♀ Numbers 02 – Den Tod vor Augen (Rachel Ward) [Rezension]

„Als ich mein Notizbuch anschaue,
scheint es, als ob mir die Tode darin entgegenschreien,  brüllen, um gehört zu werden. Die Zukunft
dieser Stadt liegt in meinen Händen – eine entsetzliche, schreckliche, brutale
Zukunft.“
(S. 98)
Im Juni 2027 sieht Adam die Zahl zum
ersten Mal: 01012028. Ein Soldat, der bei der Evakuierung der überfluteten
Gebiete hilft, wird in knapp einem halben Jahr sterben. Noch am selben Tag
entdeckt er weitere Menschen mit dieser Zahl. Sie alle werden auf grausame
Weise an diesem einen Tag oder kurz darauf den Tod finden.
Umgesiedelt nach London trifft Adam
jeden Tag auf mehr von ihnen. Seine Großmutter und er hätten nicht kommen
dürfen. Hier ist es gefährlich.
Dann trifft Adam auf Sarah. Sarah, die
die unglaublichsten blauen Augen hat, die er je gesehen hat, eine Zahl, mehr
als 50 Jahre in der Zukunft, mit dem glücklichsten Ende überhaupt, das in
irgendeiner Weise mit ihm verknüpft zu sein scheint.

 

Sarah, die Adam Nacht für Nacht in
ihren Albträumen sieht und zu dem sie eine verstörende Verbindung hat.
Nach meiner Begeisterung für den
ersten Teil der Trilogie und dem neugierig machenden, wenngleich auch
herzzerreißenden Ende, konnte Band 2 nicht lange im Regal bleiben. Und es war
genauso spannend und mitreißend wie erhofft.
Jems Sohn Adam hat ihre „Gabe“ geerbt.
Seine Mutter hat ihm von Beginn an eingetrichtert, dass er niemandem davon
erzählen soll. Daher hat Adam ein Buch, in das er sich alles von der Seele
schreiben kann. Die Zahlen, wem sie gehören und den Umstand des Todes. Denn
diese Fähigkeit besitzt Adam ebenfalls.
Nachdem die Natur sich weiter zur Wehr
setzt und die Gegend überschwemmt, werden Adam und Val, seine Oma, nach London
evakuiert. Dort soll es scheinbar sicher sein. Doch das stimmt nicht. Adam
sieht überall dieselbe Zahl in Verbindung mit grausamen Bildern des Todes. Es
wird etwas passieren.
Das weiß auch Sarah, die jahrelang von
demselben Albtraum geplagt wird. Wird er Realität? Zumindest ein kleiner Teil
ist es bereits, denn der Junge aus ihren Träumen ist Adam, der tatsächlich
existiert.
Wieder hat Rachel Ward Charaktere
gewählt, die alles andere als normal und stereotypisch sind. Adam ist von
seiner Herkunft her Außenseiter, seine Gabe macht es nur schlimmer. Nach dem
Tod seiner Mutter hatte er niemanden mehr, mit dem er das Geheimnis teilen
konnte.

Sarah
hingegen kommt aus gutem Hause, privilegiert, wie es heißt. Doch ihre
glückliche Kindheit endete, als sie 12 war und ihr Vater sie Nacht für Nacht „besucht“
hat. Nun spürt sie, wie das Kind in ihr wächst und mit ihm der Instinkt einer
Mutter, ihr Baby zu schützen und ihm dasselbe Schicksal zu ersparen.
Die gewählte Erzählweise aus der
wechselnden Ich-Perspektive von Adam und Sarah im Präsens heizt die Spannung im
Buch kräftig an. Adam, der retten möchte, Sarah, die ihre Albträume nicht wahr
werden lassen will.
Ich hetzte beinahe durch die kurzen
Kapitel, die immer wieder mit bösen Cliffhangern endeten, die ein Aufhören
unmöglich machten.
Was die Sprache angeht, die mir in Band 1 anfangs noch leicht negativ
aufgefallen war, hatte ich mich entweder sofort wieder daran gewöhnt, oder aber
der Stil hat sich verändert. Die Sprache ist nach wie vor einfach,
umgangssprachlich und auch etwas ruppig, aber nicht mehr so sehr „niveaulos“,
wie es noch in Band 1 der Fall war – was vielleicht auf die veränderten
Lebensbedingungen zurückzuführen ist. Oder die doch etwas gehobenere Schicht im
Vergleich zu den Charakteren im Vorgänger.
Rachel Ward streute immer wieder
beiläufig Hinweise auf die gegenwärtigen Katastrophen, sowie die „Sci-Fi-Elemente“
in Form von fortgeschrittener Technik, was aber nie zu viel wird oder
übertrieben wirkt, sondern realitätsnah, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren.

 

Ich ließ mich von dem Szenario
mitreißen, durch die Seiten treiben und hoffte das Unmögliche zu schaffen. Ob
mir das gelungen ist, werde ich natürlich nicht verraten.
Mit der Fortsetzung ihrer „Numbers“-Trilogie
konnte mich Rachel Ward noch mehr überzeugen als mit Band 1. Das sprachliche
Niveau hat sich etwas gehoben, das Zukunftsszenario wirkt realistisch und nicht
sehr Sci-Fi-mäßig. Die Story fesselt und lässt eine Unterbrechung kaum zu, auch
wenn es im Vergleich zu Band 1 an Emotionalität fehlt. Knappe 5 Bücher für „Den
Tod vor Augen“
.

 

Wer die Idee im ersten Teil mochte,
muss auch zu Band 2 greifen. Aber auch wer vielleicht skeptisch wegen der
Sprache oder dem Zeitpunkt der Handlung ist, sollte zumindest einen Blick in
die Leseprobe riskieren. Vielleicht seid ihr dann auch überzeugt.
1. Numbers – Den Tod im Blick (Rezension)
2. Numbers – Den Tod vor Augen
3. Numbers – Den Tod im Griff

21 KOMMENTARE

  1. Es hat dir gefallen *umhertanz* =)
    Ich hatte damals dem ersten und zweiten Band 4 Sterne gegeben, obwohl der zweite auch knapp 5 verdient hätte. Und dem 3. Band 5 Sterne.
    Also meiner Meinung nach wird es mit jedem Buch besser!
    Ich hoffe, du wirst dir den dritten auch noch zu Gemüte führen. Der war echt krass!
    LG, Anja

    • Also es war nicht schlecht hat von mir knapp vier Sterne bekommen. Mich hat halt der Perspektivenwechsel gestört, aber das ist so eine Macke von mir, dass ich das nicht so gerne mag.
      Irgendwie blieben mir die Charaktere auch so fremd, aber vielleicht lag es daran, dass ich im vorher gelesen Buch Cinder sofort mochte und noch nicht bereit war für andere Protagonisten?!
      Und die plötzliche Liebe war jetzt für mich auch nicht unbedingt nachvollziehbar?

      Deshalb werde ich whs. den dritten Band nicht mehr lesen, ich kann es gut hier enden lassen.
      Liebe Grüsse Bea

    • Du magst keine Perspektivenwechsel? Dann darfst du mein Buch nicht lesen 🙂

      Ich bin sehr froh, dass ich nach Cinder etwas ganz anderes gelesen hatte. Mich hat die Geschichte ja auch so begeistert und alles Genre-Ähnliche hätte vermutlich ebenso verloren.
      Vielleicht kann ich dich mit meiner (hoffentlich) begeisterten Meinung zu Band 3 ja doch noch überzeugen… Auf der WuLi ist es schonmal 🙂

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!

      Steffi

  2. ahh du liest Sturmherz .. das hat mir der Weihnachtsmann gebracht ^^ Leider bin ich bisher noch nicht dazu gekommen. So viele tolle Bücher zu Weihnachten bekommen =)

  3. Hallo und guten Abend,

    die Bücher habe ich selber schon gelesen und kann so gerne auch den guten Eindruck bestätigen.
    Von Mal zu Mal wird die Autorin besser, sprachlich/gefühlsmäßig usw. gesehen.

    Und spätestens ab Band 2 fesselt ein die Geschichte wirklich . Auch in Band 3 kommt keine Langeweile … ich habe es auch schon gelesen, möchte aber nicht verraten..lohnt sich auf alle Fälle.

    LG..Karin..

  4. Oh, wie schön, dass dir Band 2 so gut gefallen hat *.* Bei mir wartet diese Fortsetzung ja noch auf dem SuB, ich bin aber zuversichtlich, dass ich es bald lese und ich ebenfalls so begeistert sein werde 🙂 Schöne Rezension!

  5. Den ersten Teil habe ich geliebt, doch ich war mit dem Ende eigentlich im Reinen, daher hab' ich beschlossen, die restlichen Teile nicht zu lesen – will nicht enttäuscht werden am Ende 😛

    Liebe Grüße
    J.

    • War ich eigentlich auch. Es war ein sehr runder und guter (und emotionaler) Abschluss.
      Aber Band 2, dieses zukünftige Setting, die neue "Gabe" haben es mir sogar noch mehr angetan. Ich brauch Band 3 🙂

      lg
      Steffi

  6. Hab heute morgen das Hörbuch beendet und ich stimme dir absolut zu, dass der zweite Teil deutlich besser ist als der erste. Ich bin nun auch sehr gespannt auf den dritten Teil.

    LG Michaela

    • Band 3 ist aktuell eins der wenigen Bücher auf der WuLi – lange wird es also nicht mehr dauern, bis es einzieht.
      Freut mich, dass es dir auch besser gefallen hat 🙂

      Liebe Grüße

      Steffi

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