♀ Grischa 03 – Lodernde Schwingen (Leigh Bardugo) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Nach dem Kampf gegen den Dunklen, dem
sie nur knapp entkommen konnte, ist Alina gezwungen, sich unterirdisch zu
verstecken. Als Heilige verehrt, muss sie jedoch zu allen möglichen Tricks
greifen. Denn ihre wahre Macht kann sie so weit unter der Erde nicht aufrufen.
Pilger erzählen von den Geschehnissen
oberhalb. Der Dunkle hat das Zarenreich übernommen, man munkelt aber, dass ein
fliegendes Schiff Widerstand leistet.

 

Alina braucht den dritten
Kräftemehrer, sie muss Nikolaj beistehen und ehe sie es sich versieht, befinden
sie sich auf dem Weg. Ein Weg voller Hindernisse und unerwarteter Wendungen.
Lange musste ich auf den Abschluss der
Trilogie rund um die Sonnenkriegerin warten! Daher stürzte ich mich gleich in
die Geschichte, gebannt auf die Suche nach dem letzten Kräftemehrer.
Der Einstieg gelang mir durch seine
Ruhe leicht. Alina befindet sich in der Hand des Asketen, der sie aus der
Schlacht gegen den Dunklen gerettet hat. Sie ist keine Gefangene, beteuert er
immer wieder. Doch sie müsse zu Kräften kommen, ehe sie gegen den Dunklen
antreten könne. Zahlreiche Pilger verehren Sankta Alina, der dieser Trubel
alles andere als recht ist. Doch so tief unter der Erde ist es unmöglich, ihre
Macht aufzurufen.
Der Teil ihres Teams, der die Schlacht
überlebt hat, ist jedoch nicht untätig und gemeinsam gelingt es ihnen, die
unterirdischen Höhlen zu verlassen.
Doch das Gelände, in das sie reisen,
ist gefährlich – wie gut, dass es da einen Kapitän gibt, der überall seine
Augen und Ohren hat.
Nach dem ruhigeren Einstieg, in dem
ich Gelegenheit bekam, wieder mit der Welt der Grischa und den Geschehnissen
der Vorgängerbände vertraut zu werden, gewann die Story dann sehr schnell an
Fahrt. Die ersten Hindernisse treten schneller auf als erwartet, stetige Wendungen
schockierten mich, als ich das Licht am Ende des Tunnels zu erblicken glaubte.
Nicht zuletzt DIE ERKENNTNIS überhaupt, die mich bis kurz vor Ende bangen ließ.
Leigh Bardugo hat ihre Charaktere
nicht geschont. Weder körperlich noch psychisch. Allein Alina steht unter einem
solchen Druck, dass sie einem schon leidtun kann. Hinzu kommt die Verbindung
zum Dunklen, die sie nach wie vor spürt und die auch bis zum Ende nicht zu
verleugnen ist. Dann wäre da noch Nikolaj, der zukünftige Zar, der mehr als
einmal sein Interesse an ihr und die Wichtigkeit ihrer Person für das ganze
Reich erwähnt. Und zum Schluss ist da noch Maljen, zu dem es die wohl längste
und tiefste Verbindung überhaupt gibt – die plötzlich eine neue Bedeutung
bekommt.
Der Schreibstil ist wie bereits in den
Vorgängern High Fantasy-untypisch kurz gehalten. Trotz der düsteren Atmosphäre
hat Leigh Bardugo es geschafft, Alinas Humor nicht ganz untergehen zu lassen.
Alleine die Dialoge mit einem ganz bestimmten Charakter konnten mir ein Lächeln
auf die Lippen zaubern, obwohl selbst in ihnen eine gewisse Melancholie
mitschwingt. Diese Authentizität fand ich sehr erfrischend und sie belebte den
Text auf ganz besondere Art und Weise.

 

Trotz des langsamen Einstiegs und der
Verschnaufpausen, die mir die Autorin gönnte, übte „Lodernde Schwingen“ einen
Sog aus so vielen Richtungen
auf mich aus, das ich es kaum aus der Hand legen
konnte. Um so viele Charaktere galt es zu zittern, Bindungen wurden vertieft
und schockierende Hintergründe erläutert. Gen Showdown gab es dann kein Halten
mehr. Die Autorin holte noch einmal alles aus der Magie ihrer Grischa, der
Protagonistin und dem Dunklen heraus, eine wahre Gefühlsachterbahn, und führte
ihre Trilogie zu einem gefühlsbetonten und gelungenen Ende. Der Epilog verpasst
diesem tollen Ende dann noch das Sahnehäubchen.
Mit dem letzten Teil ihrer „Grischa“-Reihe
konnte mich die Autorin Leigh Bardugo vollends überzeugen. Spannung,
Nervenkitzel, unerwartete Wendungen an so vielen Stellen, Emotionalität und
Überraschungen machten aus „Lodernde Schwingen“ meinen Lieblingsteil, der
knappe 5 Bücher verdient hat.

 

Wer in eine High-Fantasy-Welt
abtauchen will, den Kampf von Gut und Böse, Licht gegen Dunkel aufnehmen und
eine große Prise Grischa-Magie, gepaart mit Emotionen und der richtigen Portion
Humor nicht missen will, sollte unbedingt zu der Trilogie greifen.
1. Grischa – Goldene Flammen (Rezension)
 2. Grischa – Eisige Wellen (Rezension)
3. Grischa – Lodernde Schwingen

11 KOMMENTARE

  1. Grischa … wieder eine Trilogie, die ich noch unbedingt lesen muss 😀 Ich komm einfach nicht mehr hinterher … obwohl ich eh schon so viel lese xD
    Tolle Rezi auf jeden Fall! 🙂
    Schönes Wochenende <3

  2. Ich habe das Buch gerade angefangen 😀 Ich habe die ersten zwei Teile echt gliebt und hoffe mir gefällt der dritte auch so gut wie dir, klingt jedenfalls schon mal gut 🙂

    glg Nadja

  3. Wunderbar, dass dir dieser Teil sogar am besten gefallen hat! Das ist ja auch eher selten, dass der Autor mit seinem Abschluss noch einmal richtig punkten kann. Ich war nur leider von den bisherigen Teilen nicht soo überzeugt. Band 2 mochte ich schon mehr als den ersten aber nach echt spannenden Phasen war mir dann zu lange Ruhe drin. Band 3 werd ich auf jeden Fall noch lesen. Bin gespannt!

    Liebe Grüße,
    Tina

    • Bei mir hatten Band 1 und 2 auch nicht so gut abgeschnitten wie der Abschluss. Für mich war dieser der Welt angepasst perfekt gelungen.

      Ich lese aber auch wenig High Fantasy und hab dadurch wenig Vergleichsmöglichkeiten – daher gehe ich einfach nur nach meinem persönlichen Lesespaß.

      Bin gespannt, was du dazu sagst 🙂

      Liebe Grüße

      Steffi

  4. Halli hallo

    Gestern Abend musste ich natürlich noch zu Ende lesen, obwohl mir fast die Augen zugefallen sind, aber das lag nicht am Buch!

    Ich muss gestehen, dass ich doch recht lange brauchte um mich wieder zurechtzufinden von daher war ich sehr froh für die ruhige Phase am Anfang und natürlich das Glossar.
    Die Bücher versprühten ja schon immer jedenfalls für mich so eine düstere Atmosphäre hier in diesem Band empfand ich es schon fast als depressiv ( vor allem am Anfang)
    Zum Glück kam es im Lauf des Buches auch immer wieder zu diesen humorvollen Momenten, die ich so liebe!

    Im Gegensatz zu dir ist Band eins immer noch mein absoluter Favorit, es war damals einfach Liebe auf den ersten Blick und ich fand alles so spannend und geheimnisvoll, dass habe ich hier doch ein wenig vermisst. Genau deine genannte Spannung fehlte mir diesmal so wie auch unvorhergesehenen Ereignisse ( ausser natürlich DIE Wendung 😉 )

    Und das Ende oder besser gesagt der Epilog ist natürlich zuckersüss, ohne kitschig zu wirken und dass ist der Autorin wirklich toll gelungen!
    Von mir gibt es sehr, sehr gute vier Sterne.

    Liebe Grüsse Bea

    • Vermutlich brauche ich bei High Fantasy Welten eine sehr lange Eingewöhnungszeit 🙂
      Band 1 hatte es mir ja noch nicht so angetan.
      Ich fand auch den Umbruch in den Bergen nicht vorhersehbar. Habe zwar überlegt, wie es jetzt weitergehen könnte, aber das hatte ich auch nicht vermutet. Hier hat die Autorin sehr gut mit Hoffnung und Desillusionierung gespielt.
      Auch die Sache mit den Menschen war für mich auch ein gekonnter und unerwarteter Zug.
      Vielleicht hab ich aber auch einfach immer in eine völlig falsche Richtung gedacht 😀
      Für mich machte das alles jedoch sehr spannend!

      Zwischen sehr sehr guten 4 und meinen haarscharfen 5 liegt ja auch nicht viel 🙂

      Liebe Grüße

      Steffi

  5. Da ich das große Grischa-Finale diesen Monat noch vor mir habe, wurde jetzt nur das Fazit gelesen. Ich freue mich nach der Rezi von dir, jetzt noch mehr drauf. Ich stehe auf unvorhersehbare Wendungen und Spannung. Und da ich diesen Sommer sehr viel mehr Contemporary gelesen habe und Grischa mein erstes Fantasy-Buch seit langem ist, bin ich gar ein bisschen hibbelig. 🙂

    Liebe Grüße
    Sandy

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