♂ Keine Zoombies (Maria Engels/David Michel Rohlmann) [Rezension]

„Für Helden war diese Welt nicht
gemacht. Man konnte kämpfen und auf einen Sieg hoffen oder man rannte und
überlebte. Vorerst. Denn das Überleben war eine Anstrengung, die nie endete.“
 
(„Keine Zoombies“,
Position 268, 43%)

 

Auf „Keine Zoombies“ bin ich eher durch
Zufall gestoßen. Es handelt sich hier um eine Anthologie, in der 3
Kurzgeschichten enthalten sind. Obwohl Zombies eigentlich nicht unbedingt meine
Leserichtung ausmachen, bin ich hier doch irgendwie neugierig geworden.
So startete ich in dieses Werk und
befand mich in der ersten Geschichte „Auf in die Schlacht!“ von Maria Engels an
der Seite von Josh, Amy und BG. Und diese befinden sich in einer ziemlich
misslichen Lage. Das Haus, in dem sie sich nun befinden, sah eigentlich nicht
gefährlich aus. Doch nun müssen sie sich den Weg freikämpfen. Die Situation
scheint ausweglos.
Maria Engels präsentiert diese
Geschichte in Vergangenheitsform aus der der Ich-Perspektive von Josh. Die
Geschichte beginnt mit Tempo und ebbt auch auf den folgenden Seiten nicht ab.
Die Charaktere wurden vorstellbar beschrieben, genau ausreichend für eine
Kurzgeschichte. Dass hierdurch natürlich nur ein Anflug von Nähe aufkommen kann, dürfte klar sein. Ich fand hier keine zombietypischen übertriebenen Gemetzel,
sondern war von der Idee und dem Ende der Geschichte sogar überrascht.
Weiter ging es dann mit der Shortstory „Keine
Zoombies“
von David Michel Rohlmann. Hier geht es um einen Teil einer Gruppe
von Überlebenden, die sich nach der Apokalypse in Europa im Leipziger Zoo
verschanzen konnten. In scheinbarer Sicherheit haben sie vorerst genügend zu
essen und müssen keinen Hunger leiden. Doch wie lange wird diese Sicherheit
anhalten können?
Herrn Rohlmann gelingt es von Beginn an,
eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, die mich an den Seiten halten konnte.
Auch seine Charaktere sind anschaulich beschrieben. Die Geschichte erlebte ich
aus der Sicht des Protagonisten Mark in Vergangenheitsform. Die gewählte Erzählweise
in dritter Person gestattete es mir, immer einen Überblick über das Geschehen
zu erhalten. Mit dem Ende der Geschichte gelang David Michel Rohlmann ein
sowohl nachvollziehbares als auch nervenaufreibendes Ende.
Last but not least befand ich mich
sodann in der Abschlussgeschichte „Wie wir wurden, was wir sind“ von David
Michel Rohlmann. Diese Geschichte baute letztendlich auf „Keine Zoombies“ auf
und so erlebte ich den anderen Teil der Überlebendengruppe im Leipziger Zoo.
Zwischenzeitlich ist der Hunger hier zum ständigen Begleiter geworden. Eine
schier unvorstellbare Idee wird in die Tat umgesetzt. Die Konsequenzen daraus
sind lebensbedrohlich und verändern alles.
Auch diese Geschichte wird in
Vergangenheitsform erzählt. Wechselnde Sichten beleuchteten die verschiedenen
Blickwinkel und erlaubten mir so manche Erkenntnis. Im Endeffekt bringt David
Michel Rohlmann hier die dunkelste Seite des Menschen zum Vorschein und
erinnert an das, was nicht verleugnet werden kann. Die Urinstinkte kann man
nicht abschalten, in Extremsituationen geht es nur um das Eine – Überleben!
Dem Autorenteam ist mit „Keine Zoombies“
ein Werk gelungen, bei dem das Lesen Spaß gemacht hat.
Zugegeben, bei so mancher Formulierung oder inhaltlichen Darstellung bin ich
manchmal etwas gestolpert. Die Umstände des Ganzen selbst habe ich letztendlich
akzeptieren können, war auf das „Wieso“ dennoch neugierig. Insgesamt
konnte mich dies im Lesefluss jedoch kaum behindern. Die Ideen
und die Umsetzung sind auf jeden Fall einer Erwähnung wert. Definitiv fand ich
hier keine typische Zombie-Story, denn das Autoren-Duo wartet mit vielen eigenen
Gedanken und Handlungsansätzen auf. Ich konnte mich auf dieses Werk einlassen
und bereue meinen kleinen Ausflug auf dieses Terrain keinesfalls. Die Basis für
weitere Geschichten des Duos, sei es getrennt oder auch wieder als Team, ist
zumindest gelegt.
In „Keine Zoombies“ findet man natürlich auch Gemetzel, befindet sich mit den Charakteren jedoch schnell in der Geschichte. Auch wenn die Umstände für das Szenario zum Großteil im
Unklaren bleiben, konnte ich mich auf die Welt einstellen und das Setting genießen.
Meinen Ausflug in ein apokalyptisches Europa belohne ich deshalb mit 4 Büchern.

Für alle, die
kurzzeitigen Ausflügen aus ihrem gewohnten Leseumfeld nicht abgeneigt sind,
sich dabei auf das Wesentliche konzentrieren können und Charaktere nicht
vorverurteilen.

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