♂ Open Minds – Gefährliche Gedanken (Susan Kaye Quinn) [Rezension]

„Ich versuchte an positive Sachen zu
denken, für den Fall, dass meine Gedanken wieder zum Leben erwachen würden –
als ob ein alptraumhafter Wunsch auf einmal Wirklichkeit würde.“
(S.33)
In einer Welt voller Gedankenleser hat
es Kira nicht einfach. Sie ist eine Null – eine Nicht-Leserin. Und sie wird
immer eine Null bleiben. Eine Wandlung ist bei ihr nicht absehbar.
Kiras Fähigkeit kommt ebenso plötzlich
wie unerwartet. Und sie hat Angst davor. Angst, Menschen zu verletzen. Sie will
die ihr Nahestehenden nicht kontrollieren.

 

Kira versucht, ihre Kraft zu verbergen.
Selbst vor Raf, der als Einziger zu ihr hält. Doch sie grenzt sich von ihm ab,
will ihm nicht wehtun. In Simon, ein Mindjacker wie sie selbst, findet sie
scheinbar einen Verbündeten. Doch was plant Simon wirklich? Kira verstrickt sich
immer mehr in ein Netz aus Lügen. Die Gefahr für sie wird immer größer. Jede
Unachtsamkeit könnte tödlich für sie enden.
„Open Minds – Gefährliche Gedanken“ hat
eher zufällig meinen Weg gekreuzt. Der Klappentext hatte mir jedoch bereits
sehr gefallen und so bin ich neugierig geworden. Nachdem das Buch bei mir
angekommen war, konnte ich mich dann auch gleich in die Seiten werfen.
Den Einstieg empfand ich als nicht ganz
so einfach. Obwohl mir Kira an sich sympathisch war und ich mich in ihrer Welt
recht gut zurechtgefunden hatte, zweifelte ich das eine oder andere Mal an
ihren Entscheidungen und Gedankengängen. Ihre getroffene Wahl bereitete mir
ebenso einiges Kopfzerbrechen, wie eine gewisse bei ihr aufkeimende Naivität. Kleine,
sich abzeichnende Längen, waren glücklicher Weise nur im Ansatz zu spüren,
verflogen jedoch im weiteren Verlauf.
Mit meinen Fortschritten in der
Geschichte verflüchtigte sich mein erster Eindruck zum Glück zusehends. Ab
einem bestimmten Punkt nahm die Handlung spürbar Fahrt auf und hielt mich an
den Seiten. Nun sprang ein Funke auf mich über, der meine
Anfangsschwierigkeiten fast vergessen machen konnte.
Ich erlebte die Handlung aus Kiras
Ich-Perspektive in Vergangenheitsform. Der Schreibstil von Susan Kaye Quinn war
recht flüssig und gut zu lesen. Gesprochene wie auch gedankliche Dialoge
hielten mich ziemlich nah am Geschehen und gestatteten mir Einblicke zu den
Hintergründen mancher Handlungen.
Nachdem Kira unerwartet ihre Fähigkeit
entdeckt, dabei Raf jedoch verletzt, ist sie selbst am meisten schockiert.
Bisher war sie immer davon ausgegangen, eine Null zu sein. Niemals wäre es ihr
in den Sinn gekommen, dass es die Möglichkeit geben könnte, fremde Gedanken zu
kontrollieren und zu steuern. Obwohl sie weiß, dass Simon ihr mit Sicherheit
nicht gut tun wird, sucht sie dennoch seine Nähe. Denn sie hofft, dass er ihr
helfen kann. Mit ihrem Verhalten stößt sie Raf, der als Einziger bisher noch zu
ihr gehalten hat, vor den Kopf. Und Enttäuschungen scheinen vorprogrammiert zu
sein und bleiben nicht aus.
Susan Kaye Quinn entwirft hier eine
wirklich bedenkliche Welt, in der Menschen gegenseitig ihre Gedanken lesen
können. Geheimnisse kann es so natürlich kaum geben; niemand ist wirklich für
sich allein. Allein die Vorstellung eines solchen Szenarios ist für mich
erschreckend. Denn wo würde es hinführen, wenn jeder die Gedanken des Anderen
kennen und so vermutlich Dinge erfahren würde, die man lieber nicht austauscht.
Das Setting empfand ich insofern wirklich sehr gelungen.
Nachdem die Geschichte eine
entsprechende Sogwirkung auf mich bekommen hatte, steigerte sich mein
Lesegenuss deutlich und ich ließ mich Richtung Showdown treiben. Hier hat sich
Susan Kaye Quinn einen wirklichen Höhepunkt einfallen lassen, um anschließend
mit einer letzten Entscheidung meine Neugier auf die Fortsetzung zu schüren.

 

Einen Hinweis muss ich zum Schluss
definitiv noch geben, auch wenn dies keinen Ausschlag auf meine Bewertung geben
wird. Beim Lesen ist mir in der Geschichte eine Vielzahl von Fehlern
aufgefallen, die bei einer nochmaligen Überarbeitung ausgemerzt werden könnten.
Angefangen von fehlenden Buchstaben und Wörtern über unkorrekte Zeitformen bis
hin zu Wortdopplungen. Da dies jedoch nicht die Idee und Umsetzung der Autorin
selbst betrifft, lasse ich diese Feststellung außen vor.
„Open Minds – Gefährlich Gedanken“
besticht durch eine fesselnde Idee, die in einem spannenden Setting ihre
Umsetzung findet. Hier findet man eine erschreckend offene Welt vor, deren
Gefahren man nicht auf den ersten Blick erkennt. Nach kleinen Startproblemen
konnte mich Kira nachfolgend mehr und mehr für sich einnehmen und verschaffte
mir schöne Lesestunden, die ich an dieser Stelle mit 4 Büchern belohne.

 

Für alle, die sich vom ersten Eindruck
nicht täuschen lassen, konsequent ihren Weg gehen und an Charaktere glauben
können.
1. Open Minds – Gefährliche Gedanken

 

2. Originaltitel: Closed Hearts
3. Originaltitel: Free Souls

10 KOMMENTARE

  1. Soooooooooooo mein Lieber Kay 😀

    Danken wir den guten alten Zufall und ich bin so happy, dass es dich trotz kleiner Schwächen begeistern konnte. ^.^ Deine Rezension hat mein fanboyherzchen echt erfreut und ich re-reade es ja demnächst nochmal und achte mal auf deine angesprochenen Fehler. O.o Ist mir damals gar nicht sooo stark aufgefallen. Aber wirklich klasse, dass du es nun auch gelesen undmit uns bis Dezember auf die Fortsetzung warten musst. *Allein leidet es sich auch viel zu qualvoll*

    Dir noch ein wunderschönes restwochenende
    ~ Jack

    • Hach, Jack, ich habe mich beim Lesen tatsächlich die ganze Zeit beobachtet gefühlt 😉 Insgesamt konnte ich die Geschichte wirklich ziemlich genießen. Die Idee ist richtig klasse. Dezember ist ja auch nicht mehr lange hin. Bis dahin werden wir es wohl überstehen müssen 🙂

      Liebe Grüße

      Kay

  2. Hallo meine allerliebster Kay <3

    das ist mal wieder eine wirklich tolle Rezension die mich jetzt doch sehr neugierig auf das Buch bzw. die ganze Reihe macht. Ich bin schon unglaublich auf deine Meinung zu Band 2 gespannt.

    Viele Küsschen, Ally

  3. Hallo Kay!

    Nach der Rezension muss ich "Open Minds" nun doch lesen. Bisher habe ich es ja erfolgreich ignoriert, aber mir war schon klar, dass ist ein Buch für mich …

    Das mit den Fehlern ist aber wirklich unschön. Schade, wenn dadurch der Lesegenuss beeinträchtigt wird.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    • Hallo Nicole,

      ich konnte die Fehler irgendwann etwas ausblenden, bin aber trotzdem immer wieder darüber gestolpert. Die Geschichte ist es wirklich wert, nochmal dahingehend überarbeitet zu werden…

      Liebe Grüße

      Kay

  4. Hallo Nicki,

    das ist auf jeden Fall eine gute Entscheidung! Auch sind diese ganzen Fehler scheinbar nur in der Taschenbuchausgabe, weil versehentlich die falsche Datei geladen wurde. Ich denke, mit der Geschichte selbst könntest du viel Freude haben 🙂

    Liebe Grüße

    Kay

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