♀ Ihr seid nicht allein (Robison Wells) [Rezension]

Benson und Becky erreichen das Dorf,
das der Maxfield am nächsten liegt. Was sie dort vorfinden, ist Stoff für
Albträume: Anstelle von Freiheit treffen sie auf viele ihrer ehemaligen (und
getöteten) Mitschüler. Die Menschen, die für die Roboter als Vorlage dienten und
über einen Chip im Kopf mit ihnen verbunden waren.
Benson muss Becky von hier fort bringen, doch in ihrem Zustand ist es
unmöglich. Er muss sich mit den Einwohnern des Dorfes zusammentun. Aber wer von
ihnen will wirklich von hier fort und wer hängt zu sehr an dem Leben seines
Roboters, an dem er über das „Feedback“ teilnimmt?
Das Ende von „Du kannst keinem trauen“
kam so überraschend, dass ich bereits damals die Leseprobe zum zweiten Teil gelesen
habe. Andernfalls wäre es zu offen gewesen, hätte beinahe „abgeschnitten“
gewirkt.
„Ihr seid nicht allein“ schließt also
nahtlos an
den ersten Teil an. Benson und Becky sind von den 50 Schülern, die
aus der Maxfield geflohen sind, teils Roboter, teils Menschen, die einzigen
Überlebenden. Aufgrund Beckys schwerer Verletzung können sie nicht wirklich
fliehen, sondern verstecken sich in dem seltsamen Dorf, auf das sie gestoßen
sind. Dort, wo Jane und alle anderen „Roboter“ noch leben – als Menschen. Doch
auch hier lauern Geheimnisse, Gruppenbildung, Hetzerei. Benson muss Becky hier
rausholen!
Der Grundgedanke des zweiten Teils ist
nahezu derselbe wie im ersten: Raus hier!
Doch im Gegensatz zur Flucht aus der
Schule ist Protagonist Benson nun nicht mehr allein. Und er will es auch gar
nicht sein. Er braucht Becky an seiner Seite, die an ihn glaubt, ihm vertraut.
Ein Vertrauen, das durch die vielen Toten, die er zu verantworten hat, tief
erschüttert sein muss. Die Parallelen zu Band 1 sind sehr auffällig. Nun stehen
nicht mehr die Mitglieder der Society der Flucht im Weg, sondern an jeder Ecke patrouillieren
„Icemans“ oder „Miss Vaughns“, übermenschlich starke Roboter, nahezu
unbezwingbar.
Für die „Gefühlsmenschen“ wurde vom
Autor eine nicht tiefergehende Dreiecksgeschichte kurz angeschnitten, immerhin
existiert die echte Jane im Dorf und hat ihre ganz eigenen Gefühle für Benson
entwickelt, der sich zeitweise nicht entscheiden kann. Glücklicherweise hat Robison
Wells diesen Teil wirklich nur als Nebenplot laufen und er ist nicht von
größerer Bedeutung.
Innerhalb des Dorfes herrscht eine
eigene Hierarchie. Es gibt kaum Gesetze, die eingehalten werden müssen, um das
Wohl der Jugendlichen ist gesorgt. Schließlich sind sie für die Maxfield
wichtig, übernehmen die Emotionskontrolle der Roboter, sollten diese mit ihren
Gefühlen überfordert sein.
Dieses „Feedback“, wie auch der
Originaltitel lautet, hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn die Schule lange
Zeit nicht besetzt war, konnte mich dieser Teil sehr überzeugen, was man leider
von den restlichen Hintergründen nicht sagen kann. Der spannende und tolle
Weltentwurf von Robison Wells steht nach Beenden des finalen zweiten Bands
nahezu tiefenlos da, bzw. waren mir die Erklärungen zu einfach dahingeworfen,
was mich etwas unzufrieden zurücklässt.
Was die Spannung angeht, kam „Ihr seid
nicht allein“ auch nicht an seinen Vorgänger heran. Ein gekonnter Spannungsaufbau
des Autors endete stets in einem kurzen Nichts, ich wartete auf die Plotpoints,
darauf, dass nun wirklich etwas vorangehen würde. Nur kam diese Stelle erst
kurz vor Schluss und alles davor hielt sich auf im Vergleich zum Vorgänger „durchschnittlichem“
Niveau.
So lief die Geschichte lange Zeit im
Kreis. Der kurzweilige Stil des Autors, die kurzen, prägnanten Sätze und viele
Dialoge hielten mich dennoch im Lesefluss, stets auf „den einen Moment“
wartend, der den Wendepunkt darstellen würde.
Wie bereits erwähnt war die Auflösung,
auf die ich zwei Bände lang gemeinsam mit Benson hingefiebert hatte, nicht ganz
das, was ich erwartet habe. Hier wurde es sich meiner Meinung nach zu einfach
gemacht und den Charakteren wie auch mir tiefergehende Erklärungen
vorenthalten, was mich leider etwas zwiegespalten zurücklässt.
Robison Wells‘ Dilogie-Abschluss „Ihr
seid nicht allein“
lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Die teils
spannenden Szenen lösten sich ins Nichts auf, ich hatte das Gefühl, nicht
voranzukommen. Dem entgegen stand die Weiterentwicklung der Idee durch die
menschlichen Vorbilder der Roboter und ihr „Feedback“. Die Auflösung ist dann
die Summe meiner Erlebnisse mit diesem Buch und entsprach nicht ganz meinen
hohen Erwartungen, weshalb „Ihr seid nicht allein“ es nicht ganz auf vier
geschafft hat. Sehr gute 3 Bücher für Robison Wells‘ Schule der Roboter.
1. Du kannst keinem trauen (Rezension)
2. Ihr seid nicht allein

14 KOMMENTARE

  1. Halli hallo

    Ach schade! Habe jetzt nur ganz kurz das Fazit gelesen!
    In dem Fall werde ich mir die Diologie lieber in der Biblio ausleihen!
    Liebe Grüsse Bea
    Mein SUB sagt… danke 😉

  2. Hey Steffi

    Ich habe jetzt deine Rezi noch gar nicht gelesen, denn ich hänge gerade selber in diesem Buch fest. Band 1 konnte ich kaum mehr aus der Hand legen und nun? Ah …… sehr schade …..

    lg Favola

    • So ging es mir auch. Band 1 war wirklich superspannend. 🙁
      Sehr schade, wenn dem Autor da die Luft ausgeht 🙁

      Liebe Grüße

      Steffi

      Und ich hoffe, dass du noch schnell vorankommst 🙂

    • Hey Steffi

      Wir haben ja schon über das Buch geredet, nun habe ich es auch endlich geschafft, meine Meinung in Worte zu fassen
      Wirklich schade, dass Robison Wells nicht an seinen vielversprechenden ersten Band anknüpfen konnte. Meine Bewertung ist sogar noch ein wenig schwächer, denn ich ich fand, dass mehr also nur eine Leseente zwischen den beiden Bänden liegt.

      lg Favola

    • Grad schon entdeckt… Du hast dich tatsächlich noch mehr darüber geärgert. 🙂
      Was ich gut verstehen kann. Ich war durch die schlechten Goodreads-Rezis ja schon ziemlich vorgewarnt – vielleicht waren meine Erwartungen hier dann etwas niedriger 🙂

      liebe Grüße

      Steffi

  3. Wir haben ja irgendwie Ähnliches zu bemängeln. 😀
    Jaaa,das Ende… *seufz* Man, damit hat er so einiges kaputt gemacht. :/
    Über die Diskussion dazu könnte man ein eShort verfassen. *lach*

    Mir hat das Buch dann aber noch ein bisschen besser gefallen, als dir.

    Liebste Grüße,
    SaCre

    • Ist doch dieselbe Wertung: 3,5 ("sehr gut" ist das ,5 mit Abrundung, bei "knappe irgendwas" hab ich aufgerundet).

      Das böse Ende – das hatte ich ja schon in den Goodreads-Rezis gelesen und gehofft, dass die übertreiben 😀

      liebe Grüße zurück <3

      Steffi

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