[Spielerezension] Fliegende Zeilen

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1 Vers-Verzeichnis
30 Bewertungskarten
6 Notizblöcke
5 Aufgabenkarten
1 Würfel
1 Sanduhr
Die bestechende Optik und der
Werbeslogan „literarische Abenteuerreise“ haben uns neugierig gemacht. Schnell
stellte sich jedoch heraus, dass eine offensichtlich angebrachte Spieleranzahl
(mindestens 3, maximal 6) und auch Altersempfehlung (laut Amazon 12) fehlt.
Dennoch nahmen wir die Herausforderung an und zogen auch unseren ältesten Sohn
(9) hinzu.
Zur Spielvorbereitung gehört die
Ausgabe der Notizblöcke und die Verteilung der Bewertungskarten abhängig von
der Teilnehmerzahl. Es sollte auch vorab vereinbart werden, wie viele Runden
gespielt werden.
Das Spiel läuft in drei Phasen ab.
Die Auswahlphase:
Es wird eine der 5 Aufgabenkarten
gezogen (die Expertenkarte sollte man jedoch erst verwenden, wenn man echter
Profi ist), die Aufgabe selbst wird mit dem Würfel bestimmt.
Die Aufgaben reichen von „einen Reim
für die Zeile finden“, über „formen Sie aus der Zeile eine Tragödie“ bis zu „finden
sie einen zu der Zeile passenden Songtitel“.
Die Zeile wird mit drei Würfelschritten
aus dem beiliegenden Versverzeichnis bestimmt.
Die Kreativphase:
Nach Umdrehen der beiliegenden Sanduhr
hat jeder der Spieler 90 Sekunden Zeit, seine Aufgabe zu erledigen und seinen
Text auf dem Notizblock zu notieren.
Die Bewertungsphase:
Nach Vorlesen der eigenen kreativen
Texte folgt die Punktevergabe. Jeder Spieler erstellt eine Rangliste mit dem
besten, dem zweitbesten… Text und ordnet die Bewertungskarten verdeckt entsprechend
zu. Am Ende deckt jeder Spieler die Karten auf und addiert seine Punkte und
notiert sie.
Die nächste Runde beginnt.
Wir empfanden die Aufgaben als
teilweise sehr schwierig, vor allem innerhalb der kurzen Zeit. Auch hätten wir
uns ein paar mehr Aufgaben gewünscht, da sich so nach ein paar Spielrunden
schnell Wiederholungen einschleichen können.
Glücklicherweise lässt sich das Spiel
an eigene Bedürfnisse anpassen und wir haben beispielsweise verschiedene
gewürfelte Zeilen erst gereimt, dann zu Schlagzeilen verarbeitet oder Lautsprecherdurchsagen
gemacht – einfach mündlich, ohne Notizen und Sanduhr. Auf diese Weise konnten
auch unsere Söhne problemlos mitspielen und „Fliegende Zeilen“ bietet einen
ganz besonderen Ansatz, um sich mit der Sprache auseinanderzusetzen.

„Fliegende Zeilen“ ist nichts für
traditionelle Spieleabende. Es ist eine geistige Herausforderung, die aufgrund
des Zeitdrucks alles andere als einfach ist. Optisch ein Highlight, hätte ich
mir mehr Aufgabenkarten, evtl. auch Karten für jüngere Mitspieler, gewünscht –
denn die Spieleranzahl und die Altersangabe sucht man auf der Verpackung
vergeblich.

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