♀Angelfire 01 – Meine Seele gehört dir (Courtney Allison Moulton)

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen könnt ihr das Buch gleich hier.
„Vergiss die sensenschwingenden
Skelette in den langen Umhängen. Das hier ist real. Die meisten brauchen keine
Sensen, weil sie Zähne und Klauen als Waffen besitzen. Sie fressen dich. Sie
fressen dein Fleisch und dein Blut, und dann schleifen sie deine Seele in die
Hölle. […] Du bist die Preliatin, die einzige Sterbliche auf der Welt, die die
Macht hat, sie zu bekämpfen.“
(S. 47)

Ellie ist fast 17, als ihr
Lieblingslehrer brutal verstümmelt aufgefunden wird. Als wäre sie mit den
Therapeuten-Besuchen wegen ihrer Albträume nicht schon geplagt genug. Die
Träume von Kämpfen gegen schreckliche Kreaturen werden immer realistischer.
In der Nacht ihres Geburtstages, kurz
nach Mitternacht, hört sie dieses grauenhafte Knurren, als sie eine Runde um
den Block drehen will. Und dieser Typ – Will -, den sie die letzten Tage so oft
gesehen hat, ist wieder da. Dieses Mal warnt er Ellie – kurz bevor der Reaper
angreift. Ellie kämpft mit nie geglaubter Kraft gegen das Monster.
Am nächsten Morgen glaubt sie an einen
weiteren Albtraum – bis Will ihr von ihrer Bestimmung erzählt. Sie ist die
Preliatin, der einzige Mensch im Kampf gegen die dämonischen Reaper. Ihre Seele
wird seit Jahrhunderten wiedergeboren, ihr Beschützer erweckt ihre Macht und
gemeinsam nehmen sie den Kampf auf.
Aber Ellies Erinnerungen kehren nur
sehr zögerlich zurück und Will, ihr Beschützer, neigt nicht gerade zu offenen
Karten. Und dabei wird der zweite große Krieg immer wahrscheinlicher… und mittendrin
das Mädchen Ellie, das nicht weiß, was genau sie ist und von WEM sie abstammt.

Nachdem ich so viele begeisterte
Meinungen zu „Angelfire“ gehört habe, wurde ich wortwörtlich gezwungen es zu
lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Nach nur wenigen Seiten war mir klar: Die Autorin hält sich definitiv nicht mit
einer langen Einführung auf und der Leser wird sehr schnell mit bösen Kreaturen
und Kämpfen gegen wilde Bestien konfrontiert – wenngleich diese vorerst auch
„nur“ in Ellies Träumen vorkommen. Doch schnell ist klar, dass sich dahinter
mehr verbirgt, als Ellie immer gedacht hat.
Schon das letzte Gespräch mit ihrem
Lehrer am Tag vor dessen Tod hatte für mich eine bedeutungsschwere Tiefe, die
mich aufhorchen ließ. Die Protagonistin Ellie erzählt die Geschichte in
Ich-Perspektive in Vergangenheitsform. Ihre sehr realistischen (Tag-)Träume
sind kursiv vom Rest des Textes abgehoben und erleichtern so die
Unterscheidung.
Ellie war mir sehr schnell
sympathisch. Sie ist ein durchschnittliches Mädchen, gemocht von allen. Sie ist
gut situiert, was sie aber nur für ausgleichende Gerechtigkeit für die ständige
Abwesenheit ihres Vaters und die vielen Streitereien ihrer Eltern hält. Nicht
ganz so durchschnittlich sind die Träume, die ihr Angst machen.
Schon bei ihrer ersten Begegnung mit
Will spürt sie die tiefe Verbundenheit, Blicke und Gesten gleichen einem
Déja-vu. Als sie Zeuge ihrer unglaublichen Macht wird, bekommt sie Angst.
Ebenso bei dem Gedanken daran, dass sie, die 17-jährige High School Schülerin
Ellie, in der Lage sein soll, Seelen vor der ewigen Hölle zu retten. Ellie
spürt früh, was es bedeutet, eine solche Bestimmung mit einem normalen Leben
vereinbaren zu wollen.
Und es gibt noch etwas, das ihr Angst
macht: Diese dunkle Seite in ihr, die versucht, sie zu bestimmen. Sie will mehr
über ihre Herkunft erfahren und sucht nach Antworten, die selbst Will ihr nicht
geben kann.
Will übernimmt in „Angelfire“ die
Rolle des geheimnisvollen Gutaussehenden, zu dem sofort eine Verbindung
besteht. Dass diese aus jahrhundertelangem Beschützerdasein herrührt, erfährt
Ellie nicht sofort. Will geht in seiner Aufgabe auf. Je mehr ich über ihn und
seine Vergangenheit erfahren habe, umso sympathischer wurde er mir. Er steht in
ständigem inneren Kampf um seine verbotenen Gefühle und Gedanken, die ihn zu
zerreißen drohen. Er hegt tiefe Schuldgefühle, die er wohl niemals ganz ablegen
können wird.
Der lockere und leichte Schreibstil von
Frau Moulton wirkt als beruhigender Gegenpol zu den nervenaufreibenden Kämpfen
und den mit Informationen vollgepackten restlichen Teilen der Geschichte.
Gerade zu Beginn reihen sich die Ereignisse wie eine Perlenkette aneinander,
dabei lässt sich der rote Faden schon sehr gut erahnen, der im Laufe der Zeit
immer ausgeprägter wird. Im zweiten Drittel finden sich mehrere erholsamere
Phasen, die meinen Lesefluss aber nur geringfügig beeinträchtigt haben. 
Die
Spannungskurve steigt mit immer wieder vorkommenden Spitzen stetig nach oben
und ist kurz vor dem Showdown auf einem nervenaufreibenden Niveau. Die letzten
100 Seiten haben es in sich und der Leser bekommt gemeinsam mit Ellie eine
wichtige Antwort, ehe dieser erste Teil vorerst zu einem beruhigenden Ende
kommt, aber den Leser mit dem Wissen über das Bevorstehende neugierig
zurücklässt.
Ich fand die Idee von Frau Moulton
sehr erfrischend, auch wenn die Menge an Kreaturen und Abkömmlingen der Guten
und Bösen, dämonische und engelhafte Reaper und Kämpfe im Limbus einen anfangs
beinahe erschlägt. Die Autorin baute allseits bekannte Thesen aus verschiedenen
Glaubensrichtungen ein. So entstand für mich ein gut durchdachtes Werk mit dem
richtigen Kontingent an Spannung, Action und Emotionalität.

Mit „Angelfire“ hat Frau Moulton einen
rasanten, actionreichen und emotionalen Kampf gegen das Böse geschaffen, der
mich immer wieder überraschen konnte. Die Vielzahl an Wesen könnte teilweise
überfordern, mich hat sie jedoch begeistert. Zwischendurch gab es einige
ruhigere Phasen, die ich – vielleicht aufgrund des High-Speed-Einstiegs – als
zu langwierig empfand. Nichtsdestotrotz war ich begeistert von „Angelfire – Meine Seele gehört dir“ und
Frau Moultons Idee, bin mir aber sicher, dass hier noch etwas Potential nach oben
vorhanden ist. Daher gibt es von mir sehr gute 4 Bücher.
Es ist ein Must-Read für
Urban-Fantasy-Fans, die sich einem neuen Kampf Himmel gegen Hölle stellen
wollen und dabei einem Fünkchen Liebe nicht abgeneigt sind.

1.    
Angelfire
– Meine Seele gehört dir
2.    
Angelfire
– Auf den Schwingen des Bösen
3.    
Englischer
Titel:
Shadows in the Silence

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10 KOMMENTARE

  1. … und wieder eine Geschichte, in dank der Kraft des Geheimnisvollen und des Gegensätzlichen den Leser packen.

    Eine sehr schön begründete Empfehlung gibst du hier auf den Weg. Klingt vielversprechend!

    Liebe Grüße,
    Kora

  2. Ich weiß noch nicht so recht, ob mir das Buch wirklich gefallen würde, aber ich behalte es mal im Hinterkopf. 🙂
    Schöne Rezi!

    Ich wünsche euch Frohe Ostern!

    • Das freut mich… Ich wurde ja praktisch gezwungen, es zu lesen und bin – vor allem über das, was ich mir über das Ende hinaus vorstelle, völlig begeistert. Ich freue mich auf Band 2 🙂

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