♀ WaterSong 02 – Wiegenlied (Amanda Hocking) [Rezension]

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„Als sie feststellte, dass ihre Beine
sich nicht verwandelten, bekam sie Panik. Das vertraute Flattern, das die
Verwandlung ankündigte, blieb aus. Die Wellen zogen sie aufs Meer hinaus. Sie
wollte schwimmen und gegen die Strömung ankämpfen, war aber viel zu schwach.
Das Wasser ergriff von ihr Besitz und zog sie in die Tiefe. Wenn sie sich nicht
bald verwandelte, würde sie ertrinken.“

(S. 83)

Mithilfe von Alex versucht Harper
herauszufinden, was auf der Insel passiert sein könnte.
In der Bibliothek, in der Harper
arbeitet, werden sie fündig. Die Mädchen müssen den Sagen und Mythen
entsprungen sein. Sie sind Sirenen. Doch die Suche nach einem Gegenmittel ist
genauso vergeblich wie die nach Gemma selbst.
Gemma lebt mit den anderen Mädchen in
einem großen, abgeschotteten Anwesen am Meer. Sawyer, der junge Besitzer, wurde
mit dem Gesang der Mädchen betört und gleicht einem Dienstboten, der
insbesondere Penn alles recht machen will.
Gemma weigert sich, zu singen. Sie
will nicht essen und verbietet sich jeden Spaß in Form von Schwimmen. Ihr
Körper demonstriert immer heftiger, droht zu zerfallen.

Was der Anführerin Penn gar nicht
gefällt. Sie macht Gemma auf die Konsequenzen aufmerksam, die ihr Tod haben
würde. Nicht für die Mädchen, sondern für diejenigen, die Gemma beschützen
wollte.
Ich liebe die kurzweiligen Bücher von
Amanda Hocking, war gefesselt von der Interpretation der Sirenen in
„Sternenlied“. Auch wenn ich ein paar Kritikpunkte hatte, musste ich zu der
Fortsetzung greifen.
Bereits nach wenigen Seiten war ich
wieder mitten in der Geschichte. Ich trauerte mit Gemma, versuchte, mit den
Geschehnissen zum Ende des ersten Bandes klarzukommen. Vor allem aber wollte
ich ihr helfen, herauszufinden, um was es sich bei den geflügelten Wesen handelt.
Für mich als Leser des ersten Bandes war dies natürlich bekannt, dennoch störte
mich diese erneute Erkundungstour nicht.
Kurz darauf erfuhr ich endlich, wie es
Gemma in der Zwischenzeit ergangen ist.
Der Erzählstil dieser Fortsetzung hat
mir um einiges besser gefallen, als das in Band 1 der Fall war. Er fühlte sich
strukturierter an, die Kapitel werden (bis auf wenige Ausnahmen) in wechselndem
personalen Erzählstil aus Gemmas und Harpers Perspektive erzählt, was für
weniger Verwirrung sorgte und gleichzeitig einen klaren Einblick in die beiden
Handlungsstränge und den jeweiligen Charakter gab.
So fühlte ich mich Gemma und auch
Harper wesentlich näher und hatte nicht mehr das Gefühl, sie würden um den
Protagonisten-Rang konkurrieren.
Harper ist immer noch die
Fürsorglichkeit in Person, ihr Beschützerinstinkt ungebrochen. Aber sie macht
sich nicht nur Sorgen um Gemmas Verbleib. Als sie herausfindet, was genau ihre
Schwester jetzt ist, zu was die anderen Sirenen fähig sind, keimt
Hoffnungslosigkeit in ihr. War Gemma bereits ein Monster wie die anderen? Würde
sie eines werden?
Neben der Suche nach Gemma werden
immer wieder die Gefühle für Daniel erwähnt. Harper verbietet sich diese nach
wie vor, hat geradezu Angst, etwas für ihn zu empfinden. Im Laufe des Buches
erfuhren Daniel und ich auch, warum…
Die interessantere Perspektive war für
mich natürlich die von Gemma. Nachdem sie zugestimmt hatte, den Sirenen zu
folgen, ist sie nun gewillt, nicht zu einer richtigen Sirene zu werden. Sie
isst nicht, schwimmt nicht und versucht, sich von den anderen fernzuhalten so
gut es geht. In dem von den anderen verführten Sawyer findet sie sogar einen
Gesprächspartner. Erst die Drohung von Penn veranlasst Harper zum Umdenken. Sie
passt sich den anderen an, schwimmt mit ihnen und eine seltsame Gier erwacht in
ihr. Wie lange kann sie sich diesem Gefühl entziehen?
Alex, Harpers bester Freund und Gemmas
„richtiger“ Freund ist in „Wiegenlied“ beinahe auf jeder Seite präsent. Er
hilft Harper nicht nur bei den Nachforschungen, sondern ist auch Gemmas Halt,
die Veränderungen durchzustehen. Ihre Gedanken gelten stets denen, die ohne sie
besser dran sind, ohne Gefahr. Doch wie wichtig die Beziehung der beiden
wirklich ist, erfuhr ich erst später.
Auch die Nebencharaktere bekommen eine
neue Tiefe. Insbesondere Thea wurde von der Autorin in ein anderes Licht
gerückt und sie wurde mir sogar sympathisch – soweit das eine
männerherzfressende Sirene sein kann.
Der Schreibstil von Frau Hocking ist
nach wie vor derselbe: einfach, kurz und bündig. Viele Dialoge lüften den Text
zusätzlich, dass er nicht mehr nur leicht, sondern beinahe schwerelos ist. Dies
führte dazu, dass die Seiten nur so dahin flogen und ich bei jedem Blick auf die
Seitenzahl schockiert feststellte, dass das Ende mit rasender Geschwindigkeit
nahte. Auch macht die Autorin wieder deutlich, dass Sirenen grausame,
blutrünstige Monster sind. Ich fand die Szenen nicht schlimm, aber wer ganz
zart besaitet ist, sollte vielleicht aufpassen.
Nach anfänglichem „Geplänkel“ und
größtenteils Wiederholungen von Dingen, die ich bereits wusste, konnte mich die
Autorin im Fortlauf der Geschichte überzeugen. Ich wurde von unvorhergesehenen
Wendungen überrascht und mit einem nie geahnten Ende zurückgelassen. Mehr will
ich aber nicht verraten…
Mit „Wiegenlied“ konnte Amanda Hocking
das Niveau der Watersong-Reihe durchaus steigern. Mit einer gelungeneren
Erzählperspektive, neuen Ideen und charakterlicher Tiefe, gepaart mit
überraschenden Wendungen, konnte sie mich überzeugen. 4 Bücher für die
besonderen Sirenen.

Ein Must-Read für Fans des ersten Bandes. Aber auch für all diejenigen, die,
wie ich, ein paar „Einstiegsprobleme“ in die Reihe hatten. Insbesondere, was
die Sprache angeht.

1. Watersong – Sternenlied (Rezension)
2. Watersong – Wiegenlied
3. Originaltitel: Tidal
4. Originaltitel: Elegy

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15 KOMMENTARE

  1. Oh, du machst mich richtig neugierig auf das Buch. Ich habe Band 1 nur gelesen, weil meine Schwester sich das Buch gekauft hatte und fand es überraschenderweise ziemlich gut 🙂 Und Band 2 hört sich ja noch besser an – zum Glück hat meine Schwester das Buch schon bestellt, da muss ich es mir gleich mal ausleihen…

    Liebe Grüße,
    Livi

  2. Hm, ich kann mich nach ihrer Vampirserie einfach nicht dazu überwinden, noch mal etwas von Amanda Hocking zu kaufen, weil ich Band 1 damals so schrecklich fand. 🙁
    Ich fürchte da hilft in diesem Fall auch deine gute Rezi nichts 😉

    LG Desiree

    • Dann bin ich ja froh, dass ich meine erste Begegnung mit Amanda Hocking bei/mit den Tryll hatte… Über die Vampirmonde scheiden sich ja die Geister 🙂

      Aber ich kenne das nur zu gut, wenn ein Buch/eine Serie einem dem Spaß verderben kann 🙂

      lg
      Steffi

  3. Ich will das auch noch unbedingt lesen! 😀 Im Gegensatz zu allen anderen, fand ich Band 1 nämlich gut ^^ Und diese wunderschööööönen Cover 😀 Wenn es noch besser und spannender wird und mehr Harper drin vorkommt (die mochte ich am meisten) dann kann ich das ja nur gut finden 🙂

    • Die Cover sind es schon wert, dass die Bücher einziehen müssen 🙂
      Ich liebe das Funkeln <3

      Mehr Harper und interessantere Einblicke in Gemma – daher für dich sicher auch noch besser als Band 1 🙂

      lg
      Steffi

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