♂ Wir beide, irgendwann (Jay Asher/Carolyn Mackler) [Rezension]

„Willkommen!“
 
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(S. 19)

 

1996. Emma bekommt von ihrem Vater einen Computer mit Windows 95 und Farbbildschirm geschenkt. Ihr Vater ist mit seiner neuen Frau nach Florida gezogen. Neben seinem alten Honda, den er Emma auch überlassen hat, will er mit dem Computer wahrscheinlich sein schlechtes Gewissen beruhigen.
Emma wohnt nun gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater in Pennsylvania. Sie ist Schülerin an der Highschool.
Josh, ein Junge aus der Nachbarschaft, ist mit Emma von Kind an gut befreundet. Auch er ist Schüler an der Highschool, jedoch einen Jahrgang unter Emma. Früher waren Emma und Josh unzertrennlich. Bis es diesen Vorfall und damit einen Knick in ihrer Freundschaft gab. Das ist im letzten November passiert.
Nun steht Josh jedoch plötzlich wieder vor Emmas Tür. Er bringt ihr eine CD-ROM, die seine Familie in den letzten Tagen im Briefkasten hatte. Die CD-ROM ist von AOL, einem Internet-Provider. Bei Vertragsabschluß erhält man 100 Freistunden im Internet.
Emma ist mit Graham Wilde zusammen. Beide spielen in der Schulband. Aber Graham ist eine ziemliche Klette und will Emma bei jeder Gelegenheit befummeln. Emma hat sich vorgenommen, Schluß mit Graham zu machen. Aber die richtige Gelegenheit fehlte bisher…
Nachdem Emma die AOL-Software – Downloadzeit 97 Minuten! – installiert hat, öffnet sich eine seltsame Internetseite namens „Facebook“. Hier findet sie auch ein Foto von einer Emma Nelson Jones. Diese sieht ihr seltsam ähnlich, jedoch in älterer „Ausführung“. Und sie hat am selben Tag Geburtstag wie Emma. Zuerst glaubt Emma an einen Scherz von Josh. Von ihm hat sie schließlich die CD-ROM bekommen. Aber Josh, dem sie die Internetseite zeigt, ist glaubhaft unschuldig.
Nach und nach ergründen Emma und Josh die Geheimnisse von Facebook. Da Emma in der Zukunft laut Facebook unglücklich ist, versucht sie kurzerhand, ihre Zukunft zu ändern. Die Nachrichten auf Facebook ändern sich bei jedem Login, weil Emma plötzlich Dinge tut, die sie sonst nie in Erwägung ziehen würde. Josh ist in der Zukunft mit dem beliebtesten und schönsten Mädchen der Highschool verheiratet. Aber Emmas Eskapaden scheinen auch Einfluss auf seine Zukunft zu haben. Kann Josh verhindern, dass Emma seine Zukunft nachhaltig verändert?

 

Wer kennst sie noch, diese piepsig krächzenden Töne eines 56k-Modems bei der Einwahl ins Internet. Oder Zeiten, in denen Downloads regelmäßig Stunden in Anspruch genommen haben und man nicht telefonieren konnte, wenn eine Internetverbindung bestand…
Beim Lesen der Seiten kamen mir immer wieder nostalgische Erinnerungen. Wie oft musste ich damals in dicken Telefonbüchern Teilnehmernummern nachschlagen. Auch eine Rufnummernerkennung war damals noch kein Standard. Insofern können wir von der Zeit, in der das Buch spielt, bis zum heutigen Tage fast von einer multimedialen Revolution sprechen. Viele Dinge, die für uns heute selbstverständlich sind, waren damals noch gar nicht denkbar. Ich selbst gehöre ja noch der Atari-, C64- und Amiga500-Generation an und habe alles live miterlebt.
Als ich das Buch aufgeschlagen und begonnen hatte zu lesen, war ich sofort von Beginn an gefesselt. Immer wieder musste ich über einige Dinge und Geräte, die damals als neuester Stand der Technik usw. bezeichnet wurden, schmunzeln. Der Schreibstil lässt sich durchgängig gut lesen und hat den gewissen Esprit. Die handelnden Charaktere werden nicht bis ins letzte Detail beschrieben, sind dennoch gut und ausreichend vorstellbar.
Die Hauptprotagonistin Emma ist ein hübsches Mädchen im Teenageralter mit den, ich sage mal, normalen Macken in diesem Alter. Sie weiß eben nicht so richtig, was sie will. Das trifft im übrigen auch auf ihren Jungsgeschmack zu. Das einzige, was für sie feststeht ist, dass Cody ihr Traummann ist. Doch der beachtet sie erstmal nicht.
Emmas bester Freund ist Josh. Er wohnt mit seinen Eltern im Haus nebenan. Doch vor einem halben Jahr gab es einen Bruch zwischen Emma und Josh. Josh hatte Emmas Signale falsch verstanden und hat Freundschaft mit Liebe verwechselt. Seitdem war Funkstille. Bis Josh mit der CD-ROM von AOL vor Emmas Tür steht. Wenn man sich einen guten Freund wünschen könnte, wäre Josh aus meiner Sicht die garantiert richtige Wahl. Er ist absolut zuverlässig und steht zu seinen Idealen. Allerdings ist er auch eher der schüchterne Typ. Doch plötzlich interessiert sich das schönste und beliebteste Mädchen der Schule für ihn.
Kellan, Emmas beste Freundin, und Tyson, Joshs bester Freund, sowie Emma sind seit Jahren eine eingeschworene Clique. Vieles haben sie gemeinsam erlebt. Auch Emmas Abweisung für Josh ändert nichts daran.
Alle Charaktere im Buch finden sich aus meiner Sicht an genau der richtigen Stelle und wirken authentisch.
Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern. Internet war plötzlich ein Modewort und man war ziemlich angesagt, wenn man eine Internetverbindung mit ISDN-Geschwindigkeit (64k!) zur Verfügung hatte. Beinahe wöchentlich hatte man die in dem Buch beschriebene AOL CD-ROM im Briefkasten mit dem 100-Freistunden-Angebot. Damals fand ich das schon ziemlich nervig; rückblickend gehört es für mich in diese Zeit hinein und ist eine nette Erinnerung.
Insgesamt ist den Autoren mit „WIR BEIDE, IRGENDWANN“ eine erfrischende und sympathische Geschicht gelungen, die sicher nicht nur den Nostalgikern unter uns gefallen dürfte. Dieses Buch war für mich ein absoluter Lesegenuß und die Gelegenheit, alte Erinnerungen aufzufrischen und in diesen zu schwelgen.

 

Den Leserinnen und Lesern wird hier eine locker leichte und gut zu lesende Geschichte präsentiert. Ich persönlich war völlig gefesselt und habe das Buch in einem Schwung durchgelesen. Das Buch ist nicht nur geeignet für die Liebhaber nostalgischer Momente, sondern auch für alle, die Verzwickungen beim Finden der großen Liebe mit einem Happy End mögen. Zumindest für meine Generation kann ich es als absolutes „Must-Read“ empfehlen. Aus diesem Grund erhält „WIR BEIDE, IRGENDWANN“ von mir 5/5 Büchern. Wer dabei war, als das Internet noch in den Kinderschuhen gesteckt hat, wird das Buch lieben!

17 KOMMENTARE

  1. Schöne Rezension, gefällt mir sehr gut. 🙂
    Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie doll ich das Buch jetzt (besonders nach euren beiden Rezensionen) lesen möchte! 😀

    LG Jessica

  2. …glaube echt, man muss die Zeit miterlebt haben, damit es einem gefällt…ich hab das halt alles hautnah miterlebt. Denke mal, meine nostalgisch-emotionalen Momente kann man bei der Rezension herauslesen…;-)

    LG

    Kay

  3. Ach ja, ich habe ich noch auf der Schreibmaschine tippen gelernt . . . Und dann bekam mein Buder einen Computer . . .
    Du siehst, ich gehöre auch schon zu den etwas älteren Semestern . . .
    Und langsam aber sicher wandert das Bh auf meiner Wunshlst nach oben . . .

    lag Favola

  4. Hallo!
    Hab gerade euren Blog gefunden
    und find ihn echt super! 🙂

    Das Buch hat nun schon so viele tolle Rezis bekommen,
    dass ich es mir mit Sicherheit in der nächsten Zeit zulegen werde.
    Bin schon sehr gespannt darauf!

    Liebe Grüße
    Nina

  5. Dieses Buch ist mein Weihnachtswunsch, weil ich schon mehrmals im Bücherladen "drübergestolpert" bin, aber es noch nicht gekauft habe. Ich würde mich also riesig freuen, wenn ich es von euch geschenkt bekäme.
    Liebe Grüße,
    Pauline

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