♀ Wie Blut so rot – Luna-Chroniken 2 (Marissa Meyer) [Rezension]

Scarlets Großmutter Michelle Benoit
ist seit 2 Wochen spurlos verschwunden. Obwohl sie keinerlei Nachrichten oder
Hinweise auf einen freiwilligen Aufbruch hinterlassen hat, ihren Port nicht
mitgenommen hat und sogar ihr ID-Chip zuhause aufgefunden wurde, schließt die
Polizei den Fall ab und Scarlet schwört sich, selbst nach ihrer Grand-mère zu
suchen.
Durch ihr allseits gefürchtetes
Temperament lernt Scarlet den Straßenkämpfer Wolf kennen. Ein seltsamer Typ,
der weder Tomaten noch anderes Gemüse kennt und eine seltsame Tätowierung hat,
die vielleicht ein erster Hinweis auf Grand-mères verschwinden sein könnte.
Schnell befindet sich Scarlet mit Wolf auf dem Weg nach Paris und landet dabei
mitten im Wald…

 

Cinder schafft mithilfe ihrer neu
entfesselten Fähigkeiten und den neuen Prothesen den Ausbruch aus dem Gefängnis
in Neu-Peking. Mit im Schlepptau hat sie den Kriminellen Thorne, der ein
gestohlenes Raumschiff versteckt hält. Cinders einzige Möglichkeit, auf
schnellstem Wege nach Europa zu kommen und der einzigen Spur zu ihrer Herkunft zu
folgen, die sie hat: den Namen Michelle Benoit.
Nach meiner absoluten Begeisterung für
diese so andere Märchenadaption musste ich natürlich ganz schnell zur
Fortsetzung greifen.
Schon nach wenigen Seiten ist klar, dass Marissa Meyer das große Ganze von
Beginn an im Auge hatte und dieses auch nie verliert. Kurz nachdem sie mich mit
der Protagonistin Scarlet und der Suche nach ihrer vermissten Großmutter bekanntgemacht
hatte, zog sie die Verbindung zu Band 1, indem Scarlet die Aufzeichnungen des
jährlichen Balls im Asiatischen Staatenbund sieht. Als Scarlet das
Cyborg-Mädchen Cinder vor der lästernden Meute einer Kneipe verteidigt, bekommt
sie Hilfe von ungeahnter Stelle: dem Straßenkämpfer Wolf, den sie kurze Zeit
später jedoch mit ganz anderen Augen sieht…
Die Autorin springt gekonnt zwischen der neuen und der bisherigen Protagonistin
(Cinder und Scarlet) hin und her und baut so in personaler Erzählweise zwei
unabhängige Handlungsstränge auf, die perfekt aufeinander zusteuern.
Von der ersten Seite unterlag ich
wieder dem Drang, nach jedem Stückchen „Märchen“ zu gieren, saugte jedes noch
so kleine Detail in mich auf und unterlag dem Bann, den Marissa Meyer damit
schuf. Der rote Kapuzenpulli, die Großmutter, der Kämpfername „Wolf“, der (Schuh)
Fuß, den der Prinz bedächtig anschaut… für einen Märchenfan wie mich einfach
herrlich!
Die „Magie“ von Luna ist mittlerweile
nicht nur eine Bedrohung der irdischen Sicherheit, sondern bekommt in „Wie Blut
so rot“ eine neue Facette, die nicht besser in das Märchenthema eingeflochten
werden könnte.
Die Charaktere bzw. deren Entwicklung konnte
mich ebenso überzeugen. Scarlet ist stark und selbstbewusst, verteidigt
diejenigen, die sie liebt, bis aufs Blut und würde insbesondere für ihre
Großmutter alles tun. Doch wieviel diese ihr verschwiegen hat, erfährt Scarlet
erst sehr viel später…
Mit „Wolf“ hat die Autorin einen
klassischen Bad Boy in die Geschichte eingebaut. Kämpfer, stark, brutal… und
doch irgendwie anders als alle Jungs, die Scarlet bisher getroffen hat.
Cinder hat ein neues Selbstbewusstsein
aufgebaut. Trotz Flucht arbeitet sie an ihrer Fähigkeit, ist gleichzeitig aber
schockiert darüber, wie sie die Manipulation einsetzen kann, beinahe wie von
selbst.
Imperator Kai steht vor der ersten
großen Herausforderung seiner Amtszeit und muss das Wohl der Welt über sein
eigenes und das des Asiatischen Staatenbunds stellen. Er trauert auf seine Art
Cinder nach, ist im selben Moment aber nahezu überzeugt, dass diese stets nur
ihre Fähigkeit angewandt hat und kann seinen eigenen Gefühlen nicht mehr
trauen.

 

Marissa Meyer lässt nach einer kurzen
Einführung die Spannung kontinuierlich wachsen. Neben den genannten
Märchenelementen setzt sie Andeutungen und Details ein, die die Geschichte
einerseits etwas vorhersehbar machen, die Spannung jedoch stets weiter steigern.
Wie bereits in Band 1 ist so manches „Geheimnis“ ziemlich offensichtlich, die
ein oder andere Überraschung hat die Autorin dennoch in petto.
So raste ich wieder durch die Seiten, hüpfte von einer begeisterten Entdeckung
zur nächsten Handlung, genoss die aufflammenden Emotionen zwischen Scarlet und
Wolf und ärgerte mich über Imperator Kais Fehleinschätzungen Cinder betreffend.

Am allermeisten ärgerte ich mich aber darüber, dass das Buch schon wieder viel
zu schnell zu Ende war und ich sehne „Wie Sterne so golden“ herbei.

Marissa Meyer setzt ihre
Sci-Fi-Märchenadaption auf eine für mich perfekte Art fort. Die Märchenelemente
fließen fantastisch in die Geschichte ein, ebenso der magische Anteil durch die
Lunarier-Fähigkeit. Die neuen Charaktere konnten mich überzeugen, die bereits
bekannten haben sich entwickelt. Auch wenn der erste Wow-Effekt durch das nun
bekannte Setting nicht mehr vorhanden ist und dadurch mein Lesetempo ein klein
wenig gedrosselt wurde, konnte mich „Wie Blut so rot“ wieder begeistern. Knappe
5 Bücher
für Scarlet, ihre Großmutter und den Wolf.

 

Ich kann auch nach dieser Fortsetzung
nur jedem, der Märchen mag, raten, zu dieser Serie zu greifen. Ich bin immer
noch beeindruckt und begeistert.
1. Wie Monde so silbern (Rezension)
2. Wie Blut so rot
3. Wie Sterne so golden
(Erscheinungstermin: August 2014)
4. Originaltitel: Winter
(voraussichtlicher Erscheinungstermin:
2015)ungssystem.

33 KOMMENTARE

  1. Guten Morgen 🙂
    Eine tolle Rezi – ich fand den ersten Band unheimlich klasse und freue mich nun auch schon sehr auf den Zweiten. Deine Rezension klingt schon sehr vielversprechend 🙂
    Du hast übrigens 4 Bewertungsbücher vergessen 😀
    Liebe Grüße,

    Jasi ♥

  2. Halli hallo
    Ahhh… ich freu mich schon sehr auf das Buch!! Vor allem nach dem lesen der Kurzgeschichte " Die Armee der Königen" bin ich gespannt ob Ze`ve hier auch schon eine Rolle spielt, aber whs. eher noch nicht, ihn habe ich nämlich schon auf den ersten Seite in mein Herz geschlossen!

    Liebe Grüsse
    Bea

    • Halli hallo

      Auch diesen zweiten Band habe ich wieder verschlungen, obwohl ich am Anfang etwas Mühe hatte mit den verschiedenen Geschichten die da parallel verlaufen.
      Jaaaaa und Wolf ist natürlich Ze`ve….. und die Liebesgeschichte zwischen ihm und Scarlet ist ja sooo prickelnd!!

      Die Autorin hat es wirklich drauf!
      Liebe Grüsse
      Bea

  3. Meine Herren, schon fertig UND rezensiert?! Nicht übel. ;o)
    Habe es letzte Nacht beendet und war absolut geflasht (nein, ich bin nicht hundemüde *gäähn*). Zwischendurch hatte ich so ein kleines Mini-Tief, aber dann wurde es nur richtig genial.
    Liebe Grüße

    • Hatte es gestern Abend fertig. Kurz zwischendurch dachte ich mir das auch, also so ein kurzes Tief. Das war beim ersten Band nicht so und ich habe es auf die aufregende neue Welt geschoben. Aber dennoch musste ich aufrunden – weniger wie 5 hat das Buch niemals verdient. 🙂

      Ich hoffe, du stehst den Tag durch – schick dir ne riesen Portion virtuellen Kaffee 🙂

      Liebe Grüße

      Steffi

  4. Eine wirklich tolle Story! Kann schon verstehen, warum du es gleich verschlungen hast. 😉
    Ich lese es heute auch zu Ende.
    Und danke für den Tip liebe Bea, hab mir gleich die Kurzgeschichten besorgt. Kann garnicht genug von Cinders Welt bekommen.
    Liebe Grüße Sabrina

  5. Liebste Steffi 🙂
    Gerade habe ich bei Jan die Rezension zum ersten Teil gelesen und konnte jetzt gleich zu euch "rüberswitchen" – toll beschrieben! Ich liebe das Disney's Cinderella und hatte wohl Sorge, dass mir die Bücher "mein Märchen" kaputt machen, aber dieser Verdacht ist verpufft. (PUFF, PUFF)

    Schön, dass es dir so gut gefallen hat!

    Grüße und Küsse

    Shanty

  6. Hach, klingt wieder richtig toll deine Rezi und mach meinen Mund wässrig. Bin gespannt auf Teil zwei und hoffe, dass ich ihn auch bald lesen kann. Bin ja schon so gespannt, besonders nach dem Ende von Cinder 😉
    LG

  7. Dich wird der weitere Verlauf auch begeistern, alleine weil du als Autorin eben auch den grandiosen Gedanken dahinter schätzen wirst 🙂
    Wie schon von Anfang an alles aufgezogen wurde <3

  8. Ich frag mich immer, woher die Portale immer ihre Quellen der Buchseiten haben. Das Buch hat nur 432 Seiten – keine Ahnung warum da 512 stehen 😛 Auf der Carlsen-Webseite ist das mittlerweile auch korrigiert 😀

    "Knappe 5 Bücher", klingt nach 4,5 xD Hehe, witzig, dass wir beide dem Buch in etwa die gleiche Wertung geben 😛

    Hach, was soll ich sagen, ich liebe die Reihe. Ich find's toll, dass ich mit dir eine Verbündete dahingehend habe 😀

    Nicht mehr lang, und Band 3 kommt 😛 Band 4 dann 2015 *-*

  9. Da ich das Buch in nächster Zeit selber lesen möchte habe ich mir nur kurz dein Fazit durchgelesen, aber jetzt hab ich noch mehr Lust auf den zweiten Band. Nächste Woche komme ich wohl wieder mit ein paar Büchern aus dem Buchladen. Ich weiß im Moment leider wirklich nicht was ich zu erst lesen soll.

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