kritik konnte ich die
Geschichte wiederum genießen, konnte über Dons Eskapaden lachen und mich von
den folgerichtigen Verwicklungen und Missverständnissen durchaus begeistern
lassen.
Auch für das Ende hat sich Graeme
Simsion eine nachvollziehbare Entwicklung überlegt, die zwar nicht überrascht
hat, mich dennoch das Buch zufrieden aus der Hand legen lässt. 
„Der Rosie-Effekt“ knüpft konsequent an
die Handlungsstränge des Vorgängers an, Charme und Handlungswitz erreichen
diesen jedoch nicht immer. Ich konnte die Handlung genießen und fühlte mich
wohl in der Welt von Don und Rosie. Dons Eskapaden und Rosies nüchterne Realität
sind mir allemal gute 3 Bücher wert.
Wer Lachanfälle aufgrund subtiler
Situationen nicht ausschließt, muss zu diesem Buch greifen. Für alle, die den
ersten Teil bereits mochten, sollte es sich hier um ein Want-to-Read handeln!
1. Das Rosie-Projekt
2. Der Rosie-Effekt

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13 KOMMENTARE

  1. Hey!
    Ich kann deine Bewertung gut nachvollziehen. Meine Rezension steht noch aus, aber es werden auch 3 Federn. Ich fand auch, dass das Buch einige Längen aufwies und die außergewöhnliche Art von Don, die ich im ersten Band so spannend fand, hier zum Teil nicht so gut rüber kam. Rosie hatte deutlich zu wenig Raum. Alles in allem hat mich Band 2 leider auch nicht ganz überzeugen können.
    LG
    Yvonne

  2. Hallo Yvonne,

    irgendwie fand ich es echt schade, dass das Niveau des Vorbandest nicht gehalten werden konnte. Auf der anderen Seite war der erste Teil für mich allerdings auch echt überraschend gut gewesen. Wahrscheinlich hatte ich jetzt zu hohe Erwartungen…

    Liebe Grüße

    Kay

    • Richtig enttäuscht war ich ich eigentlich gar nicht. Ich kann gar nicht wirklich sagen, was ich erwartet habe. Der erste Teil war ja kaum zu toppen…Aber es waren ganz einfach zu viele Längen enthalten und einiges war zu überspitzt dargestellt. Dennoch gut zu lesen 🙂

  3. Hm schade, dass es dir nicht so gut gefallen hat wie das "Rosie Project". Ich hab auch ein bisschen die Befürchtung, dass es nachlässt und nicht mit Buch 1 mithalten kann. In Band 1 war die Sicht völlig neu und nun kennt man Don einfach schon und möchte mehr geboten haben. Ich werde es noch lesen, aber für mich hat es Zeit.

    Liebe Grüße,
    Tina

    • Hi Tine,

      du triffst es genau auf den Punkt. Jetzt kennt man Don schon. Und das kann mitunter schon anstrengend sein…Der Überraschungseffekt ist ganz einfach nicht mehr da. Dennoch gut zu lesen 🙂

  4. Huhu mein liebster Kay <3

    ich habe jetzt nur dein Fazit gelesen, was ja sehr selten vorkommt. Aber da ich Band 1 ja noch nicht gelesen habe, wollte ich mich nicht selbst spoilern.

    Schade, dass Band 2 nicht mehr so super ist wie sein Vorgänger, ich freue mich aber dennoch auf die Reihe.

    Dickes Küsschen, Ally

  5. Liebste Ally,

    die Reihe solltest du nicht versäumen! Der erste Teil ist megagenial; beim zweiten Teil schlägt dann der Gewohnheitsfaktor etwas zu. Aber lesenswert sind beide Bücher allemal 🙂

    Ganz dickes Küsschen

    Kay

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