♂ Der Fluch von Hollow Pike (James Dawson) [Rezension]

„Sie zog die Vorhänge zu und ging
zurück zum Bett, rückwärts, ohne die Terrassentür auch nur eine Sekunde aus den
Augen zu lassen. Nur zur Sicherheit.“
(S. 56)
„Sie wusste, dass sie es sich nur
einbildete, aber sie konnte nicht anders, als dem Wald zu lauschen. Es kam ihr
so vor, als würde er nach ihr rufen, als würde er sie begehren.“
(S. 88)
„Es war eine Warnung. Von jemandem,
der wusste, dass sie an einem Ort gewesen war, an dem sie niemals hätte sein
dürfen.“
(S.231)
Lis wird an ihrer Schule gemobbt. Dazu
kommt, dass sie schon seit Wochen diesen seltsamen Albtraum hat. Es ist immer
der gleiche Traum. Nur ihre Details werden vielfältiger.
Durch einen Umzug zu ihrer großen
Schwester Sarah nach Hollow Pike will sie all dem entfliehen. Und tatsächlich
scheint es zu funktionieren! Sie wird in die Clique rund um das beliebteste
Mädchen der Schule, Laura, aufgenommen. Und Danny, der Schwarm aus der
Rugby-Mannschaft schlechthin, wird auf sie aufmerksam. Doch was haben ihre
seltsamen Beobachtungen zu bedeuten? Was hat es mit den Vögeln auf sich, die
immer wieder ihren Weg kreuzen? Die Ereignisse beginnen, sich zu überschlagen.
Plötzlich ist Lis in einer Situation, in die sie nie geraten wollte…
„Der Fluch von Hollow Pike“ war eigentlich
gar nicht auf meiner Liste. Dann kamen die ersten positiven Bewertungen
befreundeter Blogger. Lange konnte ich das Buch also nicht unbeachtet lassen.
Und wie durch Zufall lag es dann plötzlich vor mir. Natürlich habe ich sofort
mit dem Lesen angefangen.
Nach den ersten Seiten war ich mit der
Protagonistin Lis bereits bekannt. Sie erzählte mir sofort von ihren seit
Wochen andauernden Albträumen, oder besser, diesem einen Albtraum. Es war immer
dieselbe Abfolge. Das Gefühl von Hilflosigkeit überwog bei ihr. Bis sie
aufwacht. Natürlich ist danach nicht mehr wirklich an weiteren Schlaf zu
denken. Kommt der Traum von den ständigen Sticheleien ihrer ehemals besten
Freundin? Eines ist sicher. Es muss ein Ende haben!
Schon auf dem Weg zu ihrer Schwester
Sarah, bei der sie zukünftig wohnen wird, geschieht etwas Ungewöhnliches. Die
Elster, die mitten auf der Straße sitzt, scheint sie nicht vorbeilassen zu
wollen. Doch Lis denkt sich noch nichts dabei.
Lis selbst fühlt sich absolut
aufgewertet, als sie nach kurzer Zeit direkt in den Kreis des beliebtesten
Mädchens der Schule aufgenommen wird. Dort wird sie vom Opfer zum Täter. Und
etwas in ihrem Inneren sagt ihr, dass sie nicht sie selbst bleibt, wenn es so
weitergeht. Tatsächlich schafft eine unbeabsichtigte Handlung einen Abstand zu
ihren neuen Freundinnen. Doch zieht sie hieraus wirklich einen Vorteil? Nun
steht sie wieder am Anfang, bekommt jedoch Hilfe aus einer unerwarteten
Richtung. Jetzt ist sie Teil von Kittys Clique. Und sie fühlt sich wohl dabei.
Plötzlich geschehen unvorhergesehene
Dinge, die Lis nicht beeinflussen kann. Und dann gibt es die erste Tote. Lis
gerät in immer größere Gefahr und wächst letztendlich über sich hinaus. Aber
reicht es wirklich, um dieser geheimnisvollen Macht zu entkommen? Lis zweifelt
an sich selbst. Innerlich wird sie förmlich zerrissen. Wird Lis es schaffen?
Danny war nicht immer der Junge, für
den ihn nun viele halten. Geplagt von Selbstzweifeln hat er sich seinem
Schicksal ergeben, um so zu erscheinen, wie ihn sein Vater letztendlich sehen
will. Doch noch immer ist er nicht gut genug. Anerkennung hat er nie erfahren
und so kann man ihn als absolut introvertiert beschreiben. Und dann trifft er
auf Lis. Für Lis ist er bereit, seine Schwächen zu zeigen, jedoch Stärke zu
bieten. Nicht immer geht er damit in die richtige Richtung. Und nicht immer zu
seinem Vorteil…
James Dawson erzählt die Geschichte
flüssig und präsentiert diese in Vergangenheitsform mit auktorialen Ansätzen
aus Sicht von Lis. Der Autor versteht es, Spannung aufzubauen. Diese Spannung
zu halten ist zwar mitunter nicht durchgehend gelungen, so dass ich oftmals schnell
eine Verschnaufpause einlegen konnte.
Vielleicht war meine Erwartung auch
eine andere… Hatte ich mich darauf gefreut, gruselige Erzählstränge zu
erfahren, bei denen mir die Gänsehaut die Arme hoch und runter erscheint,
wurden diese oftmals von den klassischen High-School-Geschehnissen in den
Hintergrund gedrängt. Kaum klebte ich an den Seiten aufgrund der sich
entwickelnden Spannung, fand ich mich plötzlich in den wechselnden, und
aufgrund der beherrschenden Hormone nicht immer nachvollziehbaren Emotionen
pubertierender Teenager wieder. Klischee folgte auf Klischee, nichts wurde
ausgelassen. Die neue Schülerin an der Schule trifft auf Mädchenschwarm, dieser
verliebt sich in sie, zweifelt jedoch an sich selbst usw… Auch die verregnete
Umgebung der Schule kam mir sehr vertraut vor. Ein geschilderter Vergleich in
den Seiten selbst gab mir Aufschluss darüber, dass dies sogar gewollt war.

Das Ende der Geschichte ist durchaus
abgerundet und hat mich für einiges entschädigt. Nach einem Show-Down, der nochmals
alles aus der Geschichte herausgeholt hat, konnte mich James Dawson doch noch
auf seine Seite ziehen. Im Endeffekt denke ich, dass das Buch auf jeden Fall
seine Fans finden wird.

„Der Fluch von Hollow Pike“ war insgesamt
ein angenehmes Lesevergnügen, das mit vielen Klischees behaftet daherkommt und
die Zielgruppe vereinnahmen kann. Meine Lesestunden mit Lis und Danny belohne
ich an dieser Stelle mit sehr guten 3 Büchern.
Für alle Fans guter Unterhaltung, die
keinen permanenten Spannungslevel benötigen, um eine Geschichte genießen zu
können und abgerundete Abschlüsse lieben.

9 KOMMENTARE

  1. Hm, ich hatte in der Hochschule einen Kommentar gepostet, scheinbar wurde der nicht übernommen >.<
    Also .. schade, dass dir das Buch nicht so gut gefallen hat 🙁 Aber 3 Bücher sind ja trotzdem noch gut. Ich wusste bei dem Buch nicht, in welche Richtung es geht – vermutlich konnte ich dann unbefangen in die Geschichte abtauchen.
    Ich fand diese ganzen Schatten ja irgendwie schaurig 😛 Und ja, die Klischees sind ziemlich klischeemäßig 😀

    LG, Heffa

  2. Schade, dass es so viele Klischees gibt :/ Aber jetzt weiß ich ja, auf was ich mich einstellen muss. Ich hoffe, es wird mir trotzdem gefallen.
    LG Celine

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