♀ Nymphs – Verführerischer Vollmond (Sari Luhtanen, Miikko Oikkonen) [Rezension]

Bereits in der Verlagsvorschau ist mir
„Nymphs – Verführerischer Vollmond“ aufgefallen. Als es dann bei mir ankam, bin
ich neugierig geworden und habe einfach mal begonnen zu lesen.
„Nymphs“ beginnt mit einem kurzen
Prolog, einem schockierend realistischen Traum für Protagonistin Didi, ein
Traum, den sie nicht das erste Mal hat: von einem Mann mit einem roten Funkeln
in den Augen, dessen Blick Didis Haut zu verbrennen vermag.
Danach lernte ich recht zügig Didi,
eigentlich Desiree, und ihre Lebensumstände kennen. Die 16-Jährige wird von
ihrer Mutter überbehütet, weil sie oftmals zu vielen blauen Flecken und
schnellen Verletzungen tendiert. Auch was Jungs angeht, hat Didis Mutter eine
sehr konsequente Meinung.
Doch alles hilft nichts. Didi findet
einen Weg, einem netten Jungen – Johannes – näher zu kommen. Doch noch während
sie miteinander schlafen, stirbt Johannes. Dieser mysteriöse Todesfall zieht
einiges nach sich.
Zwei Frauen kommen, um Didi
mitzunehmen und sie in die Welt einzuführen, in der sie in Wahrheit ihr zuhause
hat: Didi ist eine Nymphe, selbst ein Kuss kann tödlich enden. Und bei jedem
Vollmond muss sie Sex haben oder sie wird immer schwächer werden.
Das Autorenduo hat weitere
Handlungsstränge
eingeflochten, in denen wir auf die andere Seite blicken: zu
den Satyrn, die Männer mit dem roten Funkeln in den Augen. Schnell erkannte
ich, dass sie auf der Suche nach den Nymphen sind, wusste jedoch lange nicht
den Grund dafür.
Die vielen Perspektivenwechsel und die doch gewöhnungsbedürftigen Namen (ich
habe bisher vielleicht ein einziges Buch gelesen, das in Finnland spielt) haben es
mir sehr schwer gemacht, der Handlung zu folgen. Es gab so viele Charaktere und
Handlungsstränge
, die ich erst für mich sortieren musste. Hinzu kommen
zahlreiche Rückblicke, die mir die Gründe für das Handeln der Charaktere
näherbringen sollten.
Der Erzählstil der Autoren war mir an
manchen Stellen zu schwammig, an manchen wieder zu detailliert. Oft hatte ich
das Gefühl, dass nur die Hälfte von dem ankam, was mir der Text vermitteln
sollte. Trotz einigem Zurückblättern brauchte es sehr lange, bis ich die
Hintergründe verstand und sich das Bild einigermaßen zusammengefügt hat.
Normalerweise stört mich solche bewusste Zurückhaltung von Informationen nicht.
In „Nymphs“ aber kam es mir so vor, als würde ich nur die Hälfte der Geschichte
lesen, was mir definitiv zu wenig war. Ich hätte mir gewünscht, dass ich
zumindest eine Ahnung bekomme, mit wem ich es zu tun hatte, was leider erst
sehr spät der Fall war. Und auch nach Abschluss von Buch 1.1 bin ich nicht
wirklich schlau
aus den Beziehungen geworden.
Dabei ist die Grundidee des Buches
sehr interessant. Nymphen sind unverbraucht, Sari Luhtanen und Miikko Oikkonen
haben ihnen eine mir unbekannte Vergangenheit angedeutet, die zu ihrem Ruf
passt. Die andere Partei der Satyrn konnte mich überzeugen, nachdem ich es
geschafft habe, das Bild ihres wohl bekanntesten Vertreters aus der
Jugendliteratur aus dem Kopf zu verbannen. Für einen Auftaktband, der neugierig
auf mehr machen soll, war mir die Welt der Nymphen und Satyrn und ihre
Geheimnisse allerdings zu schwammig.
Auch mit dem Schreibstil der Autoren
kam ich nicht vollkommen zurecht. Ich kann nicht einmal genau sagen, warum.
Vielleicht liegt es an der finnischen Originalsprache? Mir kam alles etwas zu
abgehetzt vor, obwohl mich kurze Sätze normalerweise nicht stören. Durch die
auktoriale Erzählperspektive bekam ich auch keinen wirklichen Bezug zu den
Charakteren, konnte ihre Emotionen nicht miterleben. Beispielsweise ging die vermeintlichen
Gefühle zwischen Didi und Samuel, einem Sandkastenfreund völlig unter. Auch
nach Abschluss des Buches war ich mit niemandem verbunden.

 

Es gab für mein Empfinden keine
klassische Spannungskurve, einen Höhepunkt oder etwas in der Art. Die Spannung
sank und stieg unvorhersehbar und war – nachdem ich mich darauf eingestellt
hatte – auch wieder verpufft. Die Lage rund um Didi spitzt sich zu, da ich aber
die theoretische Bedrohung durch die Satyrn nicht wirklich nachvollziehen
konnte, ließ mich diese Form von Spannungserzeugung kalt.
Das Ende kam dann sehr abrupt, diese erste Episode fand für mich keinen
zufriedenstellenden Abschluss. Dennoch bin ich zumindest so neugierig geworden,
Episode 1.2 „Tödliche Liebe“ im Auge zu behalten.
Die Idee zu „Nymphs“ hat mir sehr gut
gefallen. Der für mich zu abgehackte Stil und der Fokus auf die für mich
uninteressanteren Dinge haben es mir schwer gemacht, der Geschichte zu folgen. Der
Einstieg in die Reihe mit „Verführerischer Vollmond“ gelang mir so alles andere als leicht, das kurze
Leseerlebnis honoriere ich daher mit 3 Büchern.
1.1  Nymphs – Verführerischer Vollmond
1.2  Nymphs – Tödliche Liebe

6 KOMMENTARE

  1. Guten Morgen liebe Steffi!
    Sehr schade 🙁 Nymphen ist ja ein sehr interessantes Thema, weshalb ich das Buch im Auge behalten wollte aber wie es aussieht lasse ich das lieber mal 😉
    Ich finde es immer schade wenn solche tollen Idee durch mittelmässige Umsetzungen zerstört werden. Oft könnte ein wenig Überarbeitung so vieles noch retten. Naja 🙁

    Danke für diese informative Rezi (:

    Ich wünsche dir einen schönen Start in die Woche ♥
    Alles Liebe,
    Jasi

    • Ich glaube hier ist es eine Art besonderer Stil. Vielleicht ist der im finnischen beliebt?
      Mir lag es leider nicht ganz so.
      Daher kann ich nur empfehlen, in die Leseprobe reinzuschauen. Das Buch ist eh grad gut diskutiert ob fantasy-romance oder "softporno" – musste gestern so lachen, als ich das gelesen hab.

      Liebe Grüße

      Steffi

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