♀ Calling Crystal (Joss Stirling) [Rezension]

 

Crystal begleitet ihre Schwester
Diamond nach Denver, wo Diamond an einer Savant-Konferenz teilnehmen will.
Während eines Spaziergangs zurück zum Hotel werden die beiden überfallen.
Ein Polizist eilt ihnen zu Hilfe, der
sich als Diamonds Seelenspiegel entpuppt: Trace Benedict.
Die beiden schwelgen sofort auf Wolke
7 und Crystal kommt sich mit ihrer „eingeschränkten“ Savant-Fähigkeit noch
überflüssiger vor als sonst.
Zu allem Überfluss hat sie nicht
gerade den besten Draht zu Trace‘ Bruder Xav, dem Heiler. Als Xav dann auch
noch versucht, mit Crystal mental zu kommunizieren, einen Versuch zu wagen,
ihre Seelenspiegel-Tauglichkeit auszutesten, ist das Maß übervoll. Denn Crystal
wird übel, sobald ihre mentalen Schutzmauern fallen.
Xav entdeckt etwas in ihrem Kopf, aber
Crystal weigert sich von Xav genauer überprüft zu werden und kehrt zurück in
ihre Heimat Venedig.
Kurz vor der Hochzeit von Diamond und
Trace geschieht das Allerschlimmste, was Savants passieren kann…

 

 

Dem Trilogie-Abschluss der „Macht der
Seelen“ habe ich schon entgegen gefiebert. War in „Finding Sky“ die Welt der
Savants noch so neu und musste ich mich mit der Protagonistin auf die Suche
nach Antworten machen, spielten in „Saving Phoenix“ die Savants schon eine
wesentlich größere Rolle und waren von Anfang an kein Geheimnis.
So ist es auch in dem letzten Band
„Calling Crystal“ der Fall. Nur dass Joss Stirling in dieses letzte Abenteuer
der Benedicts große Dramatik eingebaut hat – für die gesamte Familie. Ich wurde
schon auf den ersten Seiten mit dem Seelenspiegel-Kontakt von Diamond
konfrontiert. Wie wir von den vorhergegangenen Bänden wissen, ist es aber immer
die Ich-erzählende Protagonistin, die nach ihrer besseren Hälfte sucht. Was im
Falle von Crystal nicht ganz so unproblematisch läuft wie bei ihrer Schwester
Diamond.
Denn die junge Crystal ist als Savant
„eine Niete“. Sie kann nicht telepathisch kommunizieren, selbst wenn es jemand
in ihrer Nähe tut, wird ihr übel und sie übergibt sich. Sie taugt nach eigener
Aussage nur dazu, verlorene Dinge wiederzufinden. Das ist ihre doch sehr
minderwertige Gabe. So steht sie stets im Schatten ihrer sechs Geschwister,
insbesondere dem von Diamond, einer Streitschlichterin unter den Savants.
Ihr Vater war Crystals einziger Bewunderer
in der Familie. Mit seinem Tod versank auch Crystals Selbstbewusstsein. Die
eigentlich meist doch freundlich gemeinten Neckereien von Xavier Benedict
drosseln dieses noch mehr und sie hält sie für dieselben Sprüche, mit denen man
sie aufgrund ihres Aussehens stets gemobbt hat. So ist die Grundlage jeder Art
von Beziehung zwischen den beiden quasi im Keim erstickt. Nur zuliebe ihrer
Geschwister einigen sich die beiden auf eine Art Waffenstillstand. Crystal
entwickelt sich in „ihrem Buch“ in eine so unerwartete und fantastische
Richtung, dass sie mir die Liebste aus dem „Macht der Seelen“-Club geworden
ist.
War mir Xav in den vergangenen Büchern eher als Witzbold denn ernstzunehmender
Protagonist in Erinnerung, mutierte er in „Calling Crystal“ zu einem wahren
Liebling. Die Autorin hat ihm Tiefe und eine Erklärung für sein Verhalten
gegeben. Dennoch lässt er die Witzeleien nicht, was ich in dem Fall auch sehr
bedauert hätte. Die Wortgefechte Crystal-Xav zogen sich quer durch alle Seiten
und lockerten die Geschichte auf besondere Weise auf.
Ich war gespannt darauf, welchen
Hintergrund Joss Stirling ihrer letzten Protagonistin gibt. Beinahe hatte ich
befürchtet, eine Kopie eines der beiden Vorgänger geliefert zu bekommen. Aber
ich wurde sowas von überrascht.
Natürlich war von Anfang an klar, dass
Crystal ihren Seelenspiegel finden muss. Ebenso lag die Vermutung nahe, dass es
sich bei dem Gegenstück um einen der Benedicts handelt, recht schnell war auch
klar, welcher der Brüder der Auserwählte sein wird. Darum war dieses Buch
anders: Nicht „Wann finden sich die Seelenspiegel?“ war hier die Frage,
sondern: „Wann und unter welchen Umständen finden sie es heraus?“. Und mit
diesem und dem weiteren überraschenden Verlauf der Geschichte konnte mich die
Autorin überzeugen.
Joss Stirlings Sprache ist weiterhin
sehr einfach gehalten und orientiert sich an der jugendlichen Protagonistin
Crystal, die in Ich-Perspektive/Vergangenheit erzählt. Im Gegensatz zu Band 2
ist das Niveau etwas höher, was mit der „besseren“ Herkunft von Crystal erklärt
werden kann. Die Autorin arbeitet viel mit lockerer wörtlicher Rede, was das
Lesetempo enorm steigert.
Auch das Setting hat mir sehr
gefallen. Der Hauptteil der Geschichte spielt in Venedig und so schwingt gleich
eine romantische Atmosphäre mit, die dem gesamten Seelenspiegel-Thema das
besondere Etwas gibt.
Das letzte Buch einer Trilogie sollte
zu einem für den Leser zufriedenstellenden Ergebnis führen. Frau Stirling hat
es geschafft, meine im Vorfeld aufgetretenen Bedenken bezüglich des Rests des
Benedict-Clans zu zerstreuen und führt die gesamte Familienbande zu einem
besonders zufriedenstellenden Ende.

 

 

„Calling Crystal“ gibt noch einmal einen
anderen Blickwinkel auf die Savants und die Seelenspiegel, ein Einblick, der
mir sehr gut gefallen hat. Spannung, Action, eine große Portion Humor und
überraschende Wendungen machen das locker-leichte Leseerlebnis beinahe perfekt.
So sind Xav und Crystal zu meinen Lieblingen der Reihe geworden und erhalten
sehr gute 4 Bücher von mir.
Ein würdiger Abschluss der Trilogie
und ein absolutes Must-Read für Fans der ersten Teile, denn für mich war
„Calling Crystal“ besser als seine Vorgänger.

 

1. Finding Sky (Rezension)
2. Saving Phoenix (Rezension)
3. Calling Crystal

13 KOMMENTARE

  1. Jetzt, wo alle drei Teile erschienen sind, werd ich mir Teil 1 wohl bald mal kaufen. 🙂 Ich brauch da in letzter Zeit immer die Sicherheit, weiterlesen zu können. xD

    Schöne Rezension!

  2. Ich kann einfach nur in allen Punkten absolut zustimmen!
    Wobei ich durchaus auch unseren etwas seltsamen Schauspielstar erwähnt hätte 😀 Ohne ihn hätte ich glatt etwas weniger gelacht.
    Liebe Grüße

  3. Oh Gott, oh Gott, ich freue mich schon sooooo sehr auf das Finale, denn die Reihe gehört zu meinen Lieblingen.
    Hoffentlich ist das Buch morgen dann da, falls ja, lasse ich alles stehen und liegen um das Buch zu lesen 😀

    LG May

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