♂ Enders (Lissa Price) [Rezension]

„Hallo Callie. Hattest du schon
Sehnsucht nach mir?“
(S. 18)
„Angst- und Schmerzensschreie drangen
aus allen Richtungen auf mich ein, und ich konnte nicht ausschließen, dass ich
ebenfalls laut aufgeschrien hatte.“
(S. 23)
„Was immer ich tat, er konnte es
sehen. Was immer ich sagte, er konnte es hören.“
(S. 50)

 

 

Eigentlich kann Callie mit ihrem neuen
Leben in Helenas Villa zufrieden sein. An Geld mangelt es ihr nicht mehr und
mit Tyler und Michael sind die liebsten Menschen bei ihr. Doch dann passiert
es! Der Old Man hat über ihren implantierten Chip Kontakt zu Callie
aufgenommen. Was hat er mit Callie vor? Der Old Man zwingt sie, sich mit ihm zu
treffen. Auf dem Weg zu diesem Treffen wird sie von Hyden abgefangen. Er
offenbart ihr, dass der Old Man sein Vater ist. Und offensichtlich kann dieser
auf die ehemaligen Spender – die Metallos – zugreifen und die Steuerung
übernehmen. Das verheißt nichts Gutes! Callie und Hyden fassen den Plan, die
Metallos vor dem Zugriff des Old Man zu schützen. Sie müssen die ehemaligen
Spender in Sicherheit bringen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach
weiteren Metallos. Aber auch Hydens Vater ist nicht untätig! Können Callie und
Hyden ihren Plan umsetzen und gelingt ihnen die Flucht?

 

 

Was war ich gespannt auf dieses Buch!
Nachdem mir „Starters“ schon sehr gut gefallen hatte, konnte ich es kaum
erwarten, „Enders“ endlich in den Händen zu halten. Und jetzt war es dann
soweit.
Meine Befürchtungen, aufgrund des
langen Zeitraumes zwischen den beiden Teilen nicht mehr in die Geschichte kommen
zu können, wurden bereits nach wenigen Seiten zerstreut. Kurze Rückblenden und
Erinnerungen machten es mir leicht, wichtige Handlungsstränge und Personen aus
dem Vorband vor meinem geistigen Auge wieder präsent zu haben.
Erzählt wird die Geschichte im
personalen Schreibstil in Vergangenheitsform aus Callies Sicht. Das
Überraschungsmoment dieser genialen Idee mit einem Körpertausch hatte die
Autorin natürlich bereits im ersten Band auf ihrer Seite. Insofern hatte ich
mich für „Enders“ darauf eingestellt und erlebte auf dieser Basisidee aufbauend
noch einige weitere Entwicklungen und Möglichkeiten.
Nach einem für meinen Geschmack etwas
kantigem Einstieg in diesen zweiten Teil, konnte ich das Buch ab einer
bestimmten Stelle kaum mehr aus der Hand legen. Ab diesem Zeitpunkt strotzte
die Geschichte mitunter durch unerwartete Wendungen, Offenbarungen und
Geständnissen.
Callie war mir ja bereits aus dem
ersten Band hinreichend bekannt. Nach dem Tod ihrer Eltern hatte sie sich um
ihren kleinen Bruder Tyler gekümmert. Nun habe ich ihr die glückliche
Entwicklung nach dem für sie doch einschneidenden Erlebnis, ihren Körper für
jemand anderes zur Verfügung gestellt zu haben, absolut gegönnt. Leider war
dieses Glück nur von kurzer Dauer. Callie tut trotz aller Widrigkeiten alles,
damit den ihr nahestehenden Menschen möglichst nicht passiert. Doch auch sie
stößt teilweise an ihre Grenzen! Gelegentliche Naivität und unüberlegtes
Handeln gehören ebenso zu Callie wie ihr Selbstbewusstsein und
Durchhaltevermögen.
Hyden war mir gleich von Beginn an
sympathisch. Allerdings hatte ich auch das unbestimmte Gefühl, dass er nicht
vollends offen und ehrlich war. Trägt er tatsächlich noch ein nicht offenbartes
Geheimnis in sich oder hat mich mein Gefühl getäuscht? Und dann ist da noch
diese Sache, dass ihm Berührungen durch andere Menschen leiden lassen. Das
alles wirkte sehr mysteriös auf mich.
Die emotionale Distanz zu den
Charakteren war mir trotz der grundsätzlich guten Darstellung etwas zu groß. Insofern
konnte ich kühl und nüchtern etwaige Entwicklungen aus der Rolle eines
Beobachters betrachten, hatte aber dennoch einen schönen Lesegenuss. Kleinere
Irritationen konnten mich in meinem Lesefluss kaum stoppen. Nach einem groß
aufgezogenen Show-Down ließ die Autorin ihre Geschichte beruhigend ausklingen
und ich konnte dieses Buch zufrieden zuschlagen.
Insgesamt hat Frau Price mit „Enders“
eine nahtlos an den ersten Teil anknüpfende Geschichte präsentiert, die vor
allem im Fortlauf immer wieder mit überraschenden Wendungen und Spannungsbögen
punktet!

 

 

Mit „Enders“ ist Lissa Price eine spannende
Fortsetzung ihres auf einer genialen Idee basierenden ersten Teils gelungen.
Mit Überraschungen, unvorhersehbaren Szenenwechseln und unerwarteten
Offenbarungen konnte sie mich letztendlich in ihren Bann ziehen. Die mit „Enders“
verbrachten Lesestunden verbunden mit einem schönen Leseerlebnis belohne ich
deshalb mit 4 Büchern.
Für alle Liebhaber dystopischer
Welten, die von Spannungsbögen und Überraschungen nicht genug bekommen können
und nicht zu sehr an Protagonisten gebunden sein müssen. Für alle Fans des
ersten Teils ein definitives Must-Read!

 

Starters (Rezension)
Enders

17 KOMMENTARE

  1. Wie schön das dir das Buch so gut gefällt! Ich bin schon sehr gespannt auf diesen 2. Teil und werde ihn mir kaufen, sobald mein SuB einigermaßen geschrumpft ist^^
    Die emotionale Distanz zu den Charakteren ist mir auch schon bei "Starters" aufgefallen, hat mich aber zum Glück nicht gestört!

    LG Anni

  2. Okay, dann muss ich mich jetzt auch mal ranwagen 🙂
    Es steht schon bei mir rum, aber momentan bin ich noch bei dem ersten Teil von Mythika. Hoffe, es gefält mir genauso gut wie dir.

    LG
    Elena

    • Hallo Elena,

      Teil 1 hast du gelesen? Wie fandest "Starters" denn? Der zweite Teil schließt auf jeden Fall ganz gut an den ersten Teil an. Ich kann es nur empfehlen 🙂

      LG

      Kay

  3. Hallo :)Super Rezension, ich habe die beiden Bücher auch schon am Sub liegen, ich glaube da muss ich mich mal dransetzen, scheint sich ja zu lohnen^^.
    Eine Frage an Euch, darf ich euren herrlichen Blog bei mir in die Linkliste setzen? Ich würde mich sehr über ein "ja" freuen.

    Liebe Grüße und macht so weiter ich <3 Euren Blog

    Lilian

  4. Mannoooo erst Jan, jetzt du..ich hoffe, dass mir der Bezug zu denen Charakzeren nicht auch abhanden gekommen ist! Bin trotzdem schon sehr gespannt und finde deine Rezi wie immer sehr gelungen! 🙂

    Lg
    Shanty

  5. Hallo Rina,

    schlecht ist das Buch wirklich nicht. Die geniale Grundidee war halt schon im ersten Teil integriert. Dennoch, wenn man Spannung und überraschende Szenenwechsel mag, wird man "Enders" lieben 🙂

    LG

    Kay

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